Publiziert am: Freitag, 24. Juni 2016

Zwei sehr wichtige Handelspartner

ASIEN – Die Schweiz, Singapur und Südkorea sind wirtschaftlich eng verbunden. Im Juli bereist Bundespräsident Schneider-­Ammann die beiden Märkte, die auch für Schweizer KMU von grossem Interesse sind.

Im kommenden Juli besucht der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann Singapur und Südkorea. Die Schweiz, Singapur und Südkorea sind wirtschaftlich viel ­enger verbunden, als man denkt. Zwischen ihnen gelten Freihandelsabkommen. Die jeweiligen Bevölkerungen gehören zu den gebildetsten der Welt.

Ähnlichkeiten und Unterschiede

So ähnlich sich die Länder sind, unterscheiden sie sich doch in ihren jeweiligen wirtschaftlichen Ausrichtungen. Während die Schweiz strukturell vor allem auf KMU aufbaut, bevorzugt Singapur staatsnahe Grosskonzerne und Südkorea private Konglomerate. Während sich aber die Schweiz und Singapur seit einigen Jahren in einem kontinuierlichen Regulierungsprozess befinden, ist Korea dabei, zu deregulieren und zu liberalisieren.

«SINGAPUR UND SÜD-KOREA GEHÖREN ZU DEN GEBILDETSTEN 
LÄNDERN DER WELT.»

Auch politisch sind sich die drei nicht ganz ähnlich. Die Schweiz ist neutral. So auch Singapur. Doch für die Löwenstadt bedeutet Neutralität viel regionale Zusammenarbeit. Südkorea versteht sich hingegen als international aktives Land. Durch das Anbieten guter Dienste und asienweit als moderierende Kraft zwischen den Kolossen China und Japan hat Seoul ein scharfes diplomatisches Profil.

Schweiz ist aktiv in Singapur...

Singapur und die Schweiz pflegen gute Beziehungen und arbeiten besonders im finanzwirtschaftlichen und bildungspolitischen Bereich eng zusammen. Dank günstiger Rahmenbedingungen sind mehr als 350 Schweizer Firmen in Singapur vertreten.

Daher ist die Löwenstadt der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Südostasien. Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens der Europäischen Freihandelsassoziation (European Free Trade Association, EFTA) mit Singapur im Jahr 2003 – das erste mit einem asiatischen Land – liess den Handel zwischen der Schweiz und Singapur sprunghaft ansteigen. Heute beträgt er um die fünf Milliarden Schweizer Franken pro Jahr.

Der Swiss Business Hub (SBH) und die Swiss-Asian Chamber of Commerce in Asia unterstützen die rund 350 Schweizer Firmen Singapur. Diese beschäftigen etwa 28 000 Personen vor Ort. Mit einem Bestand von Direktinvestitionen von etwa 16 Milliarden Schweizer Franken stellt die Schweiz den sechtsgrössten ausländischen Investor im Stadtstaat dar.

...und in Südkorea

In den Jahren 2012–2013 haben die Schweiz und Südkorea das 50-Jahr-Jubiläum der Aufnahme der bilateralen Beziehungen gefeiert. Die Schweiz ist Mitglied der Neutralen Überwachungsorganisation (Neutral Nations Supervisory Commission NNSC), ein Rechtsinstrument zur Verhütung von Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel. Deshalb ist die Schweizer Armee an der innerkoreanischen Grenze mit einer Beobachtermission stationiert.

Der wirtschaftliche Austausch zwischen der Schweiz und Südkorea hat sich vertieft, nachdem im Jahr 2006 das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) in Kraft trat. Heute beträgt das Handelsvolumen über drei Milliarden Schweizer Franken pro Jahr. Für über 2,4 Milliarden Franken haben Schweizer Firmen direkt in Südkorea investiert.

Heute sind ungefähr 100 Schweizer Firmen mit mehr als 12 000 Angestellten in Südkorea aktiv. Es ist der fünftwichtigste Absatzmarkt und der neuntwichtigste Zulieferer der Schweiz in Asien. Die Botschaft in Seoul wird seit November 2010 durch einen «Swiss Business Hub» ergänzt, der den Handel und die Investitionen zwischen den beiden Ländern fördert.

Auch für KMU interessant

Wenn Bundespräsident Schneider-Amman im Juli beide Länder besucht, wird auch eine Delegation des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv dabei sein. Denn beide Märkte sind auch für Schweizer KMU interessant. Und je mehr sich Singapur und Südkorea diversifizieren, desto KMU-näher werden sie.

Henrique Schneider,

Stv. Direktor sgv