Publiziert am: 20.02.2015

Ohne Plastik geht kaum mehr etwas

KUNSTSTOFFE – Sie sind aus vielen Alltagsprodukten nicht wegzudenken. Die Branche bietet 
in der Schweiz über 30 000 Menschen Arbeit.

Sei es im Gebäude, in der Uhr; sei es beim Arzt oder bei der Beleuchtung: Kunststoff begegnet einem überall. Trotz dieser allseitigen Präsenz ist die Kunststoffbranche in der Schweiz weitgehend unbekannt. Zu Unrecht, denn sie gehört zu den innovativsten und am stärksten exportorientierten Branchen im Land.

Stark wachsende Exportbranche

Zahlen sind immer trocken, doch sie eignen sich für Übersichten. Im Jahr 2014 beschäftigte die Kunststoffbranche in der Schweiz um die 31 500 Personen, vor allem in den Kantonen Aargau, Zürich, St. Gallen und Thurgau. In der französischsprachigen Schweiz ist sie am stärksten in der Waadt vertreten.

«Die Branche setzt auf Expansion –
insbesondere nach China und in die USA.»

Der Gesamtumsatz der Branche betrug im gleichen Jahr 14,6 Milliarden Franken; die Wertschöpfung, d.h. Umsatz abzüglich Vorleistungen, über 4 Milliarden. Etwa die Hälfte der Wertschöpfung findet im Export statt; und dieser wächst stetig. Alleine im Jahr 2014 betrug das Exportwachstum im Vergleich zum Vorjahr 9 Prozent. Damit war die Kunststoffbranche die am stärksten wachsende Exportbranche in der Schweiz.

Stark EU-orientiert

Der Schweizer Aussenhandel ist immer noch stark EU-orientiert. Kunststoffexporte bilden dies ab: Um die 40 Prozent dieser Exporte gehen nach Deutschland. Und wenn die Branche Marktanteile in der EU verliert – was momentan der Fall ist –, spüren die Betriebe dies unmittelbar. Doch die Branche hat dies erkannt und setzt deshalb auf Expansion nach Asien, insbesondere China, und den USA. Mit der Erweiterung der Märkte kommt auch die Diversifikation der Produkte.

Kunststoff wird oft indirekt angewendet und exportiert, d.h. als Teil eines anderen Produkts. Man denke dabei nur an die Swatch-Uhr. Mengenmäs­sig besteht sie hauptsächlich aus Kunststoff. Ein anderes Beispiel sind Mobiltelefone. Plastik macht mehr als die Hälfte des Geräts aus. Also besteht das Entwicklungspotenzial in der Identifikation von anderen Wachstumsbranchen.

Megatrend Urbanisierung

Das bedeutet im Einzelnen: Die Branche setzt auf Qualität, um in neuen Märkten hochwertig Fuss zu fassen und zu bestehen. Gerade in Asien und China wird die Urbanisierung ein wichtiger Megatrend sein. Das generiert automatisch die Nachfrage nach Bauelementen, Elektronik und Präzisionsinstrumenten.

In den USA stehen Themen wie Medizinaltechnik, Telekommunikation, Unterhaltung und Elektronik im Vordergrund. Aber selbst im europäischen Markt setzt die Branche auf weitere Innovationen, insbesondere in der Pharma, bei den Präzisionsinstrumenten und in der Elektronik.

Details im Innovationsbericht

Um sich zu positionieren und den Unternehmen in der Branche eine strategische Entscheidhilfe zu geben, veröffentlichte die Messe Luzern zusammen mit dem Verband swissplastics einen Innovationsbericht. Der «Innovation Report» geht sehr detailliert auf die Wertflüsse, volkswirtschaftliche Bedeutung und Innovationstreiber ein. Vor allem zeigt der Bericht in vielen Beispielen auf, wie Innovation, Diversifikation und Markterschliessung gelingt.Sc

Info: Der «Innovation Report 2015» (gedruckt auf Kunststoff) kann bezogen werden bei: rene.ziswiler@messeluzern.ch