Publiziert am: Freitag, 27. Mai 2016

Immer den Markt im Auge behalten

RUEDERSÄGE AG – Der Sägereibetrieb und Palettendienstleister im aargauischen Schlossrued zeichnet sich durch eine weitsichtige Unternehmensführung aus. Dabei stehen die Kunden, aber auch die Mitarbeiter und ein moderner Maschinenpark im Zentrum.

Nicht aufgeben, agil bleiben und Neues entdecken – diese Eigenschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch die Unternehmensphilosophie des Sägewerks. Weitsicht brauche es in jeder Branche, ist Geschäftsführer Pascal M. Schneider überzeugt. «Klagen bringt nichts, da wird am falschen Ort Energie investiert. Wir müssen innovativ bleiben, uns nicht verzetteln und immer wieder Neues ausprobieren.» Weitsicht bedeutet für den engagierten Unternehmer auch Umsicht und sich zu orientieren, wie sich der Markt bewegt. «Es ist wichtig, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und immer am Ball zu bleiben. Plötzlich entdeckt man etwas und kann es im Betrieb sinnvoll nutzen», so Schneider. Er hätte viele Projekte, die er noch realisieren möchte. Ob alle dann auch tatsächlich funktionierten, wisse er nicht. «Vorhaben verschwinden oftmals nach einem ersten Begeisterungsschub in der Schublade, dort ruhen sie erstmal und werden dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgenommen und eventuell realisiert», sagt Schneider.

«Wir müssen innovativ bleiben und immer wieder Neues ausprobieren.»

1970 hat sein Vater, der immer noch aktiv im Betrieb tätig ist, die Sägerei übernommen. Schritt für Schritt wurde der Betrieb ausgebaut und modernisiert. 1990 zieht mit Pascal Schneider die zweite Generation in das KMU ein. Diese hat mit der Erweiterung der Produktepalette mit Holzwerkstoffen, der Herstellung von Absperrplatten, der Übernahme eines Palettenproduktionsbetriebes in Strengelbach, dem Bau einer neuen Halle sowie der Installation einer Holztrocknungskammer viel in den Betrieb investiert und ihn marktkonform ausgebaut.

Die zwei Standbeine des Betriebes beinhalten die Verarbeitung von Rundholz sowie die Palettenherstellung (siehe Nebenartikel). Dabei setzt Schneider vor allem auf die Nische. So bietet er Paletten-Recyling und Lösungen für die verschiedensten Verpackungen an. Eine ganz besondere Dienstleistung sind Absperrlatten und Bordbretter, die bedruckt und mit Farbe bearbeitet werden. Ein speziell entwickelter, patentierter wetterfester Schutz soll sie zudem langlebiger machen. «Ein Nischenplayer zu sein, das ist eine unserer Stärken, so bleiben wir mit einem individuellen Angebot auf dem Markt attraktiv», sagt Schneider. Fehlen dürften allerdings nicht die typischen Schweizer KMU-Werte wie eine gute Beratung, Qualität, Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. «Grundsätzlich ist bestimmt der Preis entscheidend, der Kunde ist aber oft doch bereit, etwas mehr auszugeben, wenn er das Produkt bekommt, das ihm selber die Arbeit erleichtert», stellt Schneider fest. Im Palettensegment stammen die Kunden aus allen denkbaren Branchen, beispielsweise Kabelhersteller, Lebensmittelproduzenten, Papier- und Verpackungsindustrie oder Maschinenbau.

Lernende ausbilden

Die Rudersäge AG setzt nicht auf Massenproduktion. Das würde sich laut Schneider angesichts der grossen Konkurrenz aus dem Ausland, wo Paletten von subventionierten Betrieben zu Spottpreisen hergestellt werden, auch gar nicht lohnen. Die Produktion ins Ausland zu verlagern ist für Schneider trotz der hohen Produktionskosten in der Schweiz nie ein Thema: «Mir ist es wichtig, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.» Ebenso wichtig ist ihm, dass seine Produkte «swissmade» sind, davon lebt der Betrieb. Dementsprechend tragen sie die Qualitätsbezeichnung Swiss Label. «Wir verarbeiten in unserer Produktion Schweizer Holz und achten auch auf die nachhaltige Nutzung des Waldes», so Schneider. In der Produktion wird grosser Wert auf die ökologischen Aspekte gelegt. «Die Schonung der Umwelt ist uns wichtig, dementsprechend fördern wir eine umweltverträgliche Produktion», sagt Schneider.

«Mir ist es wichtig, die Arbeitsplätze in der Region zu 
erhalten.»

Von den insgesamt 13 Beschäftigten sind zwei Lernende in den Berufen Holzbearbeiter EBA und Säger EFZ im KMU tätig. Lernende auszubilden sei wichtig für den eigenen Betrieb. «So stellen wir den Nachwuchs sicher.» Damit nähme er aber auch die Verantwortung gegenüber der KMU- Wirtschaft wahr. «Leider ist es manchmal schwierig, die geeigneten Lernenden zu finden. Oft hapert es am schulischen Rucksack», bedauert der dreifache Vater. Eine Herausforderung im KMU-Alltag seien auch die unnötigen Vorschriften, Gesetze, Regeln. «Es ist dringend nötig, dass die Bürokratie heruntergefahren wird. Daraus resultieren Kosten, die nicht sein müssten», fordert Schneider. Für die Zukunft hat der umtriebige Unternehmer noch einige Ideen in petto – verraten will er diese aber nicht. «Wir sind täglich gefordert, haben aber noch viel Potenzial», ist Schneider zuversichtlich.

Corinne Remund

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