Publiziert am: 22.03.2019

Ideale Finanzierung in digitaler Zeit

SCHWEIZERISCHER LEASINGVERBAND – Die Finanzierungsform Leasing bringt eine hohe Wertschöpfung und ist hoch

im Kurs. Eine Studie zeigt, dass Leasing gerade auch in Zusammenhang mit der Industrie 4.0 noch an Bedeutung gewinnt,

da die Kunden in einer digitalisierten Wirtschaft mehr an der Nutzung als am Eigentum an einem Objekt interessiert sind.

Leasing ist nach wie vor im Trend. Dies zeigt auch die Statistik des Schweizerischen Leasingverbandes SLV, gemäss welcher der Leasingmarkt 2017 moderat zulegen konnte. «Der Umsatz bei den Neugeschäften wuchs um 0,3 Prozent auf 10,07 Milliarden Franken. Auch die neu abgeschlossenen Verträge steigerten sich um 1,9 Prozent auf 232 204», erklärt Cornelia Stengel, Geschäftsführerin des SLV. Den Leasingmarkt dominieren die Captives (Hersteller der Leasingobjekte) mit rund 40 Prozent, gefolgt von den unabhängigen, nicht Hersteller bezogenen Leasinggesellschaften und den Banken mit jeweils rund 30 Prozent Anteil. Auf Erfolgskurs ist das Konsumentenleasing, das 2017 erfreulich gesteigert werden konnte – bei den Neugeschäften um 4,8 Prozent und im Vertragsbestand um 5,8 Prozent. «Dies zeigt, dass Leasing bei Privatpersonen sehr beliebt ist. Das Leasing stellt somit für Privatpersonen, den Handel und Garagisten ein wichtiges und weiterhin wachsendes Instrument zur Absatzfinanzierung dar», sagt Stengel. Gut unterwegs ist auch das Flottenleasing. Der Gesamtmarkt ist 2017 um 3,7 Prozent auf ein Volumen von 80 357 Verträgen angewachsen. Dass sich das wirtschaftliche Umfeld erholt hat, zeigt ein leichter Anstieg der Leasingverträge im Investitionsgüterleasing.

Chancen für den

Wirtschaftsstandort Schweiz

Leasing wird im europäischen Vergleich in der Schweiz allerdings noch unterdurchschnittlich für die Finanzierung von Investitionen genutzt. Im Jahr 2015 wurden nur gerade 6,5 Prozent der getätigten Unternehmensinvestitionen mit Leasing finanziert. Dies zeigt die Studie «Leasing for Growth» aus dem Jahre 2017, welche die Hochschule für Wirtschaft FHNW und BAKBASEL im Auftrag des Schweizerischen Leasingverbandes erarbeitet haben. Für Tobias Hüttche von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist dies eine verpasste Chance: «Hier liegt gros­ses volkswirtschaftliches Potenzial brach. Statt Gelder über Monate binden zu müssen, können Unternehmen diese für Forschung und Entwicklung einsetzen.» Und Stengel konkretisiert: «Es ist eine Tatsache, dass sich viele Unternehmen immer noch gut über Eigenmittel finanzieren können. Leasing hat den Unternehmen wie auch dem Wirtschaftsstandort Schweiz jedoch viel mehr zu bieten.»

«Statt Gelder über Monate binden zu müssen, können Unternehmen diese für Forschung und Entwicklung einsetzen.»

In Zeiten des rasanten technologischen Wandels müssen KMU produktiver und Abläufe rascher automatisiert werden. Kurz gesagt: Die digitale Transformation erfordert Investitionen. «Die Studie zeigt eindrücklich, dass Leasing einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung genau dieser Herausforderungen leisten kann», so Stengel. Bereits bekannt sind die positiven Effekte von Leasing als Finanzierungsinstrument, wie Schonung der Liquidität, Optimierung von Kapitalstruktur, Senkung der Kapitalkosten, Vereinfachung des Cash-Managements und Investitionen während der Wachstumsphase. «Das Leasing ist gerade bei Expansionen eine interessante Finanzierungsmöglichkeit, da eine grosszügigere Kreditvergabe möglich ist, weil das Leasingobjekt der Bank gehört und ihr damit als Sicherheit dient. Dies hat auch eine positive Auswirkung auf den Preis: Leasingzinsen sind in der Regel tiefer als Kreditzinsen», weiss Stengel.

Über diese bekannten Vorteile hinaus zeigt die Studie konkrete positive Impulse für die Entwicklung eines Unternehmens auf. So schafft Leasing finanziellen Spielraum für Forschung und Entwicklung, welcher gemäss Studie auch tatsächlich genutzt wird. Dies fördert gleichzeitig die Agilität. «Unternehmen können auf Innovationszyklen kurzfristiger reagieren und bleiben so stets am Ball bei den technologischen Entwicklungen», sagt Stengel.

Immer mehr Produzenten und Händler nutzen das Leasing zudem als Teil ihres Angebots, indem sie ihren Kunden ihr Angebot zusammen mit einer Finanzierungslösung anbieten. Sofern die genannten Vorteile bei den Schweizer Unternehmen bekannter werden und die Nutzung von Leasing auf ein vergleichbares Niveau wie in relevanten Vergleichsländern wie Deutschland, Frankreich, England oder den Niederlanden gehoben werden kann, ist gemäss Studie in den kommenden zehn Jahren mit einer Steigerung des Bruttoinlandproduktes um 6,5 Milliarden Franken zu rechnen. Das entspricht etwa einem Prozent des ­heutigen Bruttoinlandproduktes. Hüttche betont dazu: «Das ist für die Schweiz ein nicht zu vernachlässigendes Potenzial im hart umstrittenen globalen Wettbewerb. Leasing stärkt nicht nur das Unternehmen, sondern auch den Wirtschaftsstandort Schweiz.»

Digitalisierung als Wachstumstreiber

Mit der Digitalisierung und der Industrie 4.0 bricht eine neue Ära des Leasings an. Dies hat auch der SLV erkannt und seinen Fokus auf vier Trendthemen gerichtet, die er weiter vorantreibt. Eine zusätzliche Chance für Leasinggeber ist die Möglichkeit der Servitization. Dabei ergänzen Hersteller von Sachgütern ihre Produkte zunehmend durch Dienstleistungen, um ein besseres Kundenerlebnis zu bieten und Investitionen zu optimieren. «Leasing kann solche Dienstleistungen, die beispielsweise aus Finanzierung, Wartung, technischem Kundendienst, Ersatzteillieferung und bei Bedarf weiteren Servicebestandteilen bestehen, hervorragend ergänzen», erklärt Stengel.

«Leasing ist für die Schweiz ein nicht zu vernachlässigendes Potenzial im globalen Wettbewerb.»

Die Vernetzung von Anlagen oder Geräten mit dem Internet ermöglicht die Messung der Nutzung eines Produktes oder einer Dienstleistung mit Hilfe eines Sensors. Basierend auf diesen Messungen könnte eine Leistung je nach Nutzung in Zahlung gestellt werden. «Beim Pay-per-Use-Leasing können flexible Leasingraten festgelegt werden, der Kunde hat keine Kapitalbindung», so Stengel. Für eine bessere Nutzung von Ressourcen sorgt das Sharing-Economy-Leasing. Das Internet ermöglicht dabei die geteilte Nutzung von Dingen oder den Zugang zu ungenutzten Ressourcen. Davon profitieren viele Firmen und Plattformen. «Leasing eignet sich bestens zur Finanzierung dieser Ressourcen oder als Ergänzung zu weiteren nachhaltigen Dienstleistungen», sagt Stengel. In diesem Zusammenhang sieht sie auch das Engagement des SLV bei der Bewegung «Circular Economy Switzerland» und dem Verein «Go for Impact». Schliesslich erfreuen sich Abonnements von Produkten oder All-inclusive-Services zu einer festen Monatsrate immer grösserer Beliebtheit. Vor allem Mobilitätsangebote in Form eines Monatsabonnements machen derzeit von sich reden. «Leasing eignet sich gut zur Finanzierung der abonnierten Vermögenswerte», so Stengel.

Rechtliche Absicherung

Der Verband engagiert sich auf politischer Ebene. Dabei legt er seinen Fokus auf die Rechtssicherheit für das Leasing in der Schweiz. «Wir fördern die Weiterentwicklung der diversen neuen Geschäftsmodelle und deren sinnvolle Finanzierung durch Leasing. Dabei ist eine klare rechtliche Grundlage zentral. Denn nur so kann das grosse Potenzial des Leasings in Zusammenhang mit neuen Geschäftsmodellen der Zukunft auch voll ausgeschöpft werden», so Stengel. Corinne Remund

www.leasingverband.ch

DAS MACHT DER Schweizerische Leasingverband SLV Gründungsmitglied bei cardossier

Potenzial des Leasings aufzeigen

Der Schweizerische Leasingverband SLV ist 1978 aus dem Zusammenschluss des Industrie-Leasings und des Auto-Leasing-Verbandes entstanden. Als Hauptaufgabe erachtet der engagierte Verband, der breiten Öffentlichkeit das Potenzial und die positiven Auswirkungen des Leasinggeschäftes für die Schweizer Wirtschaft aufzuzeigen. Der Verband betreibt eine Selbstregulierungsorganisation (SRO/SLV), eine Ombuds­stelle und unterstützt seine Mitglieder bei rechtlichen und politischen Fragen. Der Verband ist mit anderen Verbänden und Organisationen gut vernetzt und vertritt seine Anliegen auf politischer Ebene. Der SLV zählt 33 ordentliche Mitglieder, die in der Schweiz das Leasing von Investi­tions- und Konsumgüter anbieten, und 16 assoziierte Mitglieder, die mit der Leasingbranche verknüpft sind. Gemäss einer Studie der Fachhoch­schule Nordwestschweiz FHNW von 2017 beschäftigt die Branche 2700 Personen.

Gründungsmitglied bei cardossier

Der Schweizerische Leasingverband ist Gründungsmitglied des Vereins cardossier und begleitet und unterstützt dieses innovative und branchenübergreifende Projekt. Namhafte Schweizer Unternehmen, Universitäten und Behörden haben cardossier am 6. März 2019 gegründet. Der Verein entwickelt, orchestriert und betreibt die cardossier-Plattform, die den Lebenszyklus eines Fahrzeuges auf einer Blockchain digital abbildet. Er will sich als Schweizer Standard für den Datenaustausch und die Abwicklung unternehmensübergreifender Prozesse in der Automobilindustrie etablieren und damit Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und Effizienz im Ökosystem und um das Fahrzeug fördern. Die Informationen in cardossier können von verschiedenen Stakeholdern angeboten und genutzt werden, wie etwa von Importeuren, Versicherungen, Garagen und Strassenverkehrs­ämtern.

CR

www.cardossier.ch