Publiziert am: 08.05.2026

«Integration lohnt sich immer»

Vorreiter – Der Kanton Aargau hat das interinstitutionelle Netzwerk «Kooperation Arbeitsmarkt» lanciert. Stellensuchende mit erschwerten Voraussetzungen erhalten dadurch dauerhaft Zugang zum Arbeitsmarkt. Bundesrat Beat Jans liess sich vor Ort die Vorreiterrolle des Kantons bei der Integration zeigen.

Der Kanton Aargau gilt als Vorreiter der interinstitutionellen Arbeitsmarktintegration. Warum das so ist, liess sich Bundesrat Beat Jans vor Ort zeigen. Gemeinsam mit dem Leiter der Direktion für Arbeit des SECO, Jérôme Cosandey, und dem Aargauer Regierungsrat Dieter Egli besuchte er Mitte April das Ausbildungszentrum Swiss Logistics in Rupperswil. Fachleute demonstrierten, wie dank des Netzwerks «Kooperation Arbeitsmarkt» auch Stellensuchende mit erschwerten Voraussetzungen dauerhaft Zugang zum Arbeitsmarkt haben und Unternehmen effizient Mitarbeitende finden.

Entscheidend sei, dass jene Menschen arbeiten könnten, die bereits hier lebten – Geflüchtete, ältere Stellensuchende oder Wiedereinsteigerinnen. Der Kanton Aargau beweise, dass dies funktioniert, wenn alle Fäden beim RAV als ‹Single Point of Contact› zusammenliefen, sagte der Vorsteher des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vor den Medien in Rupperswil. «Integration lohnt sich immer, für alle», so Bundesrat Beat Jans weiter.

Das bestätigte auch Jérôme Cosandey: «Wo gibt es noch unausgeschöpftes Arbeitskräftepotenzial in der Schweiz? Das kann ich Ihnen sagen: Einen wichtigen Hebel stellen Personen auf Stellensuche dar. Diese verkörpern unausgeschöpftes Potenzial.» Für die Betroffenen und ihre Familien, für die Arbeitgeber und zuletzt für die Finanzen unserer Sozialwerke brauche es den gemeinsamen Willen, um die bereits hier lebenden Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

«Präzis ineinandergreifen»

«Damit Menschen mit schwierigen Startbedingungen Arbeit finden, müssen viele Räder präzis ineinandergreifen», unterstrich Dieter Egli, Aargauer Regierungsrat und Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres. Um den sogenannten Drehtüreffekt – ständige Wechsel zwischen Anlaufstellen ohne klare Zuständigkeit – zu vermeiden, haben das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau und die SVA Aargau im Jahr 2019 die «Kooperation Arbeitsmarkt» (KoAm) lanciert. Das Netzwerk verbindet Regionale Arbeitsvermittlung (RAV), Invalidenversicherung, kantonale Integrationsförderung, Sozialdienste interessierter Gemeinden, Unternehmen und Verbände.

Ein zentrales Instrument ist dabei die «Arbeitsmarktliche Integration plus» (AMIplus), die von Gemeinden oder dem Migrationsamt genutzt werden kann. Dieses Angebot sieht eine intensivierte Beratung und Betreuung von Sozialhilfebeziehenden und anerkannten Geflüchteten vor, um sie für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Seit 2019 wurden im Rahmen von AMIplus 2019 Fälle bearbeitet. Im Jahr 2025 lag dabei die Vermittlungsquote bei Teilnehmenden, die Sozialhilfe bezogen, bei knapp 45 Prozent.

Aargau erfüllt Zielvorgabe

Auch die Erwerbsquote von Personen aus der Ukraine mit mindestens drei Jahren Aufenthaltsdauer zeigt, dass das Aargauer Modell wirkt: Per Ende Februar 2026 lag diese im Aargau bei 56 Prozent, während der gesamtschweizerische Durchschnitt 46 Prozent betrug. Der Aargau erfüllt die Zielvorgabe des Bundes, der eine Erwerbsquote von 50 Prozent nach drei Jahren vorsieht. Über alle Flüchtlingsgruppen (Status S und vorläufig Aufgenommene) gesehen, gingen im Kanton Aargau im Durchschnitt 47,5 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach, schweizweit waren es 39,8 Prozent.

Kooperation Arbeitsmarkt, Kanton Aargau

Alle Informationen zum Netzwerk «Kooperation Arbeitsmarkt» und Kontaktmöglichkeiten stehen zur Verfügung unter:

www.kooperation-arbeitsmarkt.ch

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