Publiziert am: 02.07.2021

Kleiner Lastesel mit grosser Power

PIAGGIO PORTER NP6 – Das Werk aus Pontedera (Italien) hat den beliebten Kleinlaster von Grund auf erneuert. Das leichte vierrädrige Nutzfahrzeug konnte nur kurz getestet werden, überzeugte aber als Pritschenwagen mit hinterer Doppelbereifung. Seine Einsatzvielfalt, die grosse Wendigkeit und das neue Triebwerk sind die stärksten Trümpfe.

Piaggio baut Flugzeuge (Avanti), Roller (Vespa), Dreiräder (APE) und einen kleinen Lastwagen. Letzterer heisst Porter und wurde kürzlich völlig neu konzipiert. Als Importeur fungiert die in Safenwil beheimatete Docar AG, ein Betrieb der Emil-Frey-Gruppe.

Der neue Porter trägt die Zusatzbezeichnung NP6 und ist in zwei Basisversionen mit hinterer Einfach- oder Doppelbereifung sowie in zwei Radständen lieferbar. So finden viele Gewerbebetriebe den genau ihren Vorstellungen entsprechenden «Mitarbeiter». Die Version mit Einfachbereifung hat ein breiteres Leiter­rahmenchassis als jene mit Zwillingsreifen. Unser Porter war mit Werksbrücke, dem langen Radstand und vier Rädern an der Hinterachse ausgestattet. Klar, dass sich kommunale und andere öffentliche Dienste, Handwerker wie Gärtner, Sportplatzbauer, Forstdienste, Hauswartungen und Schüttguttransporteure für ihn interessieren. Dies vor allem, wenn sie vornehmlich im städtischen oder stadtnahen Kurzstreckenverkehr im Einsatz sind.

In der zweiplätzigen Kabine ist Platz für zwei Personen in gut konturierten Sitzen vorhanden. Spezielle Ablagen für die Lieferscheine und Kleinkram oder Anschlüsse für den Laptop sind vorhanden. Vor sich hat der Fahrer zwei Rundinstrumente für die Fahrdaten. In der Armaturenbrettmitte befinden sich das DAB-Radio sowie die Drehregler für die Klimaanlage. Das Smartphone kann in eine spezielle Halterung gesteckt und so als Navigationsgerät genutzt werden. Airbags sind vorhanden und ergänzen die Ausstattung, welche unschöne Blechteile vollständig abdeckt.

Gasgeben wörtlich genommen

Vollständig neu entwickelt wurde der Vierzylinder-Reihenmotor mit 16 Ventilen. Der moderne Triebsatz verarbeitet Erd-/Biogas gleichermassen wie Benzin. Die Konstruktion ist dank Zylinderblock und -kopf aus Aluminium leicht geraten und auch besonders wartungsfreundlich. Dies dank zwei oben­liegenden Nockenwellen mit Kettenantrieb. Ein manuelles Fünfganggetriebe leitet die Kraft an die Hinterachse weiter.

Die Werkspritsche mit 40 Zentimeter hohen, abklappbaren Ladewänden ist natürlich nach oben offen. So spielt die Höhe des Transportgutes keine grosse Rolle. Munter krabbelt der Porter durch engste Gässchen. Durch die Nebenabtriebe an Motor und Getriebe lassen sich zusätzlich Geräte mit bis zu 16 kW Leistung betreiben. So kann der Porter im Sommer zur Strassenreinigung und im Winter für die Schneeräumung sowie Salzstreuung herangezogen werden. An 42 Standorten in der Schweiz wird der Kleinlaster mit der grossen Flexibilität feilgeboten und gewartet.

Roland Hofer

www.docar.ch

WISSENSWERTES

Piaggio Porter NP6

Modell: Piaggio Porter NP6

Karosserie: 2 Türen, 2 Plätze, Pritsche

Masse (L × B × H): 4060 bis 4680 × 1642 × 1690 mm

Motor: 4-Zyl., 1498 cm3, Benzin/Gas

Leistung: 77 kW/106 PS 4200/min

Drehmoment: 136 Nm, ab 4500/min

Kraftübertragung: 5-Gang man./Heck

Fahrleistungen: max. 134 km/h, 0–100: keine Angaben

Radstände: 3000 und 3250 mm

Nutzlast: 1605 kg/1335 kg

Garantie ab Werk: keine Angaben

Preis: ab 26354 Franken; Kipper: 28443 Fr.

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