Erstmals mehr Senioren als junge Menschen
Statistik – Die demografische Alterung der Schweiz schreitet schneller voran. Die Geburtenhäufigkeit ging 2025 im vierten Jahr in Folge zurück. Auch der internationale Wanderungssaldo war rückläufig.
Umfrage – Die Schweizer Arbeitgeber blicken mit grösserer Zurückhaltung auf das zweite Quartal 2026: Es findet ein Rückgang der Einstellungsabsichten statt. Das zeigt der Beschäftigungsausblick der ManpowerGroup. Die Umfrage offenbart zudem strukturelle Probleme bei der Einführung von KI.
Die Schweiz beziehungsweise die Schweizer Arbeitgeber nahmen beim globalen Beschäftigungsausblick der ManpowerGroup – einem global führenden Anbieter innovativer Arbeitsmarktlösungen – mit ihren sehr positiven Einstellungsabsichten lange Spitzenpositionen ein. Für das zweite Quartal 2026 trifft dies nicht mehr zu. Der bereinigte Schweizer Nettobeschäftigungsausblick (NEO) liegt noch bei 18 Prozent und damit 13 Prozentpunkte unter dem globalen Durchschnitt beziehungsweise drei Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt.
Schaut man auf die Entwicklung in der Schweiz, zeigt sich, dass sich der NEO im Vergleich zum ersten Quartal 2026 (26%) um 8 Prozentpunkte und im Vergleich zur Vorjahresperiode (25%) um 7 Prozentpunkte verschlechtert hat. Zuletzt lagen die Einstellungsabsichten im Q4 2022 (21%) auf einem ähnlichen Niveau.
«Die Gründe für den Rückgang der Einstellungsabsichten in vielen Branchen liegen in der wirtschaftlichen Unsicherheit, einer schwachen globalen Nachfrage, einer beschleunigten Automatisierung sowie einem verstärkten Fokus auf Produktivität», sagt Eric Jeannerod, Country Manager der ManpowerGroup Schweiz.
«Wir beobachten, dass die veränderten Rahmenbedingungen dazu führen, dass Unternehmen wieder stärker auf flexible Anstellungsmodelle zurückgreifen. Temporärarbeit scheint ein dauerhafter Bestandteil moderner HR-Strategien zu werden, damit ökonomische Flexibilität besteht. Gleichzeitig möchte man sich schnell Talente sichern können.»
Befragt nach den grössten Hürden für die Mitarbeitenden für die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI), zeigt sich, dass weniger einzelne Faktoren als eine Kombination aus Unsicherheit, fehlenden Strukturen und Kompetenzen verantwortlich sind. Am häufigsten werden Datenschutz- und Regulierungsbedenken (17%) als wichtigste Barriere genannt.
Darüber hinaus zeigt sich ein breites Mittelfeld an Herausforderungen (je rund 9%): fehlende Tools und Plattformen, unzureichende Schulung, unklare Regeln für den KI-Einsatz sowie Widerstand gegen-über Veränderungen. Auch fehlende Skills, schwierige Identifikation von Use Cases und mangelhafte Umsetzung bremsen die Adoption. «Viele der Themen werden von einem grossen Teil der befragten Unternehmen gar nicht als Topbarriere priorisiert. Dies deutet darauf hin, dass es keine einzelne dominante Hürde gibt, sondern ein strukturelles Gesamtproblem», sagt Eric Jeannerod.
Laut den 581 in der Schweiz befragten Entscheidungsträgern wird KI vor allem bei analytischen und wissensintensiven Fähigkeiten als unterstützend gesehen. An der Spitze stehen Problemlösung (66%) sowie Lernen/Training (65%), gefolgt von technischer Expertise (62%), Kommunikation (61%) und Kreativität (61%). Auch Kundenservice (60%), Projektmanagement (57%) und strategisches Denken (54%) werden mehrheitlich als durch KI ergänzbar eingeschätzt. Deutlich zurückhaltender sind die Erwartungen bei stärker zwischenmenschlichen und wertebasierten Kompetenzen wie Vertrieb (48%), Teamführung (45%) oder ethisches Urteilsvermögen (32%). Diese Kompetenzen gelten mit Abstand am wenigsten durch KI unterstützbar, was die weiterhin zentrale Rolle des Menschen in einer zunehmend automatisierten Arbeitswelt unterstreicht. KI wird in Unternehmen also primär als Verstärker für kognitive und produktivitätsnahe Aufgaben gesehen – weniger für Führungs-, Beziehungs- und ethische Kompetenzen.
Die Umfrage der ManpowerGroup zur Beschäftigungsprognose wird weltweit als wichtiger Indikator für den Arbeitsmarkt herangezogen. Zwischen dem 1. Januar und dem 3. Februar 2026 wurden in der Schweiz hierzu 581 Interviews durchgeführt.
pd
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