Gemäss Analysen der Schweizerischen Nationalbank wird durch den demografischen Wandel in den nächsten zehn Jahren eine Arbeitskräftelücke von bis zu 400 000 Personen entstehen. Ein grosses Potenzial zur Entschärfung des Fachkräftemangels bilden die älteren Arbeitskräfte. Wie schätzen die Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte 60plus ein, was unternehmen sie, um diese bis zum Referenzalter und darüber hinaus zu beschäftigen, und was erwarten sie von der Politik? Die Umfrage führte zu folgenden Erkenntnissen:
Arbeitskräfte 60plus geniessen eine hohe Wertschätzung
Die befragten Arbeitgeber bestätigen eindeutig, dass sie von langjähriger Erfahrung und Know-how (82%), Verantwortungsbewusstsein und Loyalität (67%), Fachkompetenz (66%), Kenntnissen der Unternehmenskultur (61%) und Netzwerken zu Kunden und Partnern (56%) ihrer älteren Mitarbeitenden profitieren. Grenzen der Attraktivität werden teilweise bei höheren Lohnkosten, der Veränderungsbereitschaft und den IT-Skills gesehen.
Beschäftigungsfähigkeit und Personalbindung aktiver fördern
Die Unternehmen unterstützen ihre älteren Mitarbeitenden durch eine Kultur der Wertschätzung (67%), flexible Arbeitszeitmodelle / Teilzeitarbeit (60%) und die Förderung der intergenerationellen Zusammenarbeit (44%). Die eindeutige Zustimmung zur Neueinstellung von Arbeitnehmern 60plus, zu Massnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit sowie zur aktiven Unterstützung, bis zum Referenzalter und länger zu arbeiten, fällt mit jeweils 20 bis 30 Prozent eher tief aus.
Besonders die individuelle Planung von Pensionierung und Weiterbeschäftigung ist entscheidend, um Arbeitskräfte 60plus länger im Betrieb zu halten.
Arbeiten bis 67 könnte mit Vorteilen verbunden sein
Bei 83 Prozent der befragten Unternehmen erfolgen Pensionierungen mehrheitlich, wenn das Referenzalter erreicht wird. Wenn die Arbeitgeber jedoch zu den Auswirkungen eines Rentenalters 67 auf ihr Unternehmen befragt werden, überwiegt eine vorsichtige Zustimmung, dass wertvolles Know-how erhalten und der Fachkräftemangel entschärft werden könnte. Ausserdem gehen sie von mehr Anstellungen von Arbeitskräften 60plus, einem grösseren Angebot an flexiblen Arbeitsmodellen, angepassten Rollen sowie einer stärkeren Förderung dieser Altersgruppe aus.
Die Unternehmen sollten darum das Arbeiten bis 67 aktiv testen und prüfen, ob sie und ihre Mitarbeiter vom freiwilligen längeren Arbeiten profitieren.
Höhere Lohnnebenkosten als Herausforderung für KMU
Im Hinblick auf die Einstellung von älteren Mitarbeitern sind die Lohnnebenkosten für rund 40 Prozent der KMU relevant. Eine Reduktion der Altersunterschiede bei den Pensionskassenbeiträgen würde die KMU entlasten und die Entschärfung des Fachkräftemangels unterstützen.
Vorsichtige Zustimmung der Arbeitgeber erhalten zudem finanzielle Anreize für Erwerbstätige und für Unternehmen, um die Arbeit bis zum Referenzalter und darüber hinaus zu fördern. Die Studie zeigt, dass das Potenzial der älteren Arbeitskräfte mit geeigneten Massnahmen von Unternehmen und Politik effektiv genutzt werden kann. Die Basis dazu, die Wertschätzung der Arbeitgeber, besteht.
Edgar Spieler
Ansprechperson der Studie 60plus ist Edgar Spieler, Director Public & Innovation der Alixio Group Schweiz.
Weitere Informationen unter dem folgenden Link (Website focus50plus).