Die angespannte Lage im Nahen Osten sorgt derzeit vor allem für steigende Preise an den Schweizer Tankstellen – noch aber nicht für Versorgungsprobleme. «Im Moment ist es vor allem eine Preiskrise und noch keine Versorgungskrise in der Schweiz», betont Ramon Werner, CEO der volenergy AG, mit Blick auf die Unsicherheiten rund um den Iran und eine mögliche längerfristige Schliessung der Strasse von Hormus, einer der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Er rechnet kurzfristig, also bis Mitte Juni, nicht mit einem akuten Engpass bei Benzin oder Diesel. Sollte sich die Situation jedoch verschärfen, könnte zunächst Flugtreibstoff knapp werden, später allenfalls auch Diesel. Die Lage wird laufend neu beurteilt.
Preise fĂĽr Treibstoff steigen
An den Zapfsäulen spüren Konsumentinnen und Konsumenten die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen bereits deutlich. Die Preise für Treibstoffe liegen derzeit auf hohem Niveau. «Das ist sowohl für die Kundschaft als auch für die Branche selbst problematisch», betont Werner. «Sinkende Preise wären für alle besser», so seine Einschätzung. Eine verlässliche Prognose zur weiteren Preisentwicklung ist gemäss dem Präsidenten des Verbands Tankstellenshops Schweiz derzeit allerdings kaum möglich.
Mehr Unabhängigkeit mit Biotreibstoffen
Die aktuelle Krise zeigt nach Ansicht der Branche zudem deutlich, wie abhängig die Weltwirtschaft weiterhin von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle ist. Kommt es zu Störungen in der Versorgung, steigen nicht nur die Preise für Treibstoffe, sondern auch für Strom und Gas massiv an. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Diskussion über alternative Energien erneut an Bedeutung. «Mehr Unabhängigkeit von einzelnen Energieträgern könnte unter anderem durch den verstärkten Einsatz klimafreundlicher flüssiger Energien wie Biotreibstoffen erreicht werden», betont Werner, der auch als Präsident von BioFuels Schweiz amtet. CR