Publiziert am: Freitag, 21. November 2014

Stets der Sicherheit verpflichtet

PROPARIS 2004–2014 – Finanzkrise, IT-Grossprojekte und Strukturreformen: Stete Veränderungen waren Erhard D. Burris ständige Begleiter in seinen zehn Jahren als proparis-Geschäftsführer.

Als Geschäftsführer Erhard D. Burri (vgl. Interview) im Jahr 2004 das Ruder übernahm, hiess die heutige proparis noch «Gemeinschaftsstiftung für berufliche Vorsorge im Schweizerischen Gewerbe». Gegründet 1957 vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv, sind die ­proparis und deren Vorsorgewerke traditionell ganz besonders der Sicherheit der angeschlossenen Versicherten und Firmen verpflichtet. Darum sind heute rund 90 Prozent der Anlagen kapitalgeschützt und mit einer Zinsgarantie versehen bei den Vertragspartnern Swiss Life, AXA Winterthur und Basler Leben angelegt.

Einst belächelt – und nach dem Crash benieden

Das Jahr 2008 ist vielen Pensionskassen aufgrund der Finanzkrise in schlechter Erinnerung. Einige haben sich bis heute von diesem Tiefschlag an der Börse nicht völlig erholt. Die proparis hingegen konnte das Geschäftsjahr 2008 mit einem Deckungsgrad von 103,3 Prozent abschliessen. 2012 betrug der Deckungsgrad gar 107,5 Prozent.

«In den Jahren 2005 bis 2007 wurden wir von anderen PK, die an 
der Börse hohe Buchgewinne eingefahren hatten, fast schon mitleidig belächelt», blickt Burri zurück. Allerdings nicht lange: Bereits im Jahr 2008, nach einem weiteren Börsencrash als Ergebnis einer ausgewachsenen Finanzkrise, war proparis unvermittelt eines jener Vorsorgewerke, die einen Deckungsgrad von über 100 Prozent ausweisen konnten. Und noch seien die Turbulenzen an den Finanzmärkten keineswegs überwunden, gibt der langjährige Geschäftsführer zu bedenken: «Aktuell befinden wir uns wieder in einer ganz ähnlichen Phase wie vor sechs Jahren. Da braucht es Stehvermögen, den Begehrlichkeiten von allen Seiten standzuhalten.» Für Burri ist klar: «Nachhaltigkeit entsteht, indem man das Bewährte pflegt, ihm gezielt Neues hinzufügt und dabei den Blick auf das Funktionieren des Ganzen nicht verliert.»

IT als Herausforderung

Doch nicht immer lief’s rund bei der proparis: 2007 geriet die Entwicklung der neuen IT-Generation ins Stocken. Auf Wunsch der Vorsorgewerke und mit dem Segen des ­Stiftungsrats übernahm der Geschäftsführer der proparis die Gesamtprojektleitung – und brachte das höchst knifflige IT-Projekt mit einem speziellen Effort schliesslich doch noch zum Erfolg. Seit 2009, «nach zwei sehr harten Jahren für alle Beteiligten» ist die neue ­IT-Generation von AKIS/Net-BV bei den PK erfolgreich in Betrieb. Eine grössere, nicht der proparis angeschlossene, gewerbliche und autonome PK hat zudem die neue IT-Plattform ebenfalls erfolgreich eingeführt.

Reformen ohne Ende

Seit seinem Amtsantritt war der stete Wandel Burris treuester Begleiter. «2004 waren sowohl die organisatorischen Strukturen als auch die Angebote der angeschlossenen PK sehr einheitlich, ja geradezu uniform», erinnert er sich. Heute seien die zahlreichen Möglichkeiten zur Gestaltung der Angebote und Geschäftsmodelle sehr individuell. Diese Flexibilität wurde erreicht durch immer flexiblere Verträge mit den Versicherern, eine laufende Anpassung der Rollen von PK, proparis und Versicherern, eine konsequente Fokussierung auf die Marktbedürfnisse oder die individuelle Gestaltung der Geschäftsmodelle im Bereich der Finanzierung und Beitragsgestaltung.

Im Jahr 2006 wurden neue Rechnungslegungsnormen nach Swiss GAAP FER 26 eingeführt. Und schon 2011 folgte die nächste Strukturreform. Sieben Jahre nach der ersten BVG-Revision verlangte der Gesetzgeber schon wieder Anpassungen: Die Transparenz sollte erhöht und die Verwaltungskosten präziser ausgewiesen werden. Eine neue und unabhängige Oberaufsicht löste die bisherige Doppelaufsicht von Bund und Kantonen ab. Strengere Vorschriften sollten die Loyalität und Integrität der an der Führung beteiligten Personen sicherstellen. Die Aufgaben des Stiftungsrates, der Revisionsstelle und des Experten wurden klarer umschrieben.

«Stillstand wäre in unserem Geschäft sehr gefährlich», kommentiert der scheidende Geschäftsführer Burri im Rückblick. Er sagt aber auch: «Das Wichtigste ist, immer das Interesse der Versicherten im Auge zu behalten. Denn wir sprechen hier über ihr Kapital für ihre Zukunft – und somit über eine Vorsorge, die auf Nachhaltigkeit gestützt ist. Nur dies verspricht einen anhaltenden Erfolg.»

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