In der Schweiz sind 14 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung selbstständigerwerbend. Ob sie nun einen freien Beruf ausüben oder ein KMU leiten: Diese Personen nehmen einen wesentlichen Platz im nationalen Wirtschaftsgefüge ein. In bestimmten Berufsfeldern ist die Selbstständigkeit eine besonders verbreitete Form der Erwerbstätigkeit. Dort besteht das Interesse, insbesondere Kompetenzen im Bereich der Unternehmensführung zu erwerben. Ein entsprechender Bildungsabschluss kann sogar eine Voraussetzung dafür sein, eine selbstständige Tätigkeit rechtmässig ausüben zu können oder um bei der Kundschaft Anerkennung zu finden (zum Beispiel im Bereich Gesundheit).
Die höhere Berufsbildung spielt in dieser Hinsicht eine wesentliche Rolle, da sie unter anderem den Erwerb dieser Kompetenzen ermöglicht. Personen, die eine Ausbildung an einer höheren Fachschule (HF) absolviert, einen eidgenössischen Fachausweis (EF) oder ein eidgenössisches Diplom (ED) erworben haben, verfügen somit über die notwendigen Werkzeuge, um ein bestehendes Unternehmen zu stärken oder eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen.
Zu Experten ausbilden
Ein Jahr nach Erhalt des eidgenössischen Diploms sind 13 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung selbstständigerwerbend. Vier Jahre nach dem Abschluss liegt dieser Anteil bei 17 Prozent. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Landwirtschaft und Gesundheit. Die meisten waren bereits vor ihrem Abschluss selbstständigerwerbend und üben ihre Tätigkeit danach weiterhin in der selbst gegründeten Firma oder Praxis aus. Dies zeigen die Ergebnisse der Erhebung zur höheren Berufsbildung des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Dank der höheren Berufsbildung können sich Fachkräfte auf ihrem Gebiet zu Expertinnen und Experten ausbilden und ihre Management- und Führungskompetenzen vertiefen. In den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft gibt es zahlreiche Bildungsgänge, die zu einem eidgenössischen Diplom führen und auf die Selbstständigkeit vorbereiten.
Ein Viertel der Frauen
Vier Jahre nach Erhalt des eidgenössischen Diploms geht ein Viertel der Absolventinnen einer selbstständigen Tätigkeit nach. Dies ist in erster Linie auf das hohe Gewicht des Gesundheitsbereichs zurückzuführen, das sich durch einen hohen Frauenanteil auszeichnet. Bei den Männern tragen vor allem Absolventen aus dem landwirtschaftlichen Bereich zum hohen Anteil Selbstständigerwerbender bei.
Fast die Hälfte (47%) der Selbstständigerwerbenden mit eidgenössischem Fachausweis haben ein eigenes Unternehmen gegründet und ein Viertel hat einen bestehenden Betrieb übernommen. Inhaberinnen und Inhaber eines eidgenössischen Diploms führen etwas seltener ein eigenes Unternehmen. Sie sind häufiger freiberuflich tätig, 46 Prozent haben eine eigene Praxis gegründet. Etwas weniger als ein Drittel (32%) der Personen mit Diplom einer Höheren Fachschule arbeitet auf Auftrags- oder Honorarbasis (freiberuflich).pd