Publiziert am: 10.12.2021

IT-Services nach ukrainischer Art

SCHWEIZ-UKRAINE – Ein Kennenlernen mit sechs ukrainischen IT-Flaggschiffen: Die Ukrainian-Swiss Business Association (USBA) organisierte im November die sogenannte IT-Bridge. Es ging an diesem Nachmittag auch darum, wertvolle Kontakte zwischen schweizerischen und ukrainischen Unternehmen zu knüpfen.

Die Angst vor Piraterie und Cyberangriffen ist derzeit allgegenwärtig, IT-Fachleute wehren sich mit Händen und Füssen gegen alle möglichen Angriffe. Auch KMU sind oft überwältigt – wenn nicht gelähmt – ob dem zu tätigenden Aufwand, um sich zu schützen. Von den Kosten ganz zu schweigen. Dabei sind es nicht selten gerade diese neuen Softwares oder Apps, die den berühmten Unterschied ausmachen.

Einige Länder scheinen im Wettlauf der Digitalisierung einen Vorsprung zu haben. Ein Beispiel ist die Ukraine, die in Europa führend im Export von IT-Dienstleistungen ist, mit ihren 200 000 Spezialisten, 4000 aktiven Unternehmen, 110 forschungs- und Entwicklungszentren sowie 20 Clustern. Das Land ist voll von ehemaligen Forschungsinstituten, Spin-offs, die vor 30 Jahren zur Zeit der Unabhängigkeit nach dem Zusammenbruch der UdSSR ins Leben gerufen wurden und sich seitdem zu Schwergewichten entwickelt haben, die internationale Leuchtturmprojekte entwickeln. Viele europäische und amerikanische Unternehmen, aber auch Schweizer Firmen greifen auf das Know-how der ukrainischen Tech-Branche zurück.

Bunter Strauss an IT-Blüten

Wir nahmen an einer Präsentation teil, die von der Ukrainian-Swiss Business Association (USBA) in Zürich unter der Leitung ihres Präsidenten Dmytro Sidenko organisiert wurde. Dieser freute sich darüber, in den Offline-Modus zu wechseln sowie über die Möglichkeiten eines solchen Tages in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Der ukrainische Botschafter in der Schweiz und in Liechtenstein, Artem Rybchenko, erinnerte an die entscheidende Rolle der Regierungen bei der Schaffung von Brücken zwischen den Ländern, ihren Volkswirtschaften und Kulturen. «Wir haben sehr gute Kontakte zur Schweiz und im vergangenen Jahr fanden zahlreiche Austausche und Besuche mit dem Präsidenten der Schweiz und dem Präsidenten des Parlaments statt. Im nächsten Jahr werden wir die Schweizer Behörden in Davos treffen, es wird einen Mini-Ukraine-Gipfel geben und wir werden in Lugano ein Treffen organisieren, um unsere Reformen, unsere Wirtschaft und unsere Kultur vorzustellen.» Letzteres meint die Ukraine Reform Conference vom 4. und 5. Juli 2022.

Ein bunter Strauss von sechs Unternehmen, die im ukrainischen IT-Sektor tätig sind, präsentierten sich einem Publikum, in dem sich Vertreter von Schweizer Unternehmen, Branchenkenner und Investoren tummelten. Aus Sicht der Organisatoren ein Erfolg: «Dies ist die zweite Veranstaltung, die wir in der Schweiz organisieren, um unsere Unternehmen im IT-Sektor zu fördern. Die erste fand im November 2020 online statt, und glücklicherweise können wir uns heute persönlich treffen, was für die Werbung und das Networking von entscheidender Bedeutung ist», erklärte Yev-gen Protsyuk.

Als Organisator der Veranstaltung leitet Protsyuk auch die IT-Kommission: «IT-Bridge ist eine Reihe von Veranstaltungen, die wir in der Schweiz durchführen möchten, um unsere beiden Volkswirtschaften einander näher zu bringen. Wir gruppieren die Unternehmen je nach ihrem Angebot nach Themen – heute geht es um das Treffen mit ‹Ihrem nächsten Dienstleister›. Unsere Idee ist es, unseren Unternehmen Sichtbarkeit und potenzielle Kunden zu verschaffen – gute Kontakte generieren gute Verträge –, indem wir ihnen nach den Präsentationen und während des anschliessenden Aperitifs die Möglichkeit zum Networking und Matchmaking geben.»

Die nächste IT-Bridge findet am 17. und 18. März 2022 statt.

François Othenin-Girard

Die IT-Bridge war die ideale Gelegenheit für Ukrainer und Schweizer Unternehmer, um Kontakte zu knüpfen.Bild: FOG

ÜBER DIE USBA

Die USBA ist ein nichtkommerzieller Verein, der mit der Unterstützung der Botschaft der Ukraine in der Schweizerischen Eidgenossenschaft gegründet wurde, um die Interessen von Schweizer Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen in der Ukraine und ukrainischen Unternehmen in der Schweiz zu unterstützen und zu fördern. Als einziger Verein dieser Art arbeitet die USBA an der Lösung verschiedener Probleme, die auf eine langfristige Partnerschaft und Zusammenarbeit ausgerichtet sind.

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