Publiziert am: Freitag, 20. Februar 2015

Potenzial im Land nutzen

Integration – Staat und Wirtschaft ziehen eine positive Zwischenbilanz im Integrationsdialog «Arbeiten – Chancen geben, Chancen nutzen» der Tripartiten Agglomerationskonferenz.

Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene vermehrt in die Arbeitswelt integrieren: Diesen Vorsatz haben sich die Teilnehmenden der Tripartiten Agglomerationskonferenz (TAK) zum Ziel gesetzt. Nun ziehen die Verantwortlichen eine erste Zwischenbilanz. Seit Oktober 2012 versuchen Staat, Arbeitgeberverbände und die Sozialpartner mehrerer Branchen, die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen zu verbessern. Die Intensivierung der Zusammenarbeit der verschiedenen Parteien sei gelungen, meint TAK-Präsident Guy Morin. «Erfreulich ist es, dass sich mit Allpura, hotelleriesuisse und swissstaffing weitere Branchenverbände dem Dialog angeschlossen haben.»

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zeigt sich zuversichtlich: «Es gibt nach wie vor viele ansässige Ausländerinnen und Ausländer, die gerne arbeiten möchten. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt müssen wir verbessern.»

Noch besser verdeutlichen dies folgende Zahlen: 2011 waren 15 342 Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene im arbeitsfähigen Alter. Nur 37,5 Prozent von ihnen arbeiteten dabei aber effektiv. 2014 hätten 18 767 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene arbeiten können. Tatsächlich taten dies aber nur 32 Prozent.

Im Vergleich zu 2011 sollen nun zusätzlich 2000 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in den Schweizer Arbeitsmarkt integriert werden.

sgv für Integration

«Arbeitgeber spielen eine zentrale Rolle im Integrationsprozess», ist sich Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv, sicher. Heute sei es Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen vor allem möglich, im Gastrobereich, der Bauwirtschaft und der Reinigungsbranche zu arbeiten.

Dies bestätigt Casimir Platzer, der Präsident von GastroSuisse. In der Gastrobranche werden heute viele Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene integriert. «Die Integration von ausländischen Mitarbeitenden ist im Gastgewerbe kein neues Thema. Die Branche ist traditionell auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen; sie machen rund 40 Prozent der Mitarbeitenden aus. Es ist deshalb wichtig, dass künftige Betriebsleitende lernen, mit Mitarbeitenden aus anderen Ländern und Kulturen umzugehen», so Platzer.

Spracherwerb als zentrales Mittel

Vermehrt setzen sich die Arbeitgeber deshalb auch dafür ein, dass Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene Sprachkurse besuchen, denn die Sprache ist ein bedeutender Faktor für die Integration am Arbeitsplatz und im täglichen Leben. Davon ist auch Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, überzeugt: «Das beste Mittel zur Integration von Ausländern ist eine berufliche Tätigkeit. Dafür braucht es aber die angemessene Beherrschung einer Landessprache.» Ein Arbeitsplatz sei der ideale Ort, um in einem fremden Land erfolgreich Sprachkenntnisse zu erwerben. Der Schweizerische Baumeisterverband beteiligt sich deshalb am Pilotprojekt «Deutsch auf der Baustelle». In diesem Rahmen werden wie 2014 auch dieses Jahr rund 400 Bauarbeiter einen praxisorientierten Sprachkurs besuchen. «Eine Auswertung werden wir Mitte Jahr durchführen. In jedem Fall ist und bleibt für uns die Integration von fremdsprachigen Arbeitskräften ein Anliegen von hoher Priorität.»

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