Publiziert am: 14.08.2026

Warum Phishing so erfolgreich ist

Versicherungsratgeber – Phishing-Mails wirken heute oft täuschend echt. Weil menschliche Fehler häufig am Anfang eines Cybervorfalls stehen, gehören Aufmerksamkeit und Sensibilisierung zu den wichtigsten Schutzmassnahmen.

E. L. aus B.: Ich habe kürzlich ein E‑Mail erhalten, das angeblich von meiner Bank stammte. Zum Glück habe ich den Betrug rechtzeitig erkannt. Warum sind solche Phishing-Mails so erfolgreich und wie kann ich mich davor schützen?

Sehr geehrte Frau L.: Gut, dass Sie den Betrugsversuch rechtzeitig erkannt haben. Phishing-Mails wirken heute oft täuschend echt. Sie sind professionell gestaltet, greifen aktuelle Themen auf und lassen sich auf den ersten Blick nur schwer von echten Nachrichten unterscheiden.

Cyberkriminelle setzen nicht in erster Linie auf technische Schwachstellen, sondern auf menschliche Reaktionen. Sie erzeugen Zeitdruck, wecken Neugier oder lösen Unsicherheit aus. Typische Beispiele sind angeblich offene Rechnungen, gesperrte Konten oder nicht zustellbare Pakete.

Fachleute beobachten, dass menschliche Fehler häufig am Anfang eines Cybervorfalls stehen. Deshalb gehören Aufmerksamkeit und Sensibilisierung zu den wichtigsten Schutzmassnahmen. Regelmässige Schulungen und ein bewusster Umgang mit verdächtigen Nachrichten können das Risiko des grössten Einfallstors deutlich reduzieren.

So erkennen Sie eine verdächtige Nachricht

Folgende Hinweise sollten misstrauisch machen:

unerwartete Zahlungsaufforderungen

dringende Handlungsaufforderungen

unbekannte oder ungewöhnliche Absenderadressen

Rechtschreib- oder Sprachfehler

Links, die auf unbekannte Webseiten fĂĽhren

Im Zweifelsfall sollten Sie die Nachricht löschen oder den vermeintlichen Absender direkt kontaktieren.

Was tun, wenn Sie auf einen Link geklickt haben?

Wer versehentlich auf einen verdächtigen Link klickt, sollte rasch handeln. Ändern Sie betroffene Passwörter, überprüfen Sie Ihre Konten und informieren Sie bei Bedarf Ihre Bank oder den Kreditkartenanbieter. Je schneller reagiert wird, desto geringer ist meist der Schaden.

Prävention bleibt der beste Schutz.

Regelmässige Software-Updates, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Datensicherungen erhöhen die Sicherheit erheblich. Ebenso wichtig ist ein gesundes Misstrauen gegenüber unerwarteten E‑Mails und Nachrichten. Technische Schutzmassnahmen und das richtige Verhalten ergänzen sich dabei wirkungsvoll.

Wenn es trotzdem passiert

Trotz aller Vorsicht lässt sich ein Cyberrisiko nie vollständig ausschliessen. Eine Cyber-Versicherung kann Betroffene unterstützen und je nach Fall Kosten für die Datenwiederherstellung, die Bereinigung von IT-Systemen oder finanzielle Folgen eines Cyberangriffs übernehmen.

Ihre Fragen An

Jesús Pampín ist Leiter des Kompetenzzentrums Cyber Risk bei der Mobiliar und Mitglied der Arbeitsgruppe Cyber beim Schweizerischen Versicherungsverband. Er ist seit 1997 in der Versicherungsbranche tätig und beschäftigt sich seit 13 Jahren vertieft mit der Versicherbarkeit von Cyberrisiken. 2015 entwickelte er erste Cyber-Versicherungslösungen für Privatpersonen und KMU in der Schweiz.

Fragen sind zu richten an:

jesus.pampin@mobi.ch

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