Publiziert am: Freitag, 2. Juni 2017

Motivierter und einfacher lernen

DIGITALES LERNEN – Neue innovative Lernmethoden erleichtern den Einstieg ins Berufsleben oder bieten Unterstützung auf der Karriereleiter. Allerdings sind noch nicht alle KMU vertraut mit E-Learning & Co und haben diesbezüglich noch einiges aufzuholen.

Heute manifestiert sich die Digitalisierung in allen Sektoren der Wirtschaft. Sie eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten, sondern verändert auch die Anforderungen an unsere Kompetenzen. Um die digitale Welt aktiv mitgestalten zu können, braucht es entsprechende Lernangebote. Parallel dazu ist auch die Weiterbildung von der Digitalisierung 
betroffen. Wenn es darum geht, neue Arten von Lernmethoden zu kreieren und das virtuelle Klassenzimmer entsprechend auszurüsten, dann kommt die Innovation ins Spiel: Zeit- und ortsunabhängige Studienoptionen wie Apps, Online-Kurse oder E-Learning-Plattformen ergänzen herkömmliche Methoden. Allerdings sind sie hierzulande längst nicht überall Standard. «Das Unternehmensumfeld ist noch nicht so weit. Viele Unternehmen bauen derzeit zentrale Aus- und Weiterbildungsplattformen auf und optimieren diese», betont Martin Studer.

Als Geschäftsmitglied bei der studer + raimann ag in Burgdorf ist er auf neue Lernmethoden spezialisiert. Vor allem grössere Unternehmungen führen zentrale Lernplattformen ein. «KMU sind auf die Einführung von zentralen Lernumgebungen beim entsprechenden Berufsverband angewiesen. Kleinere Unternehmungen haben bezüglich Optimierung ihrer Weiterbildung noch einen weiten Weg vor sich», so Studer. Die Einführung von E-Learning-Lösungen führt dazu, dass viele Firmen Prozesse rund um Aus- und Weiterbildung diskutieren und überarbeiten. «Für viele Unternehmen bekommt die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden nach der Einführung einer E-Learning-Lösung einen anderen Stellenwert. Sie verfolgen dann klarere Ziele», weiss Studer.

Hürde für das Lernen abbauen

Mit den neuen digitalen Lernmethoden werden die Hürden für das Lernen abgebaut. Dazu Studer: «Lernende können in der realen Welt auf ihrem Handy, unterstützt durch GPS und der Handykamera, Objekte 
ausmachen, für welche es zusätzliche Lernmaterialien gibt. Diese können direkt abgerufen und genutzt werden.» Durch diesen besseren Zugang zu den Lernmaterialien sei die Motivation grösser, sich aktiv weiterzubilden. Die häufigsten Innovationen bezüglich der neuen digitalen Lernmethoden finden gemäss Studer im Hochschulumfeld statt. «Hier unterstützen wir die Hochschulen bei der Software-Entwicklung. In einem zweiten Schritt bringen wir diese Open-Source-Lösungen ins Unternehmensumfeld», sagt Studer. Nebst E-Learning, speziellen Apps und den digitalen Lernmitteln auf dem Natel nehmen künftig kleinere «Erklärvideos» einen immer wichtigeren Stellenwert ein. «Besonders innovativ daran ist, dass Mitarbeitende diese selbst unkompliziert produzieren können», stellt Studer fest.

Revolutionäre Lernmethode
im SIU

Digitale Lernmethoden sind auch für das Schweizerische Institut für Unternehmerschulung SIU ein grosses Thema: Vor zwei Jahren führte das SIU für die Lehrgänge «KMU Unternehmerschule» das «SIU Business Game» ein. «Bei diesem Brettspiel simulieren die Studenten im Team den Aufbau eines Produktions- und Handelsbetriebs und versuchen diesen innert fünf Geschäftsjahren zu etablieren», erklärt Urs Häusermann, Leiter Bildungsberatung & Kommunikation beim SIU. Im SIU gehört es zum Alltag, dass Referenten und Studierende auf dem Extranet gegenseitig Informationen austauschen. Ganz neu bietet das SIU in diesem Jahr bei den Lehrgängen «Elektroprojektleiter/-in» und «Techniker/-in HF Elektrotechnik» das einzigartige Unterrichtsmodell «highvoltage-learning®» an. Diese revolutionäre Lernmethode verknüpft auf ideale Weise die bisherigen Lernformen von physischem Präsenzunterricht und einem Fernstudium», so Häusermann.

Corinne Remund

AMAG APP

«AMAG Lehrstellen Navi»

Mit der App «AMAG Lehrstellen Navi» lässt sich durch eine virtuelle Welt der AMAG navigieren. In verschiedenen Berufsgebäuden stösst man auf die AMAG Ausbildungsberufe, welche man so auf spielerische Art entdecken kann. Alle zwölf bei der AMAG möglichen Berufsausbildungen werden in der App vorgestellt. «Bei der Entwicklung haben einige der über 700 Lernende der AMAG mitgewirkt, welche so Erfahrung in der Programmierung oder auch bei der Vermarktung einer App sammeln konnten», erklärt Roswitha Brunner, PR-Managerin bei der AMAG. KV-Lernende kreierten die drei Hilfs-
Avatare der App oder es werden bei den Spieldialogen Inputs für Sprache und Klischees aus der Autowelt von den Lernenden verwendet. «Auf diese Weise ist es möglich, spielerisch und auf Augenhöhe mit den Jugendlichen über die Berufsbilder zu sprechen», so Brunner.