Publiziert am: 05.03.2021

Strom als Lebenselixier

FAHRZEUGNEUHEITEN – Der Fahrzeugmarkt wandelt sich massiv, die Modelle mit alternativer Antriebsquelle nehmen überproportional zu. Das ist ganz im Sinne des klimapolitischen Umfelds, aber auch von auto-schweiz. Praktisch alle Hersteller sind unterdessen dabei. Grosse Profiteure dürften aber jene sein, die bereits seit Jahren Hybrid- und Elektromodelle anbieten.

Im vergangenen Jahr erschienen zahlreiche geplante Fahrzeugneu­heiten verspätet. Dazu gesellten sich Produktionsstopps wegen der Pandemie und Lieferverzögerungen durch Unterlieferanten (etwa Chiphersteller).

Einen riesigen Sprung nach vorn erlebten dafür die Modelle mit Alternativantrieb. Also stellen wir in der Folge die bereits verfügbaren Neuheiten aus diesem Sektor vor, ungeachtet ob es sich um einen Sedan, einen Kombiwagen, ein SUV oder einen Transporter handelt.

Teil 2 dann in der nächsten Ausgabe vom 19. März

Alle neuen Modelle mit teil- oder vollelektrischem Antrieb bis rund 60 000 Franken, die in der «Gewerbezeitung» noch keinen Auftritt hatten, dürften damit erwähnt sein (Teil 2 folgt in der sgz vom 19. März). Sie spielen für die meisten Gewerbetreibenden eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Dienstleistungen fach- und termingerecht auszuführen. Als Reichweite haben wir jeweils rund 60 Prozent der WLTP-Normangabe aufgeführt, weil dies erfahrungsgemäss realistisch erscheint.

Roland Hofer

Citroën/DS

Innerhalb kurzer Zeit hat das zum neuen Stellantis-Konzern gehörende PSA-Unternehmen kräftig elektrifiziert. Der neue Citroën C4 überzeugt mit extravaganter Optik. Er wird von der PSA-Einheitstechnik angetrieben: 100 Kilowatt (kW) Leistung und 260 Newtonmeter (Nm) Drehmoment. Sein permanenterregter Synchronmotor bezieht den Strom aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 400 Volt Spannung und einer nutzbaren Kapazität von 45 kWh. Die Kraft fliesst über einen konstant untersetzten Eingangantrieb an die Vorderräder. Ein schnelles Ladesystem ist integriert. Hoher Komfort und ein vollständiges Sicherheitsdispositiv sind neben modernster Konnektivität mit dabei. Stabile Geradeausfahrt, präzise in Kurven – das kann der C4.

Mit derselben Antriebseinheit sind auch der DS 3 e-Tense, DS3 Crossback e-Tense sowie der neue Transporter eJumpy unterwegs. Dieses Aggregat wird auch bei Peugeot, Opel und dem Toyota Proace eingesetzt.

FIAT

Der Fiat 500 erhielt als erster Benziner von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) eine Mild-Hybrid-Technologie. Er kombiniert einen Benziner mit Riemen-Starter-Generator im 12-Volt-Bordnetz. Die Emissionen sollen damit deutlich reduziert werden. Die Sitzbezüge des Fiat 500 Hybrid sind eine Neuheit, passend zur Nachhaltigkeitsphilosophie des gesamten Projekts. Die Bezüge sind komplett aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Als Antrieb dient dem Cinquecento ein Dreizylinder-Saugbenziner mit einem Liter Hubraum, der 51 kW (70 PS) und ein maximales Drehmoment von 92 Newtonmetern produziert. Der Starter-Generator (RSG) ist über einen Riemen mit dem Motor verbunden. Das System rekuperiert beim Bremsen und im Schubbetrieb. Die so gewonnene elektrische Energie wird in einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 11 Ah gespeichert.

Mit der gleichen Technik kann auch der Fiat Panda geordert werden. Den nächsten Schritt macht der Fiat 500 mit vollelektrischem Antrieb.

FORD

Der verspätet gestartete Ford Kuga ist ein mittelgrosses SUV. Als Stromer gibt es ihn als 48-Volt-Mild-Hybrid, als Vollhybrid und als nachladbaren Hybrid PHEV. Er sieht athletisch und dynamisch aus. Wir prüften den Kuga PHEV. Die Platzverhältnisse sind überaus gut, die Sitze sind langstreckentauglich, der Laderaum geräumig. Solange genug Strom und Benzin vorhanden sind, läuft der Kuga mit dem 2,5 l grossen Benziner und 262 kW kombinierter Leistung wieselflink über alle Strassen. Auch wenn die rund 57 km Elektrofahrt aufgebraucht sind, reist es sich angenehm und komfortabel.

Weitere neue Ford-Modelle mit stark elektrifiziertem Antrieb: Puma (vgl. Seite 19), S-Max, Galaxy, Explorer, Transit Custom PHEV und E-Transit.

HONDA

Ein komplett neues Stadtauto, das für weit mehr gut ist, hat Honda mit dem neuen JazzCrosstar geschaffen. Seit Jahren hat er den Ruf, mit seinen Magic Sitzen ein Raumwunder zu sein. Nun gesellt sich noch die Teilelektrifizierung dazu. Damit bleibt der Jazz vielen seiner Mitbewerbern um Nasenlängen voraus, denn es gibt ihn nur als Mild-Hybrid, das System wurde speziell für ihn entwickelt. Es umfasst einen Elektromotor, verbunden mit einem 1,5-Liter-i-VTEC-Benzinmotor (72 kW; 97 PS), einem Lithium-Ionen-Akku und einem innovativen Festradgetriebe. Der kombinierte Verbrauch konnte auf 4,8 l/100 km verringert werden.

Als Hybridmodell bietet Honda zudem das SUV CR-V. Und vollelektrisch ist der bereits vorgestellte Honda e zu haben.

HYUNDAI

In der Flanke des neuen Hyundai Tucson bricht sich der Hintergrund gleich mehrfach, das ist gewöhnungsbedürftig. Wie das aufwendige Licht, das durch Schlitze austritt und je nach Schaltung Tagfahrlicht, Abblendung oder Scheinwerfer heisst. Beim Setzen des Blinkers wird das Bild der jeweiligen Seitenkamera eingeblendet. Alle Assistenten für Sicherheit und Komfort sind an Bord. Der 1.6-T-GDI -Vierzylinder wird mit unterschiedlichen Batterien als 48-V-Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid angeboten. Damit sind zwischen 136 und 265 PS fünf Varianten möglich.

Hyundai bietet zudem die Modelle Kona (vgl. Seite 19), Ioniq und Santa Fe mit Hybridtechnik oder vollelektrisch an. Der Nexo besitzt einen elektrischen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb.

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