Publiziert am: Freitag, 19. Juni 2015

«Wir alle sind die Wirtschaft»

KMU IN DER SCHWEIZ – «Der vermeintliche Gegensatz von ‹Wirtschaft› und ‹Gesellschaft› ist konstruiert und entspricht absolut nicht der Wirklichkeit», stellt sgv-Präsident Jean-François Rime klar.

Das Resultat lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Gut 
71 Prozent der Stimmenden haben die Erbschaftssteuer-Initiative abgelehnt – kein einziger Kanton stimmte dem linken Umverteilungsprojekt zu. Jean-François Rime, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands, kommentiert den Totalabsturz einer weiteren wirtschaftsfeindlichen Vorlage so: «Es gibt keinen Widerspruch zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, auch wenn er immer wieder herbeigeredet wird.» Der vermeintliche Gegensatz von «Wirtschaft» und «Gesellschaft» sei nicht bloss konstruiert, sondern schlicht falsch. «Die KMU-Wirtschaft mit ihren 500 000 Unternehmungen macht 99,8 Prozent der Schweizer Betriebe aus. Sie ist ganz eigentlich das Volk.»

Mit Sicht auf die Verhältnisse in der Schweizer Volkswirtschaft – über 
82 Prozent Erwerbstätige, 88 Prozent der Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden – sagt der Gewerbepräsident: «Die überwältigende Mehrheit der ‹Gesellschaft› ist in der ‹Wirtschaft› tätig. Die Wirtschaft gehört damit genauso zum gesellschaftlichen Leben wie etwa die Kultur, der Sport oder die Bildung.»

Verantwortungsbewusst, geerdet

Die Tatsache, dass die Schweiz eine der global höchsten Unternehmensquoten aufweist – rund ein Drittel der Bevölkerung wechselt die Rolle zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber –, belege überaus deutlich die Absurdität eines angeblichen Grabens zwischen Bevölkerung und Wirtschaft. «Unsere Volkswirtschaft, getragen von Tausenden Unternehmerinnen und Unternehmern, von Familienbetrieben und Einzelunternehmen, ist mit der Gesellschaft auf engste Weise verbunden», so Rime. «Zu dieser KMU-Wirtschaft müssen wir Sorge tragen.»

«Bodenständige und geerdete» Unternehmer seien sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewusst und leisteten – nicht bloss mit der Ausbildung von rund 70 Prozent der Lernenden oder ihrem milizmässigen Engagement in Vereinen, gemeinnützigen Organisationen oder in der Politik – einen unverzichtbaren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg und zur Stabilität der Schweiz. «Diese Vorteile sind schier unschätzbar. Wir dürfen sie uns nicht wegschwatzen lassen von jenen, die einen Keil zwischen ‹Wirtschaft› und ‹Gesellschaft› treiben wollen», so der Gewerbepräsident.En

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