Publiziert am: 18.05.2018

Klub der Kleinen in der Karibik

CARICOM – Klingende Namen in der karibischen Kooperation: 15 Staaten koordinieren ihre Politik
und bilden einen innerkaribischen Binnenmarkt.

Ein gemeinsamer karibischer Markt?

Ja – den gibt es. Die relativ kleinen Inselstaaten in der Karibik bilden die karibische Gemeinschaft Caricom. Einige Länder dieser Gemeinschaft kennen einen gemeinsamen Markt. Eine Subgruppe daraus sogar eine gemeinsame Währung. Doch trotz dieser Anstrengungen bleibt die 
Caricom weitgehend unbekannt.

Klingende Namen

Barbados, Guyana, Jamaika, Trinidad und Tobago, Antigua und Barbuda, Belize, Dominica, Grenada, Montserrat, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Bahamas, Suriname sowie Haiti sind die 15 Mitglieder des 
karibischen Vereins. Die britischen Überseegebiete in der Region, beispielsweise Bahamas, sind assoziiert.

Ziel der Caricom ist die Koordination der Aussenpolitik sowie die Kooperation in den Bereichen Gesundheit und Soziales, Bildung, Kultur und Sport sowie Wissenschaft und Technik. Das funktioniert aber nicht wirklich. Was eher klappt: Zur wirtschaftlichen Integration wurde der Gemeinsame Karibische Markt geschaffen. Er bildet eine Zollunion mit einem einheitlichen Aussenzolltarif. Es gibt also einen innerkaribischen Binnenmarkt. Dieser ist viel integrierter als beispielsweise seine Pendants im Mercosur (vgl. Seite 5) oder in der Andengemeinschaft (vgl. Haupttext auf dieser Seite).

Neben dem gemeinsamen karibischen Pass, den 12 von 15 Mitgliederländer einsetzen, hat die Caricom auch noch einen einheitlichen Personalausweis. Das sollte den freien Personenverkehr zwischen den 
Ländern stärken. Bei der Hälfte der Mitglieder ist die gemeinsame 
Währung, der Ostkaribische Dollar, offizielles Zahlungsmittel. Sein Wechselkurs ist seit Jahrzehnten im Verhältnis 2,7:1 fix an den US-Dollar gebunden.

Ein kleiner Klub

Mit knapp 0,5 Millionen Quadrat­kilometern Fläche und etwa 17 Millionen Einwohnern ist die Caricom ein kleiner Klub. Die meisten Staaten gelten als Entwicklungsländer mit niedrigem Einkommen. Einige weisen dagegen eher Eigenschaften eines Schwellenlands auf. Die «Schwergewichte» der regionalen Wertschöpfung sind Trinidad und Tobago, das gut 32 Prozent des Bruttoregionalprodukts leistet und Jamaika mit knapp 16 Prozent.

Der ganzen Region gemein ist ihre koloniale Vergangenheit durch europäische Eroberer, allen voran Grossbritannien und Frankreich, aber auch durch die Niederlande. So ist eine kulturelle Besonderheit das aus Vermischung westeuropäischer mit einheimischen Sprachen hervorgegangene Kreolische, das in Haiti mit Haitianisch und auf weiteren Inselstaaten noch vereinzelt angewandt wird.

Britischer Einflussbereich

Heute befinden sich fast alle Mitgliedstaaten in direktem oder indirektem britischen Einflussbereich, indem die meisten von ihnen als Commonwealth Realm organisiert sind. Entsprechend sind Grossbritannien, die USA, Venezuela und Mexiko die grössten Handelspartner der Caricom.

Sc