Publiziert am: 23.03.2018

Nachfolge ohne Stolpersteine

HELPY – Im Aarehof Wildegg/AG hat der erste Nachfolgekongress stattgefunden. Sechs Experten veranschaulichten den Anwesenden, wie sie die grössten Klippen im Nachfolgeprozess umgehen können.

«74 744». So viele Unternehmungen sehen sich – laut einer Studie von Bisnode D&B – in den nächsten fünf Jahren mit der Nachfolge konfrontiert. Wenn die Firmenübergabe scheitert, droht die Liquidation. Die Folgen sind Verluste von Arbeits­plätzen, Know-how, Kapital und Steuereinnahmen, betonen die Studienautoren. Diese schlussfolgern abschliessend, dass eine erfolgreiche Firmenübergabe von grösstem volkswirtschaftlichem Interesse ist.

Weil die Nachfolgeregelung so wichtig ist, veranstaltete die Stiftung KMU, im Namen ihrer Expertenplattform helpy, einen Nachfolgekongress in Wildegg. Ziel war es, den anwesenden Unternehmern zu zeigen, was sie für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe berücksichtigen müssen.

«Experten-Speeddating»

Sechs Experten aus den Gebieten Firmenverkauf, Vertrags- und Markenrecht, Unternehmens- und Personalentwicklung, Nachfolgelösung, Marketing, Kommunikation, Webdesign und Finanzierung ohne Banken standen den Besuchern für erste Informationen beratend zur Seite.

Damit die Anwesenden in einem persönlichen Rahmen mit den Experten in Kontakt treten konnten, war der Anlass wie ein Speeddating aufgezogen: Alle Teilnehmenden wurden in Fünfergruppen auf eine Rundreise von Experte zu Experte geschickt. Diese schilderten mit bunten Illustrationen und spannenden Fällen, wie die grössten Klippen im Nachfolgeprozess umschifft werden können. Beispielsweise berichtete Markus Guldimann, dass die Berücksichtigung der emotionalen Aspekte unerlässlich ist. Er schilderte den Anwesenden den Fall eines Firmeninhabers, der die Unternehmensübergabe in letzter Minute stoppte. Er konnte sich selber die Frage: «Was mache ich nach der Firmenübergabe mit meinem Alltag?» nicht beantworten. Guldimann erklärte, dass die Weitergabe der eigenen Unternehmung vergleichbar mit dem «Abnabelungsprozess» vom eigenen Kind ist. In die gleiche Kerbe schlug Jörg Sennrich: «Die wohl grösste Hürde eines abtretenden Unternehmers liegt bei sich selber. Loslassen heisst das Schlagwort.»

Am Ende des «Experten-Speed­datings» wurde klar, dass die Nachfolgeregelung ein komplexer Prozess ist, der einer ganzheitlichen Planung bedarf. Fachexperten können dabei eine wichtige Stütze sein.

Lara Meister

HELPY

Expertenwissen für KMU

helpy ist eine vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv und der Stiftung KMU gegründete Expertenplattform. Diese steht KMU-Unternehmerinnen und -Unternehmern in allen Geschäftsbereichen kostenlos für eine erste Beratung zur Verfügung. Der Expertenpool besteht aus über 30 unabhängigen Fachleuten aus allen KMU-relevanten Bereichen.