Publiziert am: 05.10.2018

«Wir sind die Besten»

EUROSKILLS 2018 – Das Schweizer Team hat an den Berufseuropameisterschaften in Budapest so richtig abgeräumt: 
Gleich vier Goldmedaillen und zwei Bronze­medaillen sicherte sich die achtköpfige Delegation. Erstmals erhielt auch ein Schweizer 
den Titel des «Best of Europe». Elektroinstallateur Daniel Gerber erreichte die höchste Punktzahl der über 500 Teilnehmenden.

Sie haben das beste Teamresultat 
erarbeitet, seit die Schweiz an 
EuroSkills mitmacht: Die acht Wettkämpferinnen und Wettkämpfer des SwissSkills-Teams. Daniel Gerber (Elektroinstallateur), Simon Rüedi (Land- und Baumaschinen­mechaniker), Pascal Gerber (Spengler) und Michael Egli (Steinmetz Architektur) heissen die neuen Berufseuropameister aus der Schweiz. Während dreier Tage überzeugten die vier Schweizer in ihren Berufen die Jury und setzten sich in Budapest gegen junge, maximal 25-jährige Berufsleute aus ganz Europa durch. Abgerundet wird die tolle Schweizer 
Bilanz durch die beiden Bronzemedaillen von Lea Meier (Dekorationsmalerin) und Philippe Bütschi (Gipser-Trockenbauer) sowie durch die beiden vierten Plätze von Valeria Tschann (Kosmetikerin EFZ) und Stefan Hersche (Maurer).

Daniel Gerber «Best of Europe»

Sogar den Titel des «Best of Europe» erhielt Daniel Gerber verliehen. Dem Elektroinstallateur aus Hirzel (ZH) gelang ein nahezu perfekter Wettkampf. Er erzielte 796 von 800 möglichen Punkten und damit die höchste Punktzahl der über 500 Teil­nehmerinnen und Teilnehmer der EuroSkills 2018. «Es waren ein paar aufregende Sekunden des Wartens, ob es gereicht hat oder nicht», erinnerte sich Spengler-Europameister Pascal Gerber noch einmal an die Siegerehrung vom Samstag. Wahrscheinlich sei dies das schönste Jahr seines bisherigen Lebens gewesen, blickte er zusammenfassend zurück.

Goldmedaillengewinner Michael Egli meinte, er müsse wohl erst zwei, drei Nächte darüber schlafen, bevor er das verstehe. Der Steinmetz aus dem bernischen Belp hat noch am letzten Wettkampftag nicht damit gerechnet, dass er das schafft. «Unbe­schreib­lich, dass es jetzt funktioniert hat», rang er nach Worten, während er etwas ungläubig die 
Medaille betrachtete.

Spengler Pascal Gerber fehlte gar «grad etwas die Luft, die Puste», nachdem er Gold bekommen hatte. «Unglaublich, was wir herausgeholt haben, nicht normal, und ich freue mich riesig.» Und Land- und Baumaschinenmechaniker Simon Rüedi sagte, er habe das Warten kaum aushalten können. Er hätte auf keinen Fall gedacht, dass es für Gold reichen würde: «Jetzt Riesenerleichterung, Riesenzufriedenheit, einfach nur geil. Wir sind die Besten!»

Bisheriger Rekord bezüglich Schweizer Goldmedaillen waren die EuroSkills 2012 in Lille mit drei goldenen Auszeichnungen. Noch nie hatte eine Schweizer Delegation zudem eine im Verhältnis zur Teamgrösse derart herausragende Bilanz aufzuweisen. Das ganze Team klassierte sich mit 731 Punkten im Durchschnitt klar als beste Nation vor Russland und Österreich. Drei Vier­­tel der Schweizer Teilnehmenden reisten mit einer Medaille nach 
Hause, die Hälfte gar mit der Goldmedaille.

 

Feierliche Begrüssung

Begrüsst wurden die acht Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie deren Expertinnen und Experten bei ihrer Ankunft am letzten Sonntag von einem stolzen Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes. In seiner Grussbotschaft betonte der Zürcher FDP-Nationalrat die wichtige Bedeutung der dualen Berufsbildung für den Wirtschaftsstandort Schweiz und hob die Team­leistung des Swiss­Skills- Teams hervor. Damit hätten die jungen Schweizer Berufs­leute ein bisher unerreicht gutes Resultat an Berufseuropameisterschaften erzielt. «Nutzen Sie diesen Winner-Spirit, den Sie in den letzten Tagen gezeigt haben. Nehmen Sie ihn mit und bringen Sie uns und die Schweizer Wirtschaft weiter», gab er ihnen mit auf den Weg zurück in den Berufsalltag.

Grosser Dank an Experten 
und Berufsverbände

Delegationsleiterin Christine Davatz bedankte sich für die ausserordentliche Leistung aller Beteiligten und betonte, der grossartige Erfolg des SwissSkills-Teams sei auch das Ergebnis des enormen Engagements der Expertinnen und der Experten sowie der Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und Berufsverbände im Hinter­grund. «Das ist nicht selbstverständlich und verdient besonderen Dank.» Dem schloss sich Rico Cioccarelli als Technischer Delegierter von Swiss­Skills an, mahnte aber auch: «Jetzt lassen wir uns feiern, morgen aber geht es weiter. Im Hinblick darauf, dass die internationale Konkurrenz nicht schläft und stetig besser wird, müssen wir dranbleiben, um unser hohes Niveau zu halten.»

Apropos: Fast eine weitere Medaille für die Schweiz? Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler erwähnte in seiner Ansprache ein bemerkenswertes Detail: Der hinter dem Spengler-Europameister Pascal Gerber zweitplatzierte Franzose Antoine Saint machte seine Ausbildung in einem Genfer Spenglereibetrieb. Irgendwie könnte also die Schweiz fast eine weitere Medaille in ihr Palmarès schreiben. CR

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