Publiziert am: 09.03.2018

Nicht Schutz, sondern Chancen

ÄLTERE ARBEITNEHMENDE – Wer über 50 Jahre alt ist und eine neue Arbeitsstelle sucht, steht vor einer grossen Herausforderung. Wichtig ist, nicht in eine Opferrolle zu geraten. SAVE 50Plus Schweiz engagiert sich für einen altersneutralen Arbeitsmarkt.

Rezepte, wie man über 50-Jährigen, die ihre Arbeit verloren haben, bei der Suche nach einer neuen Stelle behilflich sein oder sie gar vor dem Verlust ihres Arbeits­platzes schützen kann, gibt es verschiedene. Das Spektrum reicht von Kündigungs­schutzmassnahmen, dem Ausbau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung oder einer «dauerhaften» Aufnahme in die Arbeitslosenkasse, so dass für über 50-jährige Arbeitslose eine Aussteuerung nicht mehr möglich sein soll, bis zu Qualifikations­massnahmen und professioneller Vermittlung.

SAVE 50Plus hilft weiter

Einen neuen und erfolgreichen Ansatz verfolgt der Verband SAVE 50Plus Schweiz. Der Interessenvertreter der Generation 50+ ist keine Stellenvermittlung, pflegt aber Kontakte mit Personaldienstleistern und hat mit seinen persönlichen Kontakten, Kooperationspartnern und Mentoren ein starkes, auf erfahrene Fachkräfte fokussiertes Netzwerk. Ziel ist es, mit eigenen alternativen arbeitsmarktlichen Massnahmen (AAM) das Potenzial der Generation 50+ direkt an den Tisch mit innovativen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik zu bringen. Die Stärke des Verbandes liegt in der sofortigen kompetenten Verfügbarkeit. Direktbetroffene müssen bei der Stellenfindung vom Gefühl der Macht­losigkeit befreit werden. SAVE 50Plus Schweiz kann konkrete Lösungswege aufzeigen und weiterhelfen.

Expansion dank Erfolgen

Der 2013 gegründete Verband zählt heute in sieben Regionalverbänden 1600 registrierte Mitglieder, verteilt in allen Kantonen der Schweiz, mehr als 60 Firmenmitglieder, über 30 Personalberatungsunternehmen, mehr als 30 Kooperationspartner, Kooperationen mit ausländischen Kompetenzzentren und das eigene Selbstintegrationsprogramm «My Way 50Plus – Integratives Selbst­marketing».

«KLIENTINNEN UND KLIENTEN LERNEN DEN EIGENEN MARKTWERT KENNEN.»

Die Erfolgsquote lässt sich sehen. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2017 haben 72 Prozent der teilnehmenden Personen innerhalb von sechs Monaten eine neue Anstellung gefunden. Sechs zuweisende Kantone (RAV/Sozialdienst) nehmen die Dienste von SAVE 50Plus Schweiz mittlerweile in Anspruch. Eine Expansion in weitere Kantone ist geplant.

Eigenverantwortung und
besseres Selbstwertgefühl

Schulung über den aktuellen Arbeitsmarkt ist wichtig. Mit dem «50Plus-Selbstintegrationsprogramm» durchlaufen Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb von vier Wochen intensive Fachseminare, die sie befähigen, mit selbst ausgewählten, potenziellen Arbeitgebern in direkten Kontakt zu treten. In sechs Modulen lernen Betroffene den Arbeitsmarkt kennen, erkennen neue Perspektiven und arbeiten sich – professionell begleitet und pragmatisch – an erreichbare Ziele heran. Die Klientinnen und Klienten lernen den eigenen Marktwert kennen und sich wie ein Dienstleister zu verhalten, der seine Kompetenzen in den Markt tragen will. Eigenverantwortung, Selbstwertgefühl und das qualitative Netzwerk werden gefördert.

Dieter Kläy, Ressortleiter sgv

POSITION DES SGV

Kündigungsschutz: Bumerang statt Lösung

Von der Linken propagierte «Lösungen» für das Ü50-Problem – Arbeits­markt­regulierungen, wie z. B. ein Kündigungsschutz ab einem gewissen Alter oder Ausbauleistungen in der Arbeitslosenkasse – lehnt der Schweizerische Gewerbeverband sgv entschieden ab. «Ein genereller Kündigungsschutz stigmatisiert die betroffene Altersklasse nicht nur», sagt sgv-Direktor und Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, «sondern kann dazu führen, dass eine Unternehmung erst recht keine älteren Stellensuchenden mehr einstellt, weil sie fürchtet, sich bei einem Fehlentscheid nicht mehr von der betroffenen Person trennen zu können.» Denn die Folge verfehlter Lösungsansätze ist klar: Der Kündigungsschutz verhindert eine Neuanstellung – und wird damit zum Bumerang für eine ganze Altersklasse.

Kl