Publiziert am: 18.03.2016

Viel Ineffizienz wegen alten Systemen

Digital Natives – Mehr Wettbewerber denn je zuvor bieten Kernleistungen über innovative digitale Plattformen an, viele Banken haben auf Grund von Altsystemen Schwierigkeiten, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.

Die Berichtsaison der Banken ist im Gange und der Bankensektor gerät unter Druck, die Kosten zu senken und agiler zu werden. Die starke Konkurrenz revolutionärer, innovativer Akteure, die immer komplexere Regulierungslandschaft und die steigende Nachfrage von digital-affinen Konsumenten zwingt den traditionellen Bankensektor, ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Nitin Rakesh, CEO und Präsident des multinationalen IT-Lösungsanbieters Syntel Inc., äussert sich dazu folgendermassen: «Konsumenten sind nicht mehr so loyal, wie sie einmal waren; sie sind Markenagnostiker und legen Wert auf unkomplizierte Abläufe und Komfort. Konsumenten haben keine Geduld mit Banken, die Schwierigkeiten haben, ihr Geschäft technologisch auf den neusten Stand zu bringen. Sie werden zu den Banken wechseln, die ihren Kunden jederzeit und überall Zugriff zu ihren Diensten bieten. Die Banken, die im digitalen Zeitalter Probleme haben, ein Omni-Channel-Erlebnis zu bieten und die Kundenwünsche zu erfüllen, werden im Wettbewerb nicht mithalten können.»

Modernisiert und migriert

«Veraltete Systeme führen zu ineffizienten Vorgängen und letztendlich vergeuden Banken ihre Ressourcen mit den ständigen Versuchen, das alte System aufzubessern, anstatt das System einmal rundum zu modernisieren», so Rakesh. Entscheidend für den Erfolg der Banken sei, dass sie sich den Gegebenheiten der Two-Speed World anpassen – die laufenden Kosten der Bank senkten und die Ersparnisse dafür nutzten, die Bank umzustrukturieren. «Anders gesagt, um die Kundenbedürfnissen, der Digital Natives bedienen zu können, müssen die unternehmenskritischen Systeme modernisiert und migriert werden. Dies ist jetzt zwingend erforderlich, um bei der Digitaltechnik nicht den Anschluss zu verlieren», präzisiert Rakesh.

Das Deutsche Statistische Bundesamt gibt an, dass im Jahr 2015 in etwa 54 Prozent der Deutschen Onlinebanking privat genutzt haben. Dasselbe gilt für die Schweiz: Auch bei uns nutztenim Jahr 2014 genau 54 Prozent der Bevölkerung das Internet für ihre Bankgeschäfte. Historischen Daten von Statista zufolge lag der Anteil 2010 in Deutschland noch bei 35 Prozent. Besonders beliebt ist Onlinebanking bei den 25- bis 44-Jährigen – drei von vier in dieser Altersgruppe wickeln ihre Bankgeschäfte online ab. Dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten und zwingt die Banken dazu, digitalfreundlichere Plattformen einzuführen, um die Nachfrage der Verbraucher zu bedienen.

Banken stark eingeschränkt

Trotz der Anstrengungen, mit den Entwicklungen im Digitalzeitalter Schritt zu halten, behindern Altsysteme immer noch die Innovationstätigkeit der Banken. Ständige Updates und Eingliederungen neuer Technologien haben den meisten Banken ein technisches Erbe hinterlassen, das einem Flickwerk aus verschiedenen Jahrzehnten gleicht. Banken sind durch die Grenzen der eigenen Systeme stark eingeschränkt. Um auf den neusten technischen Stand zu kommen, müssen die Banken zusammen mit kompetenten Partnern die vorhandenen Systeme nachrüsten und damit eine agile Infrastruktur schaffen, die in der digitalen Landschaft mithalten kann.

Rakesh zufolge sind die kostspieligsten und einflussreichsten Folgen von alternden Systemen die IT-Ausfälle, welche weiter ein Dorn im Auge der traditionellen Banken sind und den Unmut der Aufsichtsbehörden und Kunden auf sich ziehen. Das habe auf alle Tätigkeitsgebiete einen negativen Einfluss und schaffe einen Wettbewerbsnachteil gegenüber disruptiven Konkurrenten, die neue ­digitale Plattformen einsetzen. Aufgrund der starren Altsysteme sei es mühsam, neue Produkte und sonstige Innovationen zu entwickeln und schnell auf den Markt zu bringen.