Publiziert am: 14.08.2026

Marke Schweiz ist relevanter Wettbewerbsfaktor

Umfrage – Schweizer KMU lehnen eine Verwässerung des Schweizerkreuzes ab, und das Vertrauen des Stimmvolks in die Aussagekraft dieses Symbols wird durch die neue IGE-Praxis reduziert. Das zeigen zwei Umfragen des sgv.

Das IGE begründet seine Praxisänderung beim Schweizerkreuz (vgl. Artikel oben) damit, dass die Schweizer Wirtschaft «aufgrund der anhaltenden Frankenstärke und der hohen US-Zölle seit einiger Zeit stark unter Druck» stehe und dass mit der Praxisänderung der «Innovationsstandort Schweiz nachhaltig gestärkt» werde.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv wollte es genauer wissen und hat von Mitte Juli bis Anfang August 2026 via Kantonalverbände eine nicht repräsentative Online-Umfrage zur Bedeutung der Swissness und zur Praxisänderung des IGE durchgeführt. Es gingen 289 Antworten ein.

Gleichzeitig wurde über Demoscope eine repräsentative Umfrage bei 1154 Personen im Alter von über 18 Jahren und mit Schweizer Staatsbürgerschaft in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz durchgeführt. Diese Umfrage bestätigt im Wesentlichen die Ergebnisse der vom sgv im Gewerbe durchgeführten Umfrage.

Für Mehrheit «sehr nachteilig»

Knapp 70 Prozent der Antwortenden der sgv-Online-Umfrage beurteilen die Verwendung der Herkunftsbezeichnung Schweiz (z. B. «Swiss Made») für ihr Unternehmen oder für die Produkte ihres Unternehmens als «sehr wichtig» oder «eher wichtig». KMU betrachten die Marke Schweiz damit als relevanten Wettbewerbsfaktor.

Mit Blick auf den unter Druck stehenden Produktionsstandort sind 89 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Wirtschaft besser unterstützt wird, wenn das Schweizerkreuz den Schweizer Produzenten vorbehalten bleibt. Auf die Frage, wie die Schweizer Wirtschaft angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen (Frankenstärke, geopolitische Entwicklungen) besser unterstützt werden kann, antworteten 55 Prozent mit «indem die Verwendung des Schweizerkreuzes als Exklusivrecht den Schweizer Produzenten vorbehalten bleibt». Zusätzliche 34 Prozent bestätigten diese Aussage und ergänzten sie mit der Forderung nach Erleichterungen für Schweizer Produzenten bei den gesetzlichen Schwellen bezüglich Herstellkosten und Rohstoffgewicht.

Die Mehrheit der Antwortenden beurteilt die Auswirkungen der IGE-Praxisänderung für Schweizer KMU ohne Produktion im Ausland als «sehr nachteilig» und hat auch keine Pläne, um von der neuen Möglichkeit zur Verwendung des Schweizerkreuzes für im Ausland produzierte Produkte Gebrauch zu machen. Neun von zehn Antwortenden stimmen der Aussage vollständig oder eher zu, dass eine Abwanderung der Produktion ins Ausland auch die Innovationsstärke des Standorts Schweiz schwächt.

Vertrauen nimmt ab

Mit Blick auf den unter Druck stehenden Produktionsstandort sind 88 Prozent der Befragten der repräsentativen Demoscope-Umfrage der Meinung, dass die Wirtschaft besser unterstützt wird, wenn das Schweizerkreuz den Schweizer Produzenten vorbehalten bleibt.

60 Prozent der befragten Personen antworteten, dass ihr Vertrauen in die Aussagekraft des Schweizerkreuzes als Zeichen für Schweizer Herkunft und Qualität durch die Praxisänderung des IGE abnimmt (je hälftig zusammengesetzt durch die Antworten «Mein Vertrauen nimmt stark ab» und «Mein Vertrauen nimmt eher ab»). 85 Prozent stimmen der Aussage vollständig oder eher zu, dass eine Abwanderung der Produktion ins Ausland die Innovationsstärke des Standorts Schweiz schwächt.

«Die beiden Umfragen zeigen, dass die Praxisänderung des IGE sowohl im Gewerbe als auch im Stimmvolk deutlich abgelehnt wird», fasste sgv-Direktor Urs Furrer die Ergebnisse an der Medienkonferenz zusammen.

sgv/sgz

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