Publiziert am: Freitag, 11. Dezember 2015

Wie gut ist Ihre Pensionskasse?

PROPARIS – Die Vorsorge-Stiftung Gewerbe Schweiz bietet eine überdurchschnittliche Verzinsung zugunsten der Versicherten in den 13 angeschlossenen Branchenpensionskassen.

Die Qualität der eigenen Pensionskasse einzuschätzen, ist für viele Versicherte wichtig – aber auch schwierig –, da die zur Verfügung stehenden Vergleichszahlen (Technischer Zins, Deckungsgrad etc.) nicht so einfach miteinander verglichen werden können. Dies gilt besonders, wenn sie freiwillige Einzahlungen erwägen.

Vor dem Einkauf in die eigene Pensionskasse oder die Versicherungslösung des Arbeitgebers gilt es, deren Anlagestrategie und strukturellen Verpflichtungen genau zu analysieren.

Geld anzulegen, ist in der nachgelagerten Schuldenkrise bzw. aktuellen Börsenlage sehr schwierig. Viele Sparer denken deshalb über einen Einkauf in ihre Pensionskassen nach. Der Hauptvorteil eines solchen liegt in der Steuerersparnis, d.h. der Einkauf ist 1 zu 1 vom steuerbaren Einkommen abzugsberechtig. Wichtig dabei ist aber die Qualität der Pensionskasse.

Wird umfassend informiert?

Ein erstes Kriterium dafür ist die Kommunikation der Vorsorgeeinrichtung. Laut Michael Krähenbühl, Geschäftsführer von proparis Vorsorge-Stiftung Gewerbe Schweiz, gibt es dabei grosse Unterschiede. Während manche Pensionskassen nur ein paar Daten ins Internet stellten, informierten andere ihre Versicherten sehr umfassend. Letzteres sei ein gutes Zeichen und zeige, dass eine Vorsorgeeinrichtung Wert auf Transparenz bezüglich ihrer finanziellen Lage lege. Ein weiteres Kriterium, anhand dessen Versicherte ihre Pensionskasse beurteilen können, ist aus Krähenbühls Sicht die Beteiligung des Arbeitgebers an den Beiträgen. Viele Arbeitgeber in der Schweiz zahlten 60 Prozent der Beiträge für ihre Versicherten, manche nur 50 Prozent. Höhere Zahlungen seien wie ein zusätzlicher Lohnbestandteil für den Versicherten und so aus dessen Sicht zu begrüssen.

Wo steht der Deckungsgrad?

Ein wichtiges Kriterium bei der Bestimmung der Qualität einer Pensionskasse ist der Deckungsgrad. Dieser gibt einen Hinweis darauf, ob die Kasse ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann. Ein Deckungsgrad von 100 Prozent bedeutet, dass die Vermögenswerte die Verpflichtungen voll abdecken. Der Deckungsgrad ist allerdings immer abhängig vom technischen Zins, mit dem die Vorsorgeeinrichtung die Höhe ihrer künftigen Erträge einschätzt. Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen haben viele Kassen ihre technischen Zinssätze jüngst deutlich gesenkt; manche rechnen aber immer mit zu hohen Sätzen, was zu hohen ausgewiesenen Deckungsgraden führt und so falsche Sicherheit vermittelt.

Ebenfalls wichtig ist der Umwandlungssatz. Dies ist der Prozentsatz, mit welchem das angesparte Vermögen in der Pensionskasse in eine jährliche Rente umgewandelt und schliesslich ausbezahlt wird.

Wer profitiert?

Diese Kennzahlen gilt es bei der Bewertung der Pensionskasse zu berücksichtigen. Krähenbühl nennt als Beispiel eine Kasse mit einem technischen Zins von 4 Prozent und einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent. Letztere produziere mit jedem neuen Pensionierten einen Verlust, da der Umwandlungssatz zu hoch angesetzt sei. So erhielten die Pensionierten Renten, die auf Kosten der Aktiven gingen. Da dies auf Dauer die Situation der Kasse belaste, sei jüngeren Aktiven hier von einem Einkauf abzuraten. Ältere Aktive kurz vor der Pensionierung könnten sich hingegen einen Einkauf überlegen, da sie ja von dem hohen Umwandlungssatz profitieren könnten.

«WICHTIG IST, WIE EINE PENSIONSKASSE INFORMIERT. TRANSPARENZ IST IN DER VORSORGE EIN MIT ENTSCHEIDENDES KRITERIUM.

Wie das Bundesamt für Sozialversicherungen in einer Studie dargelegt hat, besteht eine solche Situation oft bei «BVG-nahen» Kassen, die nur das gesetzliche Minimum bzw. wenig mehr versichern. Sie können den gesetzlich festgelegten – zu hohen – Umwandlungssatz von 6,8 Prozent nicht durch einen niedrigeren Umwandlungssatz im Überobligatorium, den sie selbst festlegen können, abfedern.

Drohen Sanierungsmassnahmen?

Eine weitere Kennzahl, die es bei der Bewertung einer Pensionskasse zu berücksichtigen gilt, ist das Verhältnis von Aktiven zu Rentnern. Dieses ist im Jahresbericht der Pensionskasse angegeben. Als Beispiel nennt Krähenbühl eine Kasse mit einem hohen technischen Zins von 3 Prozent und einem recht hohen Rentneranteil von 50 Prozent. Hier sei ein Einkauf weniger zu empfehlen, da davon auszugehen sei, dass der technische Zins wegen der ultraniedrigen Kapitalmarktzinsen in der Zukunft sinkt. Da sich dann der Wert der Verpflichtungen der Rentner erhöht, drohen möglicherweise sogar Sanierungsmassnahmen. Solche werden in der Regel ab einem Deckungsgrad von 90 Prozent nötig. Ist eine solche Entwicklung absehbar, sollten Versicherte von einem Einkauf absehen.

Viele Schweizer sind nach 65 noch erwerbstätig. Jedoch schieben nur wenige den Bezug ihrer Rente auf. Etwas mehr Geduld kann sich lohnen.

So siehts bei proparis aus

Zusammenfassend für proparis und ihre 13 Branchenpensionskassen kann somit festgehalten werden:

Struktur: 1/9 Rentner mit einem Kapitalanteil von 24 Prozent des Vorsorgevermögens

Kapitalanlagen: 86 Prozent der Vermögensanlagen sind bei den grössten Versicherungsgesellschaften mittels Nominal- und Zinsgarantie versichert. Die restlichen Mittel werden selbstverwaltet angelegt.

Technischer Zins: Die Rentenverpflichtungen werden nach den aktuellsten Grundlagen berechnet.

Umwandlungssatz: Hier werden die gesetzlichen vorgeschriebenen Sätze angewendet (BVG-Obligatorium). Im Überobligatorium werden je nach Branchenlösung tiefere Sätze angeboten.

Verzinsung der Sparguthaben: Die obligatorischen wie auch die über-obligatorischen Altersguthaben werden seit vielen Jahren überdurchschnittlich verzinst.

Somit kann abschliessend festgehalten werden, dass sich ein Einkauf in die jeweilige Branchenpensionskasse von proparis auf jeden Fall lohnt, da aufgrund der Anlagestruktur keine Sanierung durch die Versicherten nötig wird.