Publiziert am: 14.04.2023

Ford lässt erneut ein Raubtier los

Probefahrt Ford Ranger Raptor – Die erste Generation des Power-Pick-ups war schon eine Wucht.Die zweite Generation macht alles noch besser – perfekt, um durch den Outback zu jagen. Bei uns fährt man damit allerdings höchstens zum Baumarkt.

Pick-ups gelten heute als Symbol für automobile Unvernunft: Gross, schwer und mit einer offenen Ladefläche, entsprechen sie so gar nicht dem aktuellen Zeitgeist. Wobei: Das kommt ganz auf die Region an. In grossen Teilen der Welt, etwa in Südostasien, Australien oder Süd- und Nordamerika sind Pick-ups enorm beliebt. Im aktuellen Kontext des Elektro-Hypes sind sie hierzulande erst recht verpönt – und doch sind auf unseren Schweizer Strassen immer mehr Pritschenwagen zu sehen. Die Pick-ups haben sich auch hier vom Arbeitstier zum Lifestyle-Modell entwickelt.

An diesem Punkt setzt der neue Ford Ranger Raptor an. Obwohl das Modell in Australien entwickelt wurde, um damit mit Vollgas über staubige Rüttelpisten zu düsen, trifft es bei uns den angesagten Adventure-Lifestyle, auch wenn die Kunden damit dann nur ins Büro fahren. Dennoch ist der Raptor ein ernst zu nehmender Offroader: Dank des ausgeklügelten Allradsystems, sperrbaren Differenzialen an beiden Achsen, grossen Geländereifen und einer entsprechend hohen Bodenfreiheit meistert der Power-Pick-up auch schweres Gelände spielend.

Die Fans wurden erhört

Um das wahre Wesen des Raptors zu erleben, muss man den Drehschalter aber noch eine Position weiterdrehen. «Baja» leuchtet dann auf dem Fahrerdisplay auf, und die Grafiken darauf färben sich Wüstensandgelb. Dann sind alle Parameter auf «scharf» gestellt: Der Doppelauspuff bollert, das Gaspedal reagiert gierig, die Lenkung ist straffer und das Fahrwerk ist darauf ausgelegt, zu tun, wozu der Ranger Raptor entwickelt wurde – in rasantem Tempo über Geländepisten zu fliegen. Damit es dabei ordentlich zur Sache geht, haben ihm die Entwickler ein entsprechendes Performance-Aggregat verbaut: einen willig hochdrehenden 3-Liter-V6-Biturbo-Benziner mit einer Leistung von 215 kW (292 PS), gekoppelt an ein 10-Stufen-Automatikgetriebe. Ford hat also die Rufe der Fans nach mehr Power gehört, denn der Vorgänger war ausschliesslich mit einem 2-Liter-Diesel erhältlich.

Rollt komfortabel

Innen ist der Pick-up modern und komfortabel ausgestattet: Ein voll digitales Cockpit mit riesigem Touchscreen im Hochformat in der Mittelkonsole, elektrisch zehnfach verstellbare Sportsitze oder eine B&O-Soundanlage erwartet man da nicht unbedingt. Und auch auf der Strasse macht er seine Sache vorzĂĽglich.

Ja, er fühlt sich gross und schwer an, seine Masse kann der Ranger Raptor nicht verstecken. Doch er rollt erstaunlich komfortabel ab und fährt ohne gross zu wanken durch Kurven, was in dieser Fahrzeugklasse nun wirklich keine Selbstverständlichkeit ist.

Dave Schneider

www.ford.ch

Auf einen Blick

Ford Ranger Raptor

Karosserie: Midsize-Pick-up mit Doppelkabine

Masse (L Ă— B Ă— H):

5360 Ă— 2028 Ă— 1926 mm

Ladefläche: 1564 mm Länge, 1224 mm Breite

Antrieb: 3-Liter-V6-Biturbo-Benziner, 10-Gang-Automatik, Allrad

Leistung: 215 kW (292 PS)

Drehmoment:

491 Nm bei 2300 U/min

Fahrleistungen: 180 km/h, 0-100 km/h in 7,9 Sekunden

Verbrauch (WLTP):

13,8 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss (WLTP):

315 Gramm pro Kilometer

Leergewicht/Nutzlast:

2454/652 Kilogramm

Garantie: 2 Jahre

Preis: Ab 74010 Franken

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