Publiziert am: 22.05.2026

Es lebe der (Elektro-)Sport

Hyundai Ioniq 6N – Nach dem Ioniq 5 wurde nun auch die Limousine Ioniq 6 von Hyundais Sporttochter N unter die Fittiche genommen. Herausgekommen ist ein bemerkenswertes Fahrzeug, das polarisieren wird.

Von null auf hundert in 3,2 Sekunden – das ist völlig verrückt. Noch vor wenigen Jahren blieben solche Beschleunigungswerte der kleinen Elite der Hypercars vorbehalten. Heute kann sie jeder mit seinem Familienauto erleben – sofern dieses elektrisch angetrieben wird. Okay, nicht jedes Elektroauto ist dermassen spurtstark, und es bedarf schon noch etwas mehr als einfach nur schierer E‑Power, um ein Auto verantwortungsvoll auf diese Werte zu bringen. Doch leistungstechnisch ist bei Elektromotoren sehr viel möglich, ohne dass der Hersteller dazu besonders viel Entwicklungskompetenz bräuchte.

Was Hyundais Sportabteilung N nun aber gemacht hat, geht weit über diese Spurtstärke hinaus. Die 4,94 Meter lange Limousine Ioniq 6 schafft in der neuen N‑Version einen enormen Spagat: komfortabel, flüsterleise und verbrauchsarm auf der Autobahn mit einer Normreichweite von 487 Kilometern, sehr agil und emotional auf der Passstrasse – und laut, wild und unglaublich gut auf der Rennstrecke.

Perfekt inszeniert

Diese Verwandlung von der braven Limousine zum ernst zu nehmenden Sportwagen geschieht auf Tastendruck am Lenkrad – und was dann abgeht, muss man erlebt haben. Der Koreaner imitiert ein Doppelkupplungsgetriebe in perfekter Vollendung, schaltet, gibt Zwischengas, lässt beim Anbremsen Fehlzündungen erklingen – doch das alles wird nur vorgegaukelt und findet nur im Innern des Cockpits statt. Gleichzeitig werden die vollen 448 kW/609 PS auf die vier antreibenden Räder freigelassen, im sogenannten Grin-Boost sind es kurzzeitig sogar 478 kW/650 PS.

Doch beim Ioniq 6N geht es nicht nur um schiere Power und virtuelle Spielereien. Die Abstimmung des Fahrwerks ist erste Sahne – die elektronisch geregelten Dämpfern machen einen hervorragenden Job, das elektronische Sperrdifferenzial (e‑LSD) schiebt die Limousine wie auf Schienen um die Radien. Die verbreiterte Spur und die Aero-Anbauteile inklusive Heckflügel erhöhen die Stabilität, zusätzliche Schweisspunkte und strukturelle Verstärkungen erhöhen die Steifigkeit. Und um auf der Rennstrecke die möglichst optimale Performance abrufen zu können, haben die Koreaner dem Ioniq 6N ein System zur Batterievorkonditionierung verpasst, das je nach gewähltem Fahrmodus den Akku auf die perfekte Temperatur bringt.

Also doch völlig verrückt? Ja, irgendwie schon – aber auch verrückt gut. Eine so gelungene Kombination aus kommodem Gleiter und Sportwagen gibt es zwar auch anderswo, kostet dort aber deutlich mehr. Denn für 74 900 Franken ist der Ioniq 6N im Vergleich zur Konkurrenz ein echtes Schnäppchen.ds

www.hyundai.ch

Auf einen Blick

Hyundai Ioniq 6N

Karosserie: Limousine mit 4 Türen und 5 Plätzen

Masse (L Ă— B Ă— H):

4935 Ă— 1940 Ă— 1495 mm

Kofferraum: 371 l

Leergewicht /Nutzlast: 2276 / 359 kg

Antrieb: 2 permanenterregte E‑Motoren, Allradantrieb

Leistung: 478 kW (650 PS)

Drehmoment: 770 Nm

Fahrleistungen:

257 km /h, 0–100 km /h in 3,2 s

Batteriekapazität: 84 kWh (brutto)

Ladeleistung:

260 kW (DC), 11 kW (AC)

Verbrauch (WLTP):

18,7 kWh auf 100 km

Reichweite (WLTP): 487 km

Garantie: 5 Jahre

Batterie-Garantie:

8 Jahre oder 160 000 km

Preis: Ab 74 900 Franken

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