Publiziert am: Freitag, 18. September 2015

KMU-Wirtschaft hegen und pflegen

WAHLEN 2015 – Die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger will sich in einer dritten Amtsperiode neben einer vernünftigen Verkehrspolitik für weniger «Staat» und mehr Wirtschaft einsetzen und damit KMU und Gewerbe stärken.

Die Schöftler Unternehmerin Sylvia Flückiger hat sich in den letzten zwei Amtsperioden als Aargauer Nationalrätin immer wieder für die Anliegen des Gewerbes und der KMU eingesetzt. Dies hat sie sich auch für vier weitere Jahre im Parlament auf die Fahne geschrieben: «Ich setze mich dafür ein, dass unsere Schweiz für uns und unsere Nachkommen auch in Zukunft noch ein Zuhause ist. Dazu gehört die Stärkung des Mittelstandes, der KMU und des Gewerbes, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben.» Anlässlich eines Besuches der Firma Bachmann Transport AG aus dem aargauischen Kölliken demonstriert die engagierte SVP-Frau aus der Nachbargemeinde Schöftland, wo Handlungsbedarf an der Basis ist. «Die Bachmann Transport AG ist ein typisches KMU, welches als Transportunternehmen immer wieder administrativ wie auch verkehrstechnisch herausgefordert wird», so 
Flückiger.

«Die öffentliche Hand muss DIE Betriebe 
dringend entlasten.»

Ein grosses Thema für den Familienbetrieb sind staatliche Auflagen und Reglementierung sowie neue Abgaben und Steuern. «Nebst dem Tagesgeschäft ist die administrative Belastung gross. Wir verbringen weit über 200 Stunden damit. Allein die LSV-Abgaben bringen mit Ablesen, Rechnungen überprüfen, Statistiken ausfüllen etc. einen grossen bürokratischen Aufwand mit sich», erklärt Philipp Bachmann, Inhaber der Bachmann Transport AG. Es gäbe immer mehr Auflagen. Er hoffe, dass das Parlament respektive der Bundesrat endlich ein offenes Ohr dafür habe und auf eine nicht notwendige Bürokratie verzichte. «Es liegen viele parlamentarische Vorstösse der bürgerlichen Parteien dazu vor. Leider geht es kaum vorwärts», bemerkt Flückiger. Das sgv-Vorstandsmitglied will in Bundesbern vehement gegen das Bürokratiemonster sowie neue Abgaben vorgehen. «Die KMU können keine neuen Steuern und Abgaben mehr tragen. Sie müssen diese finanziellen Belastungen weitergeben, die Folgen davon sind negative Auswirkungen für den gesamten Wirtschaftsstandort Schweiz», bringt es Flückiger auf den Punkt. «Das wäre Gift in der aktuellen ohnehin schon schwierigen und unsicheren wirtschaftlichen Lage.»

Unter demselben Kapitel läuft auch die Nachfolgeregelung von KMU. Dies sei ein langfristiger Prozess, der früh «an die Hand» genommen und geplant werden müsse. «Steuerliche Belastungen führen aber oftmals dazu, dass ein KMU-Unternehmen nur erschwert der nächsten Generation übergeben und weitergeführt werden kann. Häufig sind die Belastungen so hoch, dass einzelne Bereiche oder sogar das ganze Unternehmen an einen Dritten veräussert werden muss», sagt Bachmann.

«Eine gut funktionierende Wirtschaft braucht ein gut ausgebautes Verkehrsnetz.»

Für Flückiger indessen ist klar, dass der Bund KMU die Nachfolge finanziell erleichtern sollte: «Der Bundesrat unterstützt Start-ups, viele von ihnen geben nach wenigen Jahren auf. Er kümmert sich zu wenig um die ansässigen Firmen. Es wäre wünschenswert, einen Teil dieses Engagements in die Richtung der Nachfolgeregelung fliessen zu lassen.»

International unter starkem 
Konkurrenzdruck

Im Zusammenhang mit dem Frankenschock sei bei etlichen KMU nun das Mass voll. Dies bestätigt auch Bachmann, der zu 30 Prozent im internationalen Transportgeschäft tätig ist. «Gerade in diesem Geschäftsbereich stehen wir unter enormem Konkurrenzdruck ausländischer Mitbewerber. Wir mussten die Transportpreise deshalb neu verhandeln und anpassen. Dies hatte zum Teil einen Rückgang des Auftragsvolumens in diesem Bereich zur Folge», betont der Fuhrhalter. «Das Gewerbe erwartet hier zu Recht, dass der Bund reagiert und die Betriebe durch die öffentliche Hand entlastet werden. Ansonsten verlieren wir zu viele Aufträge ins Ausland», so Flückiger.

Für heisse Köpfe sorgt in der Transportbranche auch der zunehmend stockende Verkehr. Gerade im Hinblick auf die Milchkuh-Initiative meint Bachmann: «Wir bezahlen jährlich rund 1,7 Millionen Franken LSVA-Abgabe, dies nebst vielen weiteren steuerlichen Belastungen. Es darf und kann nicht sein, dass diese Einnahmen zweckentfremdet und anderweitig eingesetzt werden.» Und Flückiger doppelt nach: «Wollen wir auch in Zukunft eine funktionierende Wirtschaft, so müssen diese Einnahmen zu 100 Prozent für den Unterhalt und den Ausbau des Strassennetzes eingesetzt werden.» Der Verkehr hätte in den letzten Jahren überproportional zugelegt und ein Mass angenommen, welches die Fahrzeiten fast nicht mehr berechenbar mache. «Stauzeiten müssen bei der Tourenplanung einkalkuliert und berücksichtigt werden», so der Patron und Flückiger ergänzt: «Ein Kostenfaktor, welcher für den Wirtschaftsstandort Schweiz negative Folgen hat.» Beide sind sich einig, dass der Bau einer 2. Gotthard-Röhre unabdingbar ist, «wenn wir auch in Zukunft eine nachhaltig sichere Verbindung in den Süden wollen».

Energie in gutem 
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein wichtiges Schlagwort der KMU- Wirtschaft ist auch die Energie. Gemäss Bachmann würde sein Unternehmen neue Treibstoffabgaben mit den jetzigen Margen kaum verkraften. «Wir würden die Aufschläge an die Kunden weitergeben. Daraus ergibt sich ein allgemeiner Rückgang des Transportvolumens mit negativen Auswirkungen für das heimische Transport- und Logistikgewerbe», so Bachmann. «Viele KMU würde es so ergehen. Sie müssten sich allenfalls sogar überlegen, ihren Standort ins Ausland zu verlegen», gibt Flückiger zu bedenken. Und die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes konkretisiert im Hinblick auf die Energiestrategie 2050: «Die Kosten der Energiestrategie bewegen sich zwischen 150 bis 200 Milliarden Franken. Pro Kopf heisst das jährlich 750 Franken. Das verunsichert die Konsumenten. Deshalb braucht es auch hier eine realistische Betrachtungsweise. Es gibt nach wie vor viel zu tun, damit der Werkplatz Schweiz auch für die Zukunft gesichert werden kann.»Corinne Remund

SYLVIA FLÜCKIGER

Im Gewerbe 
stark verwurzelt

Sylvia Flückiger ist Mitinhaberin der Flückiger Holz AG in Schöftland. Sie führt den Betrieb zusammen mit ihrem Mann. Als Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbandes, sgv-Vorstandsmitglied und Vorstandsmitglied SWISS LABEL ist sie fest im Gewerbe verwurzelt. Die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen hat als ehemalige Aargauer Grossrätin und seit 2007 Nationalrätin bereits viel Erfahrung im Schweizer Polithaushalt gesammelt. Als Präsidentin von Lignum ist sie auch der Holzbranche sehr verbunden.

BACHMANN Kölliken AG

Partner für Schüttgutlogistik

Seit über 40 Jahren ist die Bachmann Kölliken AG national und international auf den Transport von hochwertigem Schüttgut spezialisiert. Zu 80 Prozent werden Lebensmittelrohstoffe für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie und zu 20 Prozent andere Produkte transportiert. Philipp Bachmann führt das KMU in der 3. Generation. Sein Fahrzeugpark umfasst 34 Zugfahrzeuge und 50 Auflieger. Das Unternehmen beschäftigt 50 Mitarbeiter und bildet drei Lernende aus. An verkehrstechnisch bester Lage wurde gerade eben der Neubau im Kölliker Hardfeld eröffnet. Dabei wurden rund 15 Millionen Franken in die moderne, effiziente Infrastruktur investiert.