Publiziert am: 09.11.2018

Gemeinsam Stellen vermitteln

KOOPERATION ARBEITSMARKT – Der Aargau geht ab April 2019 neue Wege in der Arbeitsmarktintegration: RAV, IV und Gemeinden werden enger zusammenarbeiten.

Peter Eberhard, Leiter der Invalidenversicherung in der Sozialversicherung Aargau (SVA), und Thomas Buchmann, Leiter des Aargauer Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), sprechen im Interview über Ziele und Hürden der «Kooperation Arbeitsmarkt».

Wie erklären Sie jemandem die «Kooperation Arbeitsmarkt», der keine Ahnung davon hat?

Thomas Buchmann: Es handelt sich dabei um eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Wirtschaft und Arbeit (RAV) und der SVA (IV). Der Fokus soll auf den Bedürfnissen der Arbeitgebenden sowie der Klientinnen und Klienten liegen. Sie sollen in Zukunft nur noch eine Ansprechperson haben, die sie berät und betreut.

Wie wird das konkret aussehen?

Peter Eberhard: Wir bündeln unsere Dienstleistungen, um die Stärken der RAV und der IV wirksamer einzusetzen und Doppelspurigkeiten zu verhindern: Im Auftrag der IV suchen Arbeitgeberberatende der RAV zukünftig Trainings- und Einsatzplätze, vermitteln den Unternehmen bei offenen Stellen auch Klientinnen und Klienten der IV und beraten Arbeitgebende bezüglich Leistungen der IV und der RAV. So haben Arbeitgeber anstatt zwei Ansprechpersonen auf Seiten der Versicherungen nur noch eine.

Thomas Buchmann: Die IV wird dafür Stellensuchende, welche gleichzeitig beim RAV und der IV gemeldet sind, aus einer Hand betreuen und IV- und ALV-Leistungen koordiniert zusprechen. Alles mit dem Ziel, ­effizienter zu arbeiten. Wir werden auch viel enger mit den Gemeinden kooperieren und sie dabei unterstützen, Sozialhilfebeziehende wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

Was waren die grössten Hürden im Projekt?

Thomas Buchmann: Es gab vor allem rechtliche Hürden. Wir mussten ­einige Überzeugungsarbeit leisten. Nun konnten sie aus dem Weg geräumt werden, sodass wir 2019 wie geplant loslegen können.

Peter Eberhard: Auch die IT-Systeme sind nicht für eine solche Zusammenarbeit geschaffen und fordern uns bei der Zusammenarbeit heraus.

Was ist Ihre persönliche Motivation, die Sie in diesem Projekt antreibt?

Peter Eberhard: Die tiefe Überzeugung, dass wir die Menschen so besser in den Arbeitsmarkt integrieren können und dass die Sozialversicherungen besser koordiniert werden müssen, um den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft gerecht werden zu können.

Thomas Buchmann: Die Zusammenarbeit ermöglicht eine höhere Qualität und Effizienz in der Arbeitsmarktintegration: Wir werden die Arbeitgebenden aus einer Hand beraten, die Klienten und Klientinnen mit Mehrfachproblematiken noch besser begleiten und auch die Gemeinden besser unterstützen können.

Interview: Maria-Monika Ender, Öffentlichkeitsarbeit

AWA Aargau

«Kooperation Arbeitsmarkt»

Die «Kooperation Arbeitsmarkt» geht aus der «Pforte Arbeitsmarkt» hervor, einem schweizweit einzigartigen Pilotprojekt, bei dem RAV, IV und Sozialdienste seit 2012 in Menziken unter einem Dach zusammenarbeiten. In der «Kooperation Arbeitsmarkt» werden RAV und IV ihre Dienstleistungen bündeln. Mitarbeitende der IV werden zeitweise auf den RAV arbeiten. Das gemeinsame Ziel: Menschen mit oder ohne gesundheitliche Einschränkung besser in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Ab 1. April 2019 wird das Konzept der «Kooperation Arbeitsmarkt» als erstes im neu geschaffenen RAV Menziken umgesetzt, im Verlaufe des Jahres 2019 folgen die anderen sechs RAV im Aargau.

NEIN zur radikalen Zersiedelungsinitiative!
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Am 10. Februar 2019 stimmt der Souverän über die radikale Zersiedelungsinitiative ab. Eine Annahme würde zu einem Entwicklungsstopp in einzelnen Regionen führen. Insbesondere in den Zentren würden Bodenflächen rar. Die Folge: Immer mehr Personen und Unternehmen müssten auf Raum ausserhalb der Zentren ausweichen. Zudem würde die Initiative der jungen Grünen grosse Rechts- und Planungs­unsicherheit in Kantonen und Gemeinden schaffen und den Föderalismus gefährden.

Machen Sie sich ein Bild über alle guten Argumente gegen die radikale Initiative in der Abstimmungszeitung (PDF).