Publiziert am: 03.07.2026

Berufsintegration gemeinsam vorantreiben

Integration – Im Mai trafen sich der sgv, Vertreter anderer Verbände, grosser Unternehmen und der Kantone sowie die Spitzen der Sozialpartner mit Bundesrat Beat Jans zum Austausch über eine erfolgreiche Berufsintegration von Geflüchteten.

Eine bessere Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials ist zum Nutzen aller Unternehmen in der Schweiz, verlassen doch derzeit mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Arbeitsmarkt, als neue dazustossen. Dieser Trend wird in den nächsten zehn Jahren anhalten. In der Konsequenz dürften in den 2030er-Jahren 300 000 bis 400 000 Arbeitskräfte fehlen. Künstliche Intelligenz und Automatisierung werden den Arbeitskräfteverlust nicht kompensieren können.

Die Nachhaltigkeitsinitiative, welche eine Deckelung der Bevölkerung bei zehn Millionen anstrebte, ist zwar am 14. Juni 2026 vom Souverän abgelehnt worden. Doch nach dem hohen Ja-Anteil von 45 Prozent kann nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Um Druck von der Zuwanderung nehmen zu können, liegt ein Ansatzpunkt in einer noch besseren Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials.

Breites Spektrum zur Förderung

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv ist zusammen mit den Sozialpartnern, Branchenverbänden und Unternehmen seit 15 Jahren in mehreren Projekten engagiert, um das inländische Arbeitskräftepotenzial zu steigern. Neben den runden Tischen für ältere Arbeitnehmende (2015 bis 2021) und der Fachkräfteinitiative ab 2014 unter dem damaligen Bundesrat Johann Schneider-Ammann entstand 2018 die Integrationsvorlehre (Invol), die mittlerweile in die Regelstruktur überführt worden ist. Mit dem Projekt Viamia wird Arbeitnehmern über 40 Jahre kostenlos eine Standortbestimmung ermöglicht. Der Sozialpartnerdialog und Massnahmen des Bundesrates mit Blick auf die Nachhaltigkeitsinitiative prägten die Arbeiten 2024 und 2025.

Seit 2025 ist der sgv Mitglied und Mitträger von focus50+ mit der Fokussierung auf die Unterstützung von Arbeitskräften, die älter als 50 Jahre sind. Im 2025 lancierten Projekt Perspecta geht es um die Frage, wie Personen aus dem Familiennachzug noch besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Derzeit läuft eine Vernehmlassungsvorlage dazu.

Verstärkte Integration

Seit Mai 2026 engagiert sich der sgv für den gemeinnützige Verein Path2Work, eine von der ETH Zürich und der Universität Lausanne gemeinsam entwickelte Non-Profit-Organisation, welche eine Plattform für Geflüchtete betreibt und die Rolle als Ansprechstelle für Unternehmen und Branchen spielt.

«Der sgv ist seit 15 Jahren in mehreren Projekten engagiert.»

Diese Plattform verfolgt den Ansatz eines skillbasierten Matchings in einer Pilotphase für die Zielgruppe der Geflüchteten, um Erfahrungen zu sammeln (vgl. Artikel oben). Path2Work verschafft Unternehmen Zugang zu neuen Talenten. Die Plattform vernetzt Unternehmen mit Arbeitskräften mit Fluchthintergrund.

Zukunft des Status S

Seit 2022 haben sich viele Personen mit Status S aus der Ukraine in den Arbeitsmarkt integriert. Die Zielsetzung des Bundes von 50 Prozent ist noch nicht ganz erreicht worden. Der Bundesrat möchte den Schutzstatus S über 2027 weiterführen und Einschränkungen für wehrdienstpflichtige Männer aus der Ukraine von der EU übernehmen. Die Einschränkungen stehen unter Vorbehalt eines entsprechenden Beschlusses der EU. Sollte sich der Rat der EU gegen eine solche Einschränkung aussprechen, wird die Schweizer Praxis bei der Gewährung des Schutzstatus S ebenfalls nicht geändert.

Nach den Sommerferien soll zudem eine Vernehmlassung zur Änderung der Asylverordnung 2 lanciert werden. Inhaltlich geht es um die Aufhebung der Bestimmung, die bei den Sozialhilfeleistungen die Gleichbehandlung von Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsbewilligung und der einheimischen Bevölkerung vorsieht.

Dieter Kläy,

Ressortleiter sgv

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