Publiziert am: Freitag, 4. März 2016

Viel Potenzial und Wachstum

FRANCHISING – Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für KMU werden immer härter. Franchising kann da ein guter Weg sein. Dies zeigt eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Im Schweizer Franchisemarkt finden sich grosse Namen mit erfolgreichen Franchisesystemen wie McDonald’s, RE/MAX, Spar, Esprit, Intersport und viele andere. Sie prägen seit vielen Jahren das Wirtschaftsbild in der Schweiz und bieten Unternehmern, Mitarbeitern, Zulieferern etc. eine wirtschaftliche Existenzgrundlage. «Franchising steht für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Nutzen aller Partner. Zukünftige Selbstständige, die sich in einer bestimmten Branche etablieren wollen, können als Franchisenehmende ein passendes Geschäftsmodell finden und müssen nicht – wie normalerweise in der Selbständigkeit – bei Null anfangen», ­erklärte Reto Zumbühl, Präsident des Schweizer Franchiseverbands SFV, in Bern vor den Medien. Der Verband stellte zusammen mit dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv eine neue Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz zum Geschäftsmodell Franchising vor. Franchising werde auch als Königsklasse des Vertriebs genannt, da neben der Abtretung von Markenrechten dem Franchisenehmenden ein umfangreiches und erprobtes Gesamtpaket zur Verfügung gestellt werde. Dies beinhalte neben dem Beschaffungs-, Absatz- und Marketingkonzept auch Coaching, Beratung und Weiterentwicklung in allen betriebsrelevanten Bereichen. Diese Marktmacht, kombiniert mit der Marktnähe und der lokalen und regio­nalen Verankerung der Lizenznehmer sei die Stärke des Franchisings, so Zumbühl. Ein Franchisenehmender könne deshalb im Wettbewerb in gesättigten Märkten besser bestehen als ein Unternehmer, der alleine wirtschaftet. «Franchising kann so den Mittelstand unterstützen, indem kleinere und mittlere Betriebe, die durch Wettbewerbs- und Kostendruck in Bedrängnis geraten, durch Anschluss an ein bestehendes System oder durch ein zusätzliches Standbein ihre Lage verbessern können», sagte Zumbühl.

Stark am Wachsen

Die Studie der FHNW zeigt auf, warum sich Unternehmen für die Wachstumsstrategie Franchising entscheiden. Die Befragten verweisen hierbei unter anderem auf das unternehmerische Engagement der Partner und die Möglichkeit, mit Franchising den Markt schnell zu durchdringen. Die Studie verdeutlicht auch, dass Franchising in der Schweiz stark am Wachsen ist. 86,7 Prozent der Franchiseanbieter bauen ihr System aus. 74,1 Prozent gehen von einem künftig anhaltenden Wachstum aus. Die Marktbedingungen für Franchising in der Schweiz sind gut. Die Franchisegeber könnten noch mehr Lizenznehmer integrieren und suchen Partner. Eine überdurchschnittliche Bedeutung kommt laut Studie auch den Aspekten der Nachhaltigkeit bei Franchisesystemen zu. Trotz vieler erfolgreicher Franchisesysteme in der Schweiz ist eine der grössten Herausforderungen die Akquisition neuer Partner. Die Befragten in der Studie machen dies hauptsächlich an der fehlenden Kenntnis über Franchising als Gründungsstrategie und an den fehlenden finanziellen Mitteln der Franchisenehmenden fest. «Die Öffentlichkeit in der Schweiz kann mit dem Begriff Franchising noch nicht viel anfangen», stellte Zumbühl fest.

Keine unnötigen Regulierungen

«Ein Franchisemodell ist eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, die in dieser eine Synergie finden, die beide Seiten unterstützt», sagt Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv und Nationalrat( FDP/ZH). Es ist sehr wichtig, dass die Politik diese Synergien nicht durch immer mehr und immer neue unnötige Regulierungen wieder zunichtemache. «Es ist eine Sache zwischen den Unternehmen, die sich einigen müssen. Wenn hier die Politik zu stark reguliert wird, kann das gesunde Gleichgewicht in einem Franchisemodell rasch gekippt werden.»

CR