Publiziert am: 04.07.2014

Weniger Nachfrage nach Lehrstellen Positive Konjunktur­aussichten

Aktuell

Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt präsentiert sich weitgehend stabil. Dies zeigt der im April publizierte Lehrstellenbarometer des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI. Laut Lehrstellenbarometer seien sowohl die Nachfrage wie auch das Angebot an Lehrstellen im Vergleich zu 2013 leicht gesunken. Rund 73 000 Jugendliche seien interessiert an einer Lehrstelle. Angeboten hingegen werden von verschiedensten Unternehmungen rund 80 000 Lehrstellen. Das ­SBFI erklärt, dass gemäss Erfahrung diese beiden Zahlen bis im August noch weiter ansteigen würden. Gründe dafür seien beispielsweise Umorientierungen seitens der Jugendlichen. Mitte April noch gaben rund 50 000 befragte Jugendliche an, eine Lehrstelle gefunden zu haben. Seitens der Unternehmen galten damals 56 000 Lehrstellen als definitiv vergeben. In den Bereichen «Architektur und Baugewerbe», «Büro und Informationswesen», «Dienstleistungen», «Landwirtschaft» sowie «technische Berufe» übertreffe das Angebot die Nachfrage. Das Gegenteil sei in den Branchen «Druck, Design und Kunstgewerbe», «Informatik», «Verarbeitendes Gewerbe» und «Verkauf» zu bemerken. Vor allem im Bereich «Gesundheit und Sozialwesen» sei der Nachfrageüberhang am grössten.

Gemäss Konjunkturprognosen der Expertengruppe des Bundes für den Sommer 2014 setzt sich das ansprechende Wachstumstempo der Schweizer Wirtschaft auch im Frühjahr 2014 fort. Allerdings stehe der robusten Konjunkturdynamik im Inland eine immer noch verhaltene Exportentwicklung gegenüber. Noch immer verlaufe die weltwirtschaftliche Erholung holprig. Insbesondere im Euroraum sei ein Aufschwung auf breiter Front nach wie vor nicht in Sicht. Das Konjunkturgefälle zwischen den Ländern bleibe gross. Angesichts dieser verzögerten Exportbelebung geht die Expertengruppe des Bundes davon aus, dass sich der Konjunkturaufschwung in der Schweiz zwar bis 2015 festigen, jedoch langsamer ­vorankommen dürfte, als dies noch im März erwartet wurde. Für 2014 wird neu ein BIP-Wachstum von zwei Prozent (anstatt 2,2 Prozent) erwartet. 2015 dürfte sich dieses auf 2,6 Prozent beschleunigen. Angesichts des grundsätzlich positiven Konjunkturausblicks dürfte sich die Erholung am Arbeitsmarkt langsam verstärken und die Arbeitslosigkeit leicht sinken.