Publiziert am: Freitag, 10. April 2015

Qualifikation zahlt sich aus

Swissstaffing – Massive Verbesserungen bei Temporärarbeitenden im Vergleich zu vor vier Jahren: In der Schweiz sind sie heute markant höher qualifiziert und besser entlöhnt.

In der Schweiz arbeiten jährlich über 300 000 Menschen temporär – dies in allen Sektoren und zahlreichen Branchen. Aus der Wirtschaft ist diese Arbeitsform nicht mehr wegzudenken, weil der Zeit- und Arbeitsdruck oft nur mit flexiblen Arbeitseinsätzen zu bewerkstelligen ist. Dringend benötigte Arbeitskräfte, darunter viele Fachkräfte, sind dank der Personaldienstleister zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar. Wer temporär arbeitet, tut dies im Schnitt während 13 Monaten. Knapp ein Drittel der Temporär­arbeitenden sind als Hilfskräfte im Einsatz, die beiden anderen Drittel verrichten Aufgaben im handwerklichen, technischen, administrativen oder dienstleistungsbezogenen Bereich. Nur knapp 2 Prozent üben akademische oder führende Berufe aus. Temporär arbeiten vor allem Junge (ein Viertel ist jünger als 26 Jahre) und Männer (knapp zwei Drittel). Das Qualifikationsniveau der Temporärarbeitenden hat im Vergleich zu den vorangegangenen Befragungen aus den Jahren 2006 und 2010 kontinuierlich zugenommen.

Rund 70 Prozent gut qualifiziert

«Rund 70 Prozent der Temporärarbeitenden werden als gut qualifizierte Fachkräfte eingesetzt», präzisiert Myra Fischer-Rosinger, Direktorin von swissstaffing. Dies geht aus der Aktualisierungsstudie 2014 – und somit der Befragung von 1000 Personen – des Verbands der Personaldienstleister der Schweiz, swissstaffing, hervor. Zudem üben immer weniger Mitarbeitende mit Fachqualifikation eine unqualifizierte Arbeit aus: Dieser Anteil sei seit 2010 von 24 Prozent auf 14 Prozent zurückgegangen. Die zunehmende Qualifikation der Temporärarbeitenden zahlt sich aus. Der Anteil der Mitarbeitenden, die einen Stundenlohn von über 30 Franken erhalten, stieg seit der letzten Befragung von einem Viertel auf über einen Drittel der Beschäftigten. Am häufigsten wurde ein Lohn zwischen 25 und 30 Franken verdient, das sind fünf Franken mehr pro Stunde als vor vier Jahren. Auch der Anteil der Stundenlöhne, die über den im GAV Personalverleih vereinbarten Mindestlöhnen liegt, hat zugenommen. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Mitarbeitenden: 
71 Prozent finden ihren Stundenlohn angemessen oder sogar mehr als angemessen.

Brücke in den Arbeitsmarkt

«Die Temporärarbeit als Brücke in den Arbeitsmarkt ist eine feste Grös­se», so Fischer-Rosinger. Standen 
57 Prozent der Mitarbeitenden vor ihrer Temporärarbeitsphase im festangestellten Erwerbsleben, sind es danach 74 Prozent. «Für viele Arbeitslose und Wiedereinsteiger ist der Temporäreinsatz ein wichtiger Schritt, um im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen», sagt Georg Staub, Präsident von swissstaffing. Besonders auffallend sei, dass die Attraktivität der Temporärarbeit deutlich zugenommen habe. Wollten im Jahr 2010 34 Prozent der Beschäftigten ein Jahr nach ihrem ersten Einsatz weiterhin temporär arbeiten, hat sich dieser Anteil 2014 auf 43 Prozent erhöht. Nach wie vor beschränkt sich die Temporärarbeitsphase bei 82 Prozent der Beschäftigten auf maximal zwei Jahre.