Publiziert am: Freitag, 18. März 2016

Widerstand auch in den Regionen

Integration – Die Kritik des Gewerbeverbands an der von Bundesrätin Simonetta Sommaruga lancierten, völlig deplazierten Ausbildungs-Schnellbleiche für Flüchtlinge zieht weitere Kreise.

Der Widerstand des Gewerbes gegen eine vom Bund lancierte Idee mit dem irreführenden Namen «Flüchtlingslehre» (sgz vom 4. März) wächst weiter. Auch aus den Kantonen erklingt nun Kritik gegen das Vorhaben des Staatssekretariats für Migration (SEM) und der zuständigen Justizministerin Simonetta Sommaruga, das gegenüber dem Schweizer Erfolgsmodell der dualen Berufsbildung ein Affront sondergleichen ist.

Irreführend und falsch

Zur Erinnerung: Sommaruga will die Wirtschaft verstärkt in die Pflicht nehmen, bei der Integration von Migranten aktiv zu sein. Das ihr unterstellte SEM hat dafür flugs eine einjährige Bildungs-Schnellbleiche ­erfunden und vor Weihnachten ­lanciert: das «Pilotprogramm zur Flüchtlingslehre». Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, Direktor des in der Berufsbildung seit jeher an vorderster Front engagierten Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, zeigt sich entsetzt: «Schon allein die Tatsache, dass für eine einjährige ‹Ausbildung› der Begriff ‹Lehre› verwendet wird, ist absolut respektlos.» Der irreführende Titel suggeriere zudem Kompetenzen, die die Absoventen nach bloss einem Jahr gar nicht haben könnten.

Support aus Zürich und Baselland

Der Wirtschaft nützen Personen, die eine solche Schnellbleiche durchlaufen hätten, absolut nichts, sagt Bigler – der sich im Übrigen klar für die Integration von Migranten ausspricht. Support erhält Bigler von Carmen Walker Späh. Ein Direkteinstieg in den Arbeitsmarkt dürfe mittels der «Integrationsvorlehre» nicht anvisiert werden, fordert die Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich im Interview mit der «Gewerbezeitung». Zwingend müsse vorab das Potenzial der in Frage kommenden Personen sorgfältig abgeklärt werden. Sie könne zudem nachvollziehen, dass der Begriff «Flüchtlingslehre» zu Missverständnissen führen könne, so Walker Späh weiter.

Von einer einjährigen Schnellbleiche hält auch Urs Berger, Leiter Berufsbildung und stv. Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, gar nichts. «Das weltweit einzigartige und nachweislich erfolgreiche Modell der ­dualen Bildung würde verwässert», wenn Flüchtlingen eine «drittklassige Ausbildung» geboten werde. Statt­dessen plädiert Berger dafür, die ­Migrantinnen via Attestlehre und dreijährige Berufsbildung zu einem EFZ-Abschluss zu führen. En

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