Publiziert am: Freitag, 10. April 2015

Pleiten, Pech und Pannen

SRF-SENDUNGEN – Die neue Billag-Mediensteuer sorgt für grossen Unmut: Die Bevölkerung hat die Nase voll und will für das absurde, fragwürdige TV-Angebot nicht noch mehr bezahlen.

Egal, ob jemand ein Empfangsgerät besitzt oder nicht oder ob jemand die Programme von Schweizer Radio und Fernsehen SRF will und braucht: Bezahlen müssen wir alle. Bereits heute sind die Billag-Gebühren mit 
462 Franken pro Jahr und Haushalt extrem hoch. In den letzten 25 Jahren sind sie von 279 Franken um unglaubliche 65 Prozent gestiegen. Das ist europaweit der höchste Betrag. Am 14. Juni haben die Schweizer Stimmberechtigten die Chance, dieser Abzocke ein Ende zu setzen. Denn die Bevölkerung hat die Nase voll: «Abschaffen sollte man diese Gebühren», erklärt ein Berner Rentner. Dieser Meinung ist auch Lea Nydegger (19), Detailhandelsangestellte aus Bern: «Ich fühle mich bereits heute durch die Billag-Gebühren abgezockt. Wir bezahlen so viele Steuern. Und jetzt sollen sie noch mehr steigen? Das finde ich einfach ungerecht!» Steigt die Kostenkurve exponentiell analog der letzten 25 Jahre weiter an, sind 1000 Franken pro Jahr und Haushalt in Kürze Realität. Der Bundesrat erhält mit der neuen RTVG-Revision die alleinige Kompetenz, die neue Billag-Mediensteuer zu erhöhen, ohne dass das Volk oder Parlament das Veto einlegen kann.

«Service public» geht anders

Die TV-Chefs begründen die horrenden Kosten mit dem Service public. In letzter Zeit brilliert SRF jedoch nicht gerade mit Topleistungen: «Samschtigjass» aus einem Puff, die missglückte Sendung Schawinski/Thiel, Bastelstunden zur «Prime time», der Namensstreit mit der Swiss Retail Federation (SRF) oder Botox-Werbungen mit 20-Jährigen sind nur einige Beispiele, die beweisen, wie absurd die Angebote des Staatssenders inzwischen sind. Auch der Berner Student Simon Stämpfli (23) ärgert sich über diesen angeblichen Service public: «Das TV-Angebot ist schwach.»

Nicht nur das – der Unterhaltungschef des SRF, Christoph Gebel, verurteilte die Swissness als «Teufelszeug». Er fordert, dass die Schweiz im Schweizer Fernsehen nicht mehr so präsent sein solle. Angeblich soll die Neuausrichtung des SRF dazu dienen, der deutschen Konkurrenz die Stirn zu bieten. Im heutigen Programm habe es «definitiv zu viele Kühe und Alpen». Sendungen wie «SRF bi de Lüt» geraten damit auf den Prüfstand. Als positive Beispiele nennt Gebel die Castingshow «The Voice of Switzerland» sowie die beiden Doku-Soaps «Jobtausch» und «Verkehrte Welt», in denen Schweizer für kurze Zeit ins Ausland gehen und im Gegenzug Ausländer in die Schweiz kommen. All das ist für SRF offenbar «Service public»...

Blick-Leserin Rosa Rot kommentiert dies folgendermassen: «Die guten Sendungen, von denen nur noch ganz wenige vorhanden sind, sollen gegen ‹Fremdschäm›-Formate ausgetauscht werden. Super Entwicklung. Dann fehlen ja nur noch die peinlichen Nachmittag-Talkshows und Richter-Sendungen mit den Möchtegern-Schauspielern! Bringt doch einfach mehr und bessere Filme oder Informationsformate!» Diese Meinung teilt auch Blick-Leser Michael Caminada: «Wenn die Swissness beim SRF fehlt, kann man gleich den ganzen Sender abschaffen und die Billag ebenso.»

«Jass aus dem Puff» – quo vadis «Service public»?

Die 750. Ssendung des «Samschtig Jass», aus einem Thurgauer Bordell übertragen, sorgte ebenso für rote Köpfe. Dazu Blick-Leser Martin Rhyner: «Für so einen Quatsch werden unsere Billag-Steuern also verschleudert. Echt fragwürdig!» Auch Hans Wittwer empört sich: «Wenn jemand mit seinem Geld ins Puff geht, ist mir das egal. Dass man meine TV-Gelder jedoch für eine Puffsendung missbraucht, geht mir zu weit! Leider glauben bei SRF einige Verantwortlichen, mit solch reisserischen Sendungen verlorene Zuschauer zurückgewinnen zu können.» Ins gleiche Kapitel gehört auch die ausgeartete Diskussion zwischen dem Moderator und Satiriker Andreas Thiel bei «Schawinski» – der Talk gipfelte in einer Art «Hass-Duell» – oder die Botox-Werbung mit einem 20-Jährigen. Vor der Kamera liess sich Denis Clyde Botox in die Stirn spritzen. Für die Kosten in der Höhe von 400 Franken aufgekommen sei angeblich – genau, SRF! «Toll, was wir mit unseren Steuern alles zahlen dürfen», meint Blick-Leserin Daniela Engeli dazu.stj

 

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