Publiziert am: Freitag, 13. Mai 2016

Im Café mit dem Smartphone bezahlen

MOBILE BEZAHLLÖSUNGEN – Einkäufe mit dem Smartphone zu bezahlen, gewinnt in der Schweiz an Beliebtheit. Einfach und schnell für Kunden – für Händler sicherer als Bargeld. Wird das Smartphone das Portemonnaie bald ablösen?

Mit der zunehmenden Digitalisierung verändern sich die Bedürfnisse von Kunden und somit auch ihre Ansprüche an Unternehmen. Im Zuge dieser Veränderungen gewinnen unter anderem mobile Bezahllösungen (Mobile Payment) zunehmend an Boden. Die asiatischen Länder wie zum Beispiel China oder Japan verzeichnen einen regelrechten Boom. In den USA hat Apple Pay für Marktwirkung ­gesorgt, aber auch in Europa gibt es Vorreiter. Etwa die skandinavischen Staaten, die uns bereits zwei Jahre voraus sind. Der Griff zum Smartphone statt zum Portemonnaie ­könnte schon bald auch in der Schweiz zur Regel werden. Denn die Vorteile von mobilen Bezahllösungen liegen auf der Hand: Kunden können Zahlungen mit wenigen Klicks tätigen, das Mitführen von Bargeld erübrigt sich und damit auch der Gang zum Bancomaten. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch schnell und sicher. Doch welche Vorteile bringen mobile Bezahlsysteme vor allem für kleinere Händler mit sich?

Die Entwicklung mitgestalten

Die Vergangenheit zeigt, dass sich das Verhalten der Schweizer Konsumenten bei der Wahl des Zahlungsmittels langsam, aber stetig weg vom Bargeld hin zu alternativen Bezahllösungen bewegt. Forschungsunternehmen gehen davon aus, dass App-basierte Zahlungsverfahren bis 2020 eine hohe bis sehr hohe Bedeutung erlangen werden. Grundsätzlich ist die Schweiz für diese Entwicklung optimal aufgestellt, denn sie verfügt über eine hohe Smartphone-Dichte von 69 Prozent. Umfragen ergaben darüber hinaus, dass 62 Prozent der befragten Personen Mobile Payment nutzen würden. Aber wo kein Angebot, da sind keine Kunden und umgekehrt. Dementsprechend setzen Händler, die schon heute mobile Zahlungsverfahren anbieten, ein Zeichen als Vorreiter, gestalten die Entwicklung aktiv mit und positionieren sich dadurch bei ihren Kunden als innovativ und vorausschauend.

Code und Mobiltelefon

Klar ist, dass das Smartphone das Portemonnaie nicht von heute auf morgen ablöst. Mobile Payment lässt sich einfach parallel zum bestehenden Kassensystem nutzen. Bei Paymit zum Beispiel braucht der Händler weder eine zusätzliche technische Infrastruktur noch ein Bezahlterminal. Was es braucht, ist ein QR-Code (oder eine Händler-App mit einem dynamischen QR-Code) sowie ein Mobiltelefon, auf welchem die Zahlungsbestätigungen per SMS eingehen. Der Besitzer eines Cafés etwa, kann die mobile Bezahllösung rasch einrichten und in wenigen Schritten aktivieren. Nach der Anmeldung erhält er einen QR-Code, den er sichtbar im Kassenbereich platziert. Möchte ein Kunde seinen Kaffee mit dem Smartphone bezahlen, nennt das Personal an der Kasse den Betrag und verweist auf den QR-Code. Diesen scannt der Kunde mit der App, tippt den entsprechenden Betrag ein und bestätigt den Kauf. Mit der Händler App ist der Beitrag gleich im QR-Code integriert. Sobald der Kunde den Kauf bestätigt, erhält das Personal an der Kasse eine Bestätigung per SMS. Der Einkauf wird umgehend dem Händlerkonto gutgeschrieben.

Ohne Münz oder Kreditkarte

Händler, die ihren Kunden alternative Zahlverfahren anbieten, positionieren sich nicht nur als Vorreiter, sondern minimieren gleichzeitig das Bargeldhandling. Sie benötigen deutlich weniger Geld in der Kasse und müssen diese folglich auch weniger leeren. Das Geld kann nicht gestohlen werden und der Kunde braucht kein Bargeld respektive passendes Münz. Dementsprechend eignen sie sich besonders gut als Zahlungsmittel für Lieferservices, aber auch für alle Arten von Kleinhändlern, etwa Hofläden, Marktstände, Boutiquen, Taxis und Kuriere. Sie können aber auch optimal in der Gastronomie oder im Health-&-Beauty-Bereich zum Einsatz kommen. Viele Kunden freuen sich über eine alternative, digitale Bezahlmöglichkeit. In Zukunft wird es darüber hinaus möglich sein, Rabatte und Treueprogramme respektive Mitgliederkarten in die Lösung zu integrieren. Auch für den Online-Handel bringt Mobile Payment Vorteile mit sich. So sollen Online-Einkäufe bald auch ohne Kreditkarte möglich sein. Zwei Gründe mehr, schon heute auf den Zug aufzuspringen.

Simon Zwahlen, Swisscom,

Senior Innovation Manager

Mobile Payment