Publiziert am: 08.05.2026

Flexibilität ist ein strategischer Vorteil

Neuausrichtung – Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Um Fluktuation zu reduzieren und verfügbare Talente zu gewinnen, müssen Arbeitgeber verstehen, worauf es Kandidaten wirklich ankommt.

Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung. Das schreibt der Personaldienstleister Michael Page in der Lohnübersicht 2026 für die Schweiz. Die Mobilität von Talenten hat nachgelassen, der Optimismus der Kandidaten ist gedämpft, und die Einstellungszyklen verlängern sich.

Arbeitgeber und Mitarbeiter passen sich dieser neuen Normalität an, die zunehmend auf temporäre und interimistische Rollen setzt, um Unsicherheiten zu bewältigen. Über 50 Prozent dieser Positionen werden in Festanstellungen umgewandelt, was sie zu einem strategischen Einstiegspunkt für Unternehmen und Fachkräfte macht.

VergĂĽtungspakete bleiben zentral

Um Fluktuation zu reduzieren und verfügbare Talente zu gewinnen, müssen Arbeitgeber verstehen, worauf es Stellenbewerbern wirklich ankommt. Die Unternehmenskultur spielt eine entscheidende Rolle. Kandidaten suchen in der Regel nach inklusiven Arbeitsumgebungen, die berufliche Entwicklung und kontinuierliches Lernen fördern.

Vergütungspakete bleiben ein zentraler Bestandteil. Auch wenn die Grundgehälter weitgehend stabil bleiben, haben sich die Erwartungen hinsichtlich Gehaltserhöhungen abgeschwächt. Laut dem «Candidate Confidence Salary Index» von Michael Page ist der Anteil der Kandidaten, die mit einer Gehaltserhöhung rechnen, seit Anfang 2025 von 74 auf 59 Prozent gesunken.

In diesem Umfeld können flexible Zusatzleistungen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Arbeitgeber sollten sich vom «One size fits all»-Ansatz verabschieden und die Benefits an die unterschiedlichen Prioritäten der Mitarbeiter anpassen. Beispielsweise sprechen Fitnessstudio-Mitgliedschaften eher jüngere Mitarbeiter an, während erhöhte Pensionsbeiträge für erfahrenere Fachkräfte attraktiver sein können. Am wichtigsten ist, dass die Führungskräfte den vollständigen Wert des Angebots klar kommunizieren können. Kandidaten suchen nach Flexibilität und Relevanz – nicht nach Perfektion. Ein klar formuliertes Angebot reicht oft aus, um ihre Erwartungen zu erfüllen.

KI als Ergänzung

Flexibilität bleibt ein prägendes Merkmal und ist ein strategischer Vorteil. Für erfahrene Fachkräfte bietet sie wertvolle Möglichkeiten – etwa Remote-Arbeit, Teilzeitmodelle oder flexible Arbeitszeitregelungen. Zum Beispiel 90 Prozent arbeiten und die restlichen zehn Prozent als Block freinehmen.

Temporäre und interimistische Rollen, die früher von vielen Schweizer Fachkräften gemieden wurden, sind heute weitgehend akzeptiert. Diese «Plug and Play»-Positionen bieten Agilität und Zugang zu Talenten, während sie Arbeitgebern helfen, Personalgrenzen zu managen. Gleichzeitig eröffnen sie Kandidaten die Chance auf eine Festanstellung und halten ihre Fähigkeiten und Lebensläufe marktfähig.

Auch künstliche Intelligenz verändert den Talentmarkt. Arbeitgeber, die KI als Ergänzung und nicht als Ersatz verstehen, sind besser aufgestellt, um Innovationen voranzutreiben und zukunftsorientierte Talente zu gewinnen.pd

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