Publiziert am: 08.12.2023

Jugendliche mit Ausbildung zufrieden

Lehre – Die Unternehmen konnten bis August 2023 rund 84 Prozent der angebotenen Lehrstellen besetzen. Neu ist, dass 2023 Lehrstellen am häufigsten wegen fehlender Bewerbungen unbesetzt blieben.

Laut neusten Resultaten des Nahtstellenbarometers haben im Sommer 2023 rund 86 000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen. Davon haben 46 Prozent eine berufliche Grundbildung begonnen. 36 Prozent haben den allgemeinbildenden Weg eingeschlagen. Die restlichen 18 Prozent haben sich für eine Zwischenlösung entschieden. Im Anschluss daran möchten die meisten Jugendlichen eine berufliche Grundbildung starten.

Der Grossteil der ausbildenden Unternehmen hat das Lehrstellenangebot verglichen mit 2022 konstant gehalten. Die Besetzung der angebotenen Lehrstellen ist mit 84 Prozent gleich wie in den Vorjahren.

Jede dritte Lehrstelle im Bau blieb offen

82 Prozent der Jugendlichen haben im Sommer 2023 ihre favorisierte Ausbildung begonnen. Insgesamt ist für die Jugendlichen die Ausbildungssituation im Anschluss an die obligatorische Schule zufriedenstellend. Aufseiten der Unternehmen konnten bis August 2023 rund 84 Prozent der angebotenen Lehrstellen besetzt werden, ähnlich viele wie in den Vorjahren. Schwierigkeiten bei der Vergabe von Lehrstellen haben sich 2023 im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (Sekretariatsdienste, Callcenter, Kongressveranstalter usw.) gezeigt.

«Bis August sind 40 Prozent der angebotenen Lehrstellen offengeblieben.»

Bis August sind 40 Prozent der angebotenen Lehrstellen offengeblieben. Im Baugewerbe blieb jede dritte Lehrstelle unbesetzt, im Gastgewerbe rund jede vierte. Dies zeigen die Resultate des Nahtstellenbarometers.

Knapp zehn Bewerbungen

Durchschnittlich haben die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche knapp zehn Bewerbungen verfasst. Verglichen mit dem Vorjahr war im Schnitt eine Bewerbung mehr nötig, um eine Lehrstelle zu finden. 2023 hat der Bewerbungsprozess durchschnittlich länger gedauert als während der Covid-Pandemie. Damit gleicht sich das Zeitfenster für Bewerbungen wieder den Vorpandemie-Jahren an. Der Grossteil der Befragten hat im Spätsommer 2022 (44 Prozent) oder noch früher (30 Prozent) mit dem Bewerbungsprozess begonnen.

Von den Jugendlichen, die eine allgemeinbildende Schule gewählt haben, besuchen 74 Prozent ein Gymnasium und 26 Prozent eine Fachmittelschule. Als Zwischenlösung haben sich neun Prozent für ein Brückenangebot und ebenso viele für ein Zwischenjahr entschieden. Im Vergleich zu den Vorjahren ist bei den Zwischenjahren ein Anstieg zu verzeichnen. Im Anschluss an das Zwischenjahr möchten auch 2023 die meisten Jugendlichen eine berufliche Grundbildung beginnen.

Neue BegrĂĽndung

Der Anteil der im August 2023 vergebenen Lehrstellen (84 Prozent) bewegt sich im Rahmen der Vorjahre. Am häufigsten blieben Lehrstellen 2023 wegen fehlender Bewerbungen unbesetzt. Die Begründung für freibleibende EFZ-Lehrstellen ist damit neu. Bisher gaben die Unternehmen an, dass sie ihre Lehrstellen aufgrund ungeeigneter Bewerbungen nicht besetzen konnten.

Das Nahtstellenbarometer wird von gfs.bern im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI erhoben. Es zeigt die aktuelle Situation und die Entwicklungstendenzen an der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schule und Sekundarstufe II auf. Es wird jährlich zwei Mal erhoben. Stichtage sind jeweils der 15. April und der 31. August. Für die nun vorliegenden Hochrechnungen wurden vom 10. Juli bis 31. August 2023 2071 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren schriftlich befragt. Aufseiten der Unternehmen wurden vom 17. Juli bis 5. September 2023 3835 Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden (in Vollzeitäquivalenten) schriftlich befragt.

pd/sgz

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