Publiziert am: 04.09.2026

Charmanter City-Stromer mit Hitpotenzial

Nissan Micra – Der japanische Hersteller Nissan braucht in Europa dringend mal wieder einen Erfolg. Der neue Micra hat zumindest das Zeug dazu: Der Elektro-Crossover basiert auf dem neuen Renault 5 und könnte wie dieser zum Verkaufsschlager werden.

Retro ist in, zumindest beim Auto-Design. Neu ist der Kniff, aktuelle Modelle mit dem Charme vergangener Ikonen aufzupeppen, allerdings nicht – gelungene Beispiele dafür sind etwa die Neuauflage des Mini im Jahr 2000 oder die moderne Interpretation des Fiat Cinquecento. Heute ist Retro-Design besonders bei Elektroautos angesagt. Renault hat bei der Reinkarnation des R5 damit voll ins Schwarze getroffen, nun setzt auch Allianzpartner Nissan mit dem technisch baugleichen Micra auf diese Karte. Die Lichtsignatur an Front und Heck der sechsten Modellgeneration zitiert mit grossen Kreisen die kultige dritte Micra-Generation von 2003 – das ist gut umgesetzt und dürfte auch bei der Schweizer Kundschaft gut ankommen.

Die Neuauflage des Kleinwagens, der seit 1982 gebaut und seither über sechs Millionen mal verkauft wurde, wird nur noch mit rein elektrischem Antrieb und ausschliesslich in Europa angeboten. Gebaut wird sie im Renault-Werk in Douai, wo auch der R5 vom Band läuft. Die enge Verwandtschaft sieht man auf den ersten Blick – die beiden sind nämlich nicht nur technisch baugleich, sie teilen sich auch die gesamte Dachpartie. Der Micra kommt mit zwei Akku-Grössen: Das Basismodell (90 kW/122 PS) ist mit einer Batterie mit einer Kapazität von 40 kWh ausgestattet, die mit maximal 80 kW (DC) geladen werden kann und eine WLTP-Normreichweite von 317 Kilometern bietet. Die 110 kW/150 PS starke Topversion hat eine Akku-Kapazität von 52 kWh, kann mit bis zu 100 kW laden und soll damit 416 Kilometer weit kommen. An der Wallbox saugen beide Varianten mit maximal 11 kW (AC).

Nicht ĂĽppig, aber ausreichend

Damit ist der Micra nicht gerade üppig ausgestattet – doch wie beim Renault 5 ist das auch beim Japaner völlig ausreichend für einen City-Stromer. Auf unserer Probefahrt in der Topversion mit grossem Akku rollt der neue Micra manierlich ab, liegt satt in den Kurven und macht mit einer mitteilungsvollen Lenkung und einem ziemlich spontanen Antritt Spass im Verkehrsgewusel. Die Platzverhältnisse in der Fahrkabine sind gut, der Kofferraum fasst 326 bis 1106 Liter und ist damit genau gleich gross wie im Renault 5. Das Cockpit mit einer Bildschirmeinheit aus zwei Displays und einem Google-Infotainmentsystem wurde praktisch unverändert vom französischen Zwilling übernommen.

Der neue Nissan Micra ist ein charmanter City-Stromer mit Charakter, der das Zeug zum Verkaufshit hat. Das Topmodell mit grösserer Batterie und etwas mehr Leistung ist dabei für die meisten Fälle empfehlenswert – als reines City-Mobil taugt aber auch die Basisversion. Die Preise starten bei 28 200 Franken, das Topmodell ist ab 36 200 Franken erhältlich.ds

www.nissan.ch

Auf einen Blick

Nissan Micra Evolve 52 kWh

Karosserie: Kleinwagen mit 5 Türen und 5 Plätzen

Masse (L Ă— B Ă— H):

3974 Ă— 1830 Ă— 1499 mm

Kofferraum: 326 bis 1106 l

Leergewicht / Nutzlast:

1556 /347 kg

Antrieb:

Elektromotor, Frontantrieb

Leistung: 110 kW (150 PS)

Drehmoment: 245 Nm

Fahrleistungen:

150 km / h, 0–100 km / h in 8,0 s

Batteriekapazität:

52 kWh (netto)

Ladeleistung:

100 kW (DC), 11 kW (AC)

Verbrauch (WLTP):

16,7 kWh auf 100 km

Reichweite (WLTP): 416 km

Garantie:

7 Jahre oder 150 000 km

Batterie-Garantie:

8 Jahre oder 160 000 km

Preis: Ab 36 200 Franken

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