Publiziert am: 07.06.2024

Langfristig und stabil aufgestellt

PISTOR – Die Grosshändlerin wächst kontinuierlich und beliefert neben Bäckereien und Konditoreien auch Gastro- und Gesundheitsbetriebe. Das Rothenburger Unternehmen investiert zudem in nachhaltige Logistiklösungen und plant ein neues Verteilzentrum in Sennwald.

Wer bei Pistor an eine «Gipfeli»-Lieferantin denkt, liegt komplett falsch. «Wir sind heute ein breit aufgestelltes Unternehmen. So beliefern wir Bäckerei-Confiserien und die Gastronomie mit Lebensmitteln und bauen mit Healthcare ein drittes Standbein auf», erklärt Patrick Lobsiger, CEO von Pistor. Und er ergänzt: «Wir beliefern also Spitäler und andere Gesundheitsbetriebe mit Medizinalverbrauchsartikeln.» Das Sortiment im Bereich der Lebensmittel ist enorm breit und reicht von Fleisch, Fisch über Frischeprodukte, Bäckerei-Rohstoffe, Milchprodukte bis hin zu Tiefkühlartikeln. «Unsere Kundschaft findet alles, was ihr Herz begehrt, und bekommt es bequem und zuverlässig vor die Haustür geliefert. Im Bereich Non-Food vertreiben wir vor allem medizinisches Verbrauchsmaterial, Reinigungsmittel und Hygieneartikel», sagt Lobsiger.

Alle Pistor-Marktsegmente haben sich in den letzten Jahren robust entwickelt, wobei das Bäckerei-Confiserie-Segment etwas stärker vom Strukturwandel betroffen war. Dazu der CEO: «Es gibt in allen Marktsegmenten sehr erfolgreiche Unternehmen. Für uns als Geschäftspartner gilt es, mit den Veränderungen mitzugehen und uns anzupassen. Ziel ist es, die beste Partnerin für unsere Kundinnen und Kunden zu sein.» Das Eigentümer-Segment der Bäckerei-Confiserien wuchs letztes Jahr um stabile 2,5 Prozent.

«Unser Ziel ist es,die beste Partnerin für unsere Kunden zu sein. Darauf legen wir grossen Wert.»

Das Pistor-Plus-Netzwerk ist ein separates Gefäss. Hier bieten über 320 Partner ihre Sortimente und Dienstleistungen an. Die Auswahl ist riesig und geht von Markenartikeln über Gemüse bis hin zu Ladeninventar. «Ein grosser Vorteil für unsere Mitglieder ist, dass wir den Verrechnungsprozess übernehmen, damit profitieren sie von vereinfachter Rechnungsadministration, längeren Zahlungsfristen und Umsatzboni.»

Pistor bietet die zuverlässigste und nachhaltigste Lieferkette am Markt. «Darauf bin ich stolz, denn dahinter steckt die harte Arbeit aller Mitarbeitenden», freut sich Lobsiger. «Gleichzeitig bieten wir unserer Kundschaft qualitativ starke Dienstleistungen und schaffen es, uns stets vorwärtszubewegen und uns für die Zukunft aufzustellen. Unser Ziel ist es, die beste Partnerin für unsere Kunden zu sein. Darauf legen wir grossen Wert.»

Elektro-LKW und CO2-reduzierende Bauweise

Pistor liegt die kontinuierliche Entwicklung ihrer Mitarbeitenden am Herzen. «Wir unterstützen darum Weiterbildungen proaktiv. Intern bieten wir ein Programm für Fach- und Freizeitkurse», sagt Lobsiger, Ebenso ist dem Handels- und Dienstleistungsunternehmen wichtig, junge Menschen mit auf den Weg zu nehmen und ihnen ihr berufliches Rüstzeug in die Hand zu geben. Derzeit bildet Pistor 22 Lernende aus – dies in Berufsgruppen wie kaufmännischer Grundausbildung, Informatik, Logistik, Betriebsunterhalt oder Strassentransport. Einen hohen Stellenwert hat bei Pistor auch die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung. «Für uns sind die Reduktion unseres CO2-Fussabdrucks und die Minimierung von Foodwaste zentrale Themen. So bauen wir beispielsweise unsere Elek-tro-Flotte laufend aus, nutzen ausschliesslich erneuerbare Energien und sind Gründungsmitglied des Vereins United Against Waste, der sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt», betont Lobsiger. Im sozialen Bereich achtet Pistor da-rauf, dass ihre Produkte und Dienstleistungen ethische Normen erfüllen und sie ihren Mitarbeitenden eine verantwortungsvolle Arbeitgeberin ist. Und im ökonomischen Bereich reinvestiert die innovative Grosshändlerin Vorteile der Kundschaft in hochmoderne Infrastruktur, zukunftsträchtige Projekte und in ein breites Produkt- und Dienstleistungsspektrum.

«Für uns sind die Reduktion unseres CO2-Fussabdrucks und die Minimierung von Foodwaste zentrale Themen.»

Um seine Strassenkilometer zu reduzieren, setzt das Handelsunternehmen für den Transport der Waren zu den Pistor-Verteilzentren auf die Bahn. Letztes Jahr kamen 900 000 Kilometer auf Schienen zusammen. Erst dann kommt die Lastwagenflotte zum Einsatz – von 105 Fahrzeugen sind derzeit 11 elektrisch, was die Umwelt jährlich um 300 Tonnen CO2 entlastet. «Letztes Jahr haben wir Elektro-Lkw für eine Summe von 6,4 Millionen Franken gekauft. Wir wollen den elektrischen Anteil in unserer Flotte stetig steigern.» Bei den Neubau- und Renovationsprojekten ist die Ökologie ein treibender Faktor. Beim Ausbau des Hauptsitzes in Rothenburg beispielsweise kommt eine CO2-reduzierende Bauweise zum Zug. Das neue Verteilzentrum in der Ostschweiz, das 2025 eröffnet werden soll, wird aus Fichtenholz gebaut und flächendeckend mit Solaranlagen ausgestattet sein. Zum Einsatz kommen ausserdem Wärmepumpen, elektrische Lastwagen sowie eine Waschstrasse mit Regenwasser.

Langfristige Investitionen

Pistor investiert auf breiter Ebene in die Zukunft. So entstehen am Hauptsitz in Rothenburg bis in den nächsten Jahren und auf einer Fläche von vier Fussballfeldern neue Büro-, Lager-, Warenumschlags- und Distributionsflächen. Auch in anderen Landesteilen geht es voran: «Unsere Verteilzentrale Ostschweiz ermöglicht, regionale Kunden hochfrequentierter und nachhaltiger zu beliefern, und wir modernisieren unsere Verteilzentrale Westschweiz in Chavornay», konkretisiert Lobsiger. Pistor will den Qualitätsstandard ihrer Dienstleistungen für die Kundschaft hochhalten und stetig weiterentwickeln. «Hierfür benötigen wir ein solides finanzielles Fundament und ein langfristig orientiertes, profitables Wachstum.» Aufgrund des Strukturwandels im Bäckerei-Confiseur-Segment wird Pistor hauptsächlich in der Gastronomie und im Gesundheitssegment, also im Bereich Healthcare, wachsen: «Der Schweizer Gastromarkt hat ein Volumen von über 10 Milliarden Schweizer Franken und ist damit attraktiv. Hinzukommt, dass wir mit Mercanto ein digitales Einkaufszentrum entwickelt haben, welches wir zur grössten B2B-Plattform für Food und Non-Food aufbauen wollen.»

Corinne Remund

www.pistor.ch

DAS MACHT PISTOR

FĂĽr Confiserie, Gastro und Pflege

Pistor ist über 100 Jahre alt: Im Jahr 1916 wurde sie von Schweizer Bäckerei- und Konditoreibetrieben gegründet, um gemeinsam bessere Einkaufspreise verhandeln zu können. Das junge Unternehmen entwickelte sich rasch und liess sich auch durch schwierige Kriegszeiten nicht vom Weg abbringen. Nach und nach entwickelte sich Pistor zu dem, was sie heute ist: ein führendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen in der Schweiz. Die Grosshändlerin und Dienstleisterin ist als Genossenschaft organisiert. Ihre Eigentümerinnen und Eigentümer sind über 1200 Bäckereien und Confiserien in der Schweiz, also Betriebe aus jener Branche, aus der Pistor entstand. Beliefert werden aber auch im grossen Stil Gastrobetriebe. Zudem wird das Geschäft auch im Bereich Healthcare ausgebaut. Mitglied können jedoch nur produzierende Bäckerei-Confiseur-Betriebe werden.

Pistro liefert ihrer Kundschaft zuverlässig das, was sie braucht. Also erstens eine Auswahl an über 27 000 Food- und Non-Food-Produkten. Und zweitens vereinfacht die Genossenschaft das Geschäftsleben der Schweizer Bäcker-Confiseure, indem sie mit Dienstleistungen wie beispielsweise einem vereinfachten Bestellprozess durch die Bestellplattform Mercanto oder Verrechnungsdienstleistungen im finanziellen Bereich zur Seite steht.

Stetiges Wachstum

Der Umsatz stieg in den letzten Jahren kontinuierlich. So erwirtschaftete Pistor im Jahr 2023 rund 797 Millionen Franken, fast 10 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Genossenschaft reinvestiert ihre Einnahmen in Kundenvorteile sowie in ihre Infrastruktur. Es sind verschiedene Bau- und Digitalprojekte geplant. Pistor ist allein im letzten Jahr um 54 Personen auf total 671 Mitarbeitende gewachsen. Dies widerspiegelt das stetige Wachstum des Unternehmens. Im Jahr 2024 sind rund 60 zusätzliche Stellen eingeplant, um der Kundschaft einen weiterhin hohen Dienstleistungsstandard zu garantieren. Ausserdem werden 22 Lernende ausgebildet und 15 Schonarbeitsplätze angeboten, um leistungseingeschränkte Menschen ins Berufsleben integrieren zu können. CR

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