Publiziert am: 08.05.2026

Das duale System der Schweiz überzeugt

BERUFSBiLDUNG INTERNATIONAL – Eine kanadische Delegation liess sich vom sgv über das Schweizer Berufsbildungssystem informieren. Der angeregte Austausch gab den Gästen aus Kanada einen Einblick in die Besonderheiten der Berufsbildung.

Auf Initiative des Berufsbildungszentrums Olten und des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen besuchte eine Delegation von kanadischen Berufsbildungsexpertinnen und Berufsbildungsexperten Ende April den Schweizerischen Gewerbeverband sgv in Bern und liess sich von sgv-Direktor Urs Furrer und Dieter Kläy, Ressortleiter Berufsbildung, das Schweizer Berufsbildungssystem erklären.

Die kanadische Delegation bestand aus leitenden Vertretern und Vertreterinnen des Southern Alberta Institute of Technology (SAIT), des British Columbia Institute of Technology (BCIT) und des Douglas College.

Bildungspolitik ist Wirtschafts- wie auch Sozialpolitik

sgv-Direktor Urs Furrer betonte einleitend die Bedeutung des dualen Berufsbildungssystems für die Unternehmen und den Arbeitsmarkt. Bildungspolitik sei die Wirtschafts- und Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts: Wirtschaftspolitik, weil die moderne Ökonomie ohne gut ausgebildete Menschen nicht funktionieren würde. Bildungspolitik sei aber auch Sozialpolitik. Denn gut ausgebildete Menschen würden in aller Regel für sich selbst sorgen können. Überdies leisten sie einen persönlichen Beitrag an das Funktionieren der Gemeinschaft und des Sozialstaats.

Arbeitsmarktnähe garantiert

Dieter Kläy erklärte die Grundzüge des dualen Berufsbildungssystems und verwies auf die Verbundpartnerschaft, ohne die das System nicht funktionieren würde. Sozialpartner, Bund, Kantone, Unternehmen, Berufsfachschulen – sie alle tragen zum Erfolg bei. Gemeinsam mit den Branchen setzt sich der sgv dafür ein, dass die Ausbildung attraktiv bleibt, sich weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht.

Zwei von drei Jugendlichen starten mit einer beruflichen Grundbildung ins Arbeitsleben. Dabei bilden die kleinen und mittleren Betriebe das Fundament dieser dualen Grundbildung. Rund 550 000 KMU (bis 250 Mitarbeitende) stellen etwa 70 Prozent der Arbeitsplätze und einen ebenso grossen Anteil der Ausbildungsplätze zur Verfügung. Der enge Bezug zur Wirtschaft garantiert für Arbeitsmarktnähe. Was in der beruflichen Grund- und Weiterbildung vermittelt wird, ist aktuell, modern und zukunftsgerichtet.

Interessierte kanadische Delegation

Die angeregte Diskussion mit den Vertreterinnen und Vertretern der kanadischen Delegation drehte sich um Finanzierungsfragen, um die gesetzlich alle fünf Jahre vorgeschriebene Überprüfung der Berufsbilder und um die Zusammenarbeit mit den Lehrbetrieben.

pd

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