Publiziert am: Freitag, 18. November 2016

Nein zum Energie - Chaos

ÜBERHASTETER ATOMAUSSTIEG – Für die KMU-Wirtschaft haben ein stabiles Stromnetz und 
günstige Energiepreise hohe Priorität. Deshalb: Nein am 27. November zur Ausstiegsinitiative.

Radikale linksgrüne Kreise verlangen mit ihrer Ausstiegsinitiative eine vorzeitige Abschaltung aller Schweizer Kernkraftwerke. Diese liefern 40 Prozent der inländischen Stromproduktion. Bereits 2017 müssten die ersten drei Werke vom Netz genommen werden. Bundesrat, Parlament, alle bürgerlichen Parteien, die Kantone und die Schweizer Wirtschaft lehnen die Initiative deutlich ab. Mit der Energiestrategie 2050 wurde ein Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dazu Energieministerin Doris Leuthard: «Die Initiative weckt falsche Hoffnungen und schafft grosse Probleme.»

Auch die KMU-Wirtschaft wehrt sich vehement gegen dieses energiepolitische Chaos. Ihre drei Hauptargumente gegen den überhasteten Atomausstieg sind: zu wenig Versorgungssicherheit, steigende Auslandsabhängigkeit sowie Milliarden­kosten. «Es ist völlig illusorisch, innert nur eines Jahres die benötigten gewaltigen Produktionskapazitäten aus dem Boden stampfen zu können», gibt Beat Huber, Präsident des Schweizerischen Verbands für Umwelttechnik SVUT, zu bedenken. «Heute dauert es Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, bis neue Wasserkraftwerke und Windturbinen ans Netz gehen.»

Verheerende Stromausfälle

Die kopflose Sofortabschaltung würde allfällige Netzüberlastungen provozieren und zu Stromausfällen oder Blackouts führen. Diese hätten für die KMU-Wirtschaft verheerende Auswirkungen. Dies zeigt eindrücklich das Beispiel der Fleisch­wirtschaft. «Qualität in der Fleischwirtschaft ist engstens verknüpft mit einer ständigen kühlen Lagerung der Ware. Stromausfälle haben verheerende Folgen in Schlachthäusern und in den Warenbeständen bei einzelnen Metzgern und Händlern», betont Louis Junod, Vizepräsident des Schweizer Fleisch-Fachverbandes SFF. Und SFF-Direktor Ruedi Hadorn doppelt nach: «Strom-Blackouts, wie sie bei einem übereilten Atomausstieg leider absehbar sind, kann sich unsere Branche nicht leisten.»

Strompreise explodieren

Für sgv-Präsident und Unternehmer Jean-François Rime ist klar: Die Atomausstiegs­initiative wird die Karten auf dem Strommarkt neu mischen. «Wenn wir selbst­verschuldet eine Stromlücke provozieren, werden die Preise der Energie sprunghaft ansteigen. Das wird sehr teuer.» Teuer kann es auch für Bund und Steuerzahlende werden, denn die Initiative birgt finanzielle Risiken. So sind gemäss Energie­ministerin Leuthard Entschädigungsklagen der Betreiber für Investitionen, die sie im Vertrauen auf das geltende Recht mit unbefristeter Betriebsbewilligung getätigt haben, absehbar.

Vom Ausland abhängig

Mit der Ausstiegsinitiative würde aus den Schweizer Steckdosen bereits ab 2017 Kohlestrom aus Deutschland oder Atomstrom aus Frankreich flies-sen. «Den Stromimport aus fossilen Quellen als Alternative zu nehmen ist kurzsichtig und macht die Schweiz stärker vom Ausland abhängig», bringt es Nationalrat und sgv- Direktor Hans-Ulrich Bigler auf den Punkt. Die Ausstiegsinitiative ist eine Kurzschlusshandlung, deshalb: NEIN zum überhasteten Atomausstieg. CR