Schweizerische Gewerbezeitung: Warum war die Berufslehre für Sie der richtige Weg?
Lucas Ayrton Mauron: Weil ich früh Praxis und Verantwortung übernehmen konnte. In der Lehre lernt man nicht nur einen Beruf, sondern auch Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und den Umgang mit Menschen. Sie ist ein starkes Fundament fürs ganze Leben.
Sie haben sogar zwei Lehren abgeschlossen. Weshalb?
Weil mich Praxis und Planung gleichermassen interessieren. Auf der Baustelle sieht man das Resultat direkt, in der Planung versteht man das ganze System. Diese Kombination hilft mir bis heute.
Was ist der Unterschied zu einem Studium, zum Beispiel an einer Universität?
Ein Studium kann der richtige Weg sein. Doch heutzutage wollen viele junge Menschen möglichst lange studieren. Oft fehlt bei einem Studium die praktische Erfahrung. Ich habe das selbst erlebt. Personen, die noch nie richtig im Arbeitsmarkt waren, hatten es später schwerer, sich da einzuleben.
Warum ist die Weiterbildung zum Gebäudetechniker HF wichtig?
Weil ich mich fachlich weiterentwickeln und Kompetenzen für die Zukunft aufbauen will. Es geht nicht nur um Technik, sondern auch um Führung, Projektmanagement und wirtschaftliches Denken. Das ist mit Blick auf die spätere Übernahme unseres Familien-KMU zentral.
Welche Rolle spielt Berufsbildung für KMU?
Eine sehr grosse. Gerade kleinere Betriebe sind darauf angewiesen, gute Fachkräfte selbst auszubilden. Das Schweizer Gewerbe ist das Fundament unserer Wirtschaft.
Was möchten Sie Jugendlichen mitgeben, und was wünschen Sie sich für die Zukunft der Berufsbildung?
Ich möchte junge Leute motivieren und ihnen zeigen, dass mit Einsatz und Willen viel möglich ist. Für die Berufsbildung wünsche ich mir, dass sie den Stellenwert behält, den sie verdient. Gute Lehrbetriebe, engagierte Berufsbildner und motivierte Jugendliche sind entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft.
Interview: hug