Der Fachkräftemangel macht auch vor der Entsorgungs- und Fahrzeugtechnik nicht halt. Für die Villiger Entsorgungssystem AG ist deshalb die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ein zentraler Bestandteil der Personalstrategie. Am Produktionsstandort in Oberrüti werden junge Menschen in verschiedenen technischen, gewerblichen und kaufmännischen Berufen ausgebildet. Angeboten werden die Ausbildungen Anlagen- und Apparatebauer/in EFZ, Produktionsmechaniker/in EFZ, Konstrukteur/in EFZ sowie Kaufmann/Kauffrau EFZ. Im Werkstattbereich kommen zudem Fachkräfte aus der Automobil- und Nutzfahrzeugmechatronik hinzu. «Dadurch treffen unterschiedliche Fachgebiete aufeinander und verbinden sich im Arbeitsalltag zu einem breiten technischen Know-how», erklärt CEO Paul Villiger. Er erlebt die Arbeit mit jungen Menschen als Bereicherung: «Lernende bringen Neugier, Dynamik und neue Perspektiven in den Betrieb. Gleichzeitig durchlaufen sie einen wichtigen Entwicklungsprozess: Aus Schulabgängerinnen und Schulabgängern werden Schritt für Schritt selbstständige und kompetente Fachkräfte.»
Eigener Nachwuchs gegen den Fachkräftemangel
Besonders in Bereichen wie Unterhalt, Reparatur, Elektrik, Logistik und in der Produktion ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften spürbar. Die eigene Berufsausbildung gewinnt dadurch zusätzlich an Bedeutung. «Unser nachhaltigster Lösungsansatz gegen den Fachkräftemangel ist die eigene Ausbildung», lautet die Haltung bei Villiger. Wer junge Menschen frühzeitig ins Unternehmen integriert, kann Fachwissen gezielt aufbauen und gleichzeitig langfristige Perspektiven schaffen. Dass viele ausgebildete Mitarbeitende dem Unternehmen über Jahre die Treue halten, bestätigt diesen Ansatz. Gleichzeitig beschränkt sich die Rekrutierung nicht auf klassische Bewerberprofile.
«Mit den Technologien müssen auch die Kompetenzen der Mitarbeitenden wachsen.»
Auch Menschen mit beruflicher Erfahrung und hoher Motivation erhalten eine Chance. Dazu gehören beispielsweise geflüchtete Personen, die ihre bereits vorhandenen Kompetenzen in einem neuen beruflichen Umfeld einbringen können. Dabei kommt das Prinzip des praxisnahen Lernens, das über die Berufsausbildung hinausgeht, zum Zug. Dazu Villiger: «So können sich Quereinsteiger und langjährige Mitarbeitende kontinuierlich weiterentwickeln.» Denn die Anforderungen an die Branche verändern sich. Digitalisierung, sensorbasiertes Monitoring und komplexere Werkstoffkreisläufe stellen Unternehmen vor neue technische und organisatorische Herausforderungen. Für Villiger bedeutet das: «Mit den Technologien müssen auch die Kompetenzen der Mitarbeitenden wachsen.» Weiterbildung in Bereichen wie Fahrzeugmechatronik, Automatisierung und Logistik ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Personalentwicklung. So soll nicht nur vorhandenes Wissen erhalten, sondern auch die Grundlage für neue Lösungen und Innovationen geschaffen werden.CR