Publiziert am: Freitag, 20. März 2015

Viel Zukunftspotenzial vorhanden

ISOLSUISSE – Normenungleichheit und nicht umgesetzte flankierende Massnahmen sind die Herausforderungen in der Isolier­branche. Potenzial sieht der Verband in der Aus- und Weiterbildung mit dem innovativen Cleantechberuf Isolierer-Spengler.

Gerade in unserer Zeit, da wir endlich etwas sorgfältiger mit den Rohstoffen unserer Erde umgehen, gewinnt die Arbeit des Isolierers und der Isoliererin besondere Bedeutung: Ihrem Können und Geschick verdanken wir es, wenn enorme Heizkosten und dadurch auch fossile Brennstoffe gespart werden können. Auch bei Kühlungen oder in der Schalldämmung ist ihre Arbeit wertvoll. Eine Erfolgsgeschichte in der Schweiz ist der Brandschutz. «In keinem anderen Land als in der Schweiz gibt es bei Bränden so wenig Tote. Dies ist unter anderem der Isolierbranche mit ihrem ausgezeichneten Brandschutz zu verdanken», betont Koni Maurer, Präsident von ISOLSUISSE. Der Verband will diese Vorreiterrolle im Brandschutz in den nächsten Jahren ausbauen: «Wir möchten den Brandschutz vorantreiben und uns damit vom Ausland abheben», so Maurer. Wie wichtig der Brandschutz aber auch ganz allgemein die Qualitätssicherung dem Verband ist, zeigt das Brandschutzlabel für die Mitglieder. «Wir unterstützen unsere Mitgliedern auch, sich mit ISO 9000 zertifizieren zu ­lassen, dies entspricht dem heutigen Qualitätsstandard, worauf ISOLSUISSE grossen Wert legt», erklärt Maurer.

Gefragte Aus- und Weiterbildung

Ein grosses Kernthema des innovativen Verbandes ist die Aus- und Weiterbildung. «Europaweit sind wir hier gut aufgestellt. Wir haben gerade die neue Bildungsverordnung abgeschlossen», erklärt Maurer. Für die dreijährige Lehre als Isolier-Spengler seien genug Lehrstellen vorhanden. Auch die Nachfrage stimme. Allerdings wünscht sich Koni Maurer noch qualifiziertere Bewerberinnen und Bewerber. Oft sei der schulische Rucksack ungenügend. Jährlich absolvieren 10 bis 15 junge Berufsleute ihre Lehre, darunter auch Frauen.

Der Cleantechberuf sei beim weiblichen Geschlecht sehr beliebt und werde oft als kreativer Zweitberuf gewählt. «Rund zehn Prozent der aktuellen Lernenden sind Frauen.

«Wir möchten den Brandschutz vorantreiben und uns damit vom Ausland abheben.»

Wir begrüssen das sehr», freut sich der Inhaber der Maurer Baudienstleistungen AG in Chur. Er wünscht sich, «dass die Jungen sich noch mehr über das Zukunftspotenzial und die Bedeutung dieses Cleantechberufs bewusst werden – gerade im Hinblick auf den Technologiewechsel.» Auch an den Berufsmeisterschaften sind die Isolier-Spengler präsent und werben in der Öffentlichkeit für ihren vielseitigen Beruf.

Allgegenwärtiger 
Technologiewandel

Bezüglich der Energiestrategie 2015 vertritt der Verband, der indirekt davon betroffen ist, eine klare Haltung: «Wir befürworten ein geordnetes Vorgehen und einen effizienten Umgang mit der Energie, sind aber gegen Überregulierungen. Noch wird zu wenig vernünftig mit diesen kostbaren Ressourcen umgegangen», betont Maurer. Der Technologiewandel sei allgegenwärtig und ein langer Prozess, auch in der Isolierbranche. Noch sei man weit vom Ziel entfernt, dass Energie zu vernünftigen Preisen verkauft und in vernünftigen Mengen verbraucht werde. «Energie wird in den nächsten Jahren ein grosses Thema sein und auch auf das Zukunftspotenzial des Isoliergewerbes Einfluss haben», so Maurer.

«Wir brauchen wieder mehr Mut zur Schweizer Qualität, auch wenn es mehr kostet.»

In der Isolierbranche weht ein rauer Wind. Die flankierenden Massnahmen würden schlecht umgesetzt – gerade bei Grossprojekten, die in ganz Europa ausgeschrieben würden. «Dieses Nichteinhalten von flankierenden Massnahmen durch ausländische Anbieter macht uns das Leben auf der Baustelle schwer», betont Maurer. Ein Problem sei auch die Normierungsgleichheit. «Unsere Standards unterscheiden sich von der europäischen Norm, so geht auch unser hoher Level verloren. Wir brauchen wieder mehr Mut zur Schweizer Qualität, auch wenn es vielleicht mehr kostet.» Nachfolgeregelungen sowie der Preiskampf sind weitere Hürden. Bestmögliche Rahmenbedingungen für Gewerbe und KMU und viel Freiheit im Unternehmertum sind die wirtschaftlichen Hauptanliegen des Verbandes.

Corinne Remund

ISOLSUISSE KURZ ERKLÄRT

Stetig am Wachsen

Der Verband Schweizerischer Isolierfirmen ­ISOLSUISSE ist 1946 als «VSI» in Zürich gegründet worden. 2006 erfolgte die Namensänderung zu ISOLSUISSE. Der Verband ist in der Schweiz und in Europa gut vernetzt und verfügt über zeitgerechte Strukturen. Zu den Hauptaufgaben des Verbandes gehört das Erbringen von typischen Verbandsdienstleistungen gegenüber den Mitgliedern. Er ist insbesondere Anlaufstelle für juristische und technische Fragen. Ein weiteres Kernthema von ­ISOLSUISSE ist die Aus- und Weiterbildung. Der Verband zählt über 100 Mitglieder und deckt damit 55 Prozent der Marktfirmen und 85 Prozent der ausführenden Mitarbeiter in der Branche ab. Es sind alles KMU vom Kleinstbetrieb mit fünf Mitarbeitenden bis hin zu grossen Firmen mit 400 Mitarbeitenden. Die Mitgliederzahl nimmt Jahr für Jahr um vier bis sechs Firmen zu. Die Branche zählt über 1000 Beschäftigte und macht einen jährlichen Umsatz von rund 300 Millionen Franken.

CR