Publiziert am: 01.03.2024

Stellantis beschleunigt seine Wasserstoffstrategie

Hydrogen-Lieferwagen – Der viertgrösste Autohersteller der Welt setzt auf leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb. Nun wurden die Ziele ambitionierter formuliert: Künftig sollen 5000 Transporter jährlich von den Bändern in Frankreich und Polen laufen.

Der Stellantis-Konzern, mit seinen 14 Marken aktuell der viertgrösste Autohersteller der Welt, gibt auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität mächtig Gas. Und hier stimmt das Bild für einmal tatsächlich, denn Stellantis setzt bei seinen leichten Nutzfahrzeugen auch auf Wasserstoff.

Nun beschleunigt das Unternehmen die Strategie: In Frankreich und Polen sollen künftig pro Jahr 5000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge der Modelle Citroën ë-Jumpy und ë-Jumper, Fiat E-Scudo und E-Ducato, Opel Vivaro und Movano sowie Peugeot E-Expert und E-Boxer vom Band rollen.

«die Produktionskosten der Fahrzeuge sollen mit steigenden Stückzahlen bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich sinken.»

Das kĂĽndigte Jean-Michel Billig an, der bei Stellantis die Wasserstoffstrategie verantwortet. Die Produktion der Wasserstoff-Transporter ist bereits im Januar in den Werken Hordain in Frankreich sowie Gliwice in Polen angelaufen. In Hordain werden die mittelgrossen Vans, in Gliwice die schweren Transporter gebaut.

Keine schwere und teure Traktionsbatterie

Der für den an Bord in einer 75-kW-Brennstoffzelle produzierten Strom verwendete Wasserstoff kostet derzeit etwa 9,50 Euro pro Kilogramm, rechnet Billig vor. In der Schweiz sind es aktuell 10.80 Franken. «Der Verbrauch der Fahrzeuge liegt bei etwa 1,2 Kilogramm pro 100 Kilometer.» Damit lägen die Betriebskosten in etwa auf dem Niveau von Batteriefahrzeugen oder Verbrennern. Jean-Michel Billig rechnet aber damit, dass sich der Preis für Wasserstoff bis Ende des Jahrzehnts auf sechs bis sieben Euro verringert.

Auch die Produktionskosten der Fahrzeuge sollen mit steigenden StĂĽckzahlen bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich sinken. Stellantis rechnet sogar mit einer Halbierung.

Gerade bei Nutzfahrzeugen bietet der Wasserstoffantrieb gegenüber den batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) Vorteile, weil sie keine grosse, schwere und teure Traktionsbatterie benötigen. Auch Wasserstofffahrzeuge fahren rein elektrisch, der Strom dafür wird aber in einer Brennstoffzelle an Bord erzeugt. Auch bei den schweren Nutzfahrzeugen sehen Hersteller und Experten gute Chancen für den Wasserstoff. ds

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