Perspektive dank Ausbildung
NACHWUCHSFÖRDERUNG – Villiger setzt gezielt auf seine Mitarbeitenden, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und Innovationen voranzutreiben.
VILLIGER ENTSORGUNGSSYSTEME AG – Was vor 30 Jahren mit Sammelcontainern für Blechdosen begann, ist heute ein international tätiges Unternehmen mit über 130 Mitarbeitenden am Standort Oberrüti. Die Villiger Entsorgungssysteme AG setzt auf Schweizer Ingenieurskunst, Innovation und nachhaltige Lösungen – und überzeugte damit die Jury des ersten Prix SVC Aargau Solothurn.
Wir konsumieren mehr – und produzieren damit auch mehr Abfall. Umso wichtiger sind effiziente, innovative und hochtechnisierte Lösungen für dessen Entsorgung. Genau hier setzt die Villiger Entsorgungssysteme AG aus Oberrüti an. Das Erfolgsrezept des Aargauer KMU: Schweizer Präzision, eine klare Nischenfokussierung und konsequente Innovation. «Unser Unternehmen ist der einzige Hersteller in Europa, der ganzheitliche und zeitgemässe Entsorgungslösungen aus einer Hand anbietet – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Service», sagt CEO Paul Villiger.
Im Zentrum steht der Anspruch, hochwertige Containersysteme und effiziente Entsorgungslösungen zu entwickeln, die zuverlässig funktionieren und exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Das KMU wurde Ende April dafür mit dem allerersten Prix SVC Aargau Solothurn ausgezeichnet.
Was vor 30 Jahren mit der Produktion von Containern begann, hat sich zu einem der führenden Pioniere der Branche entwickelt. Heute ist die Villiger-Gruppe ein global tätiges Unternehmen. «Wir haben uns als feste Grösse am Markt etabliert und sind mittlerweile in über 30 Ländern als Qualitätsanbieter für zeitgemässe Entsorgungssysteme vertreten», sagt Paul Villiger. Hinter dem Erfolg steht nicht nur unternehmerischer Weitblick, sondern auch viel persönliches Engagement. Der gelernte Landmaschinenmechaniker konnte dabei stets auf die grosse Unterstützung seiner Frau Edith zählen.
Die Villiger-Gruppe deckt heute die gesamte Bandbreite moderner Entsorgungslösungen ab. Das Angebot umfasst sechs Geschäftsfelder: von modularen Oberflur-Sammelcontainern über Unter- und Halbunterflursysteme bis hin zu innovativen Untergrund-Liftsystemen für die urbane Entsorgung. Ergänzt wird das Portfolio durch spezialisierte Fahrzeugtechnik für die automatische Containerentleerung, umfassende Dienstleistungen von der Projektierung und Montage bis zu Wartung und Reparatur sowie digitale Smart Solutions. Mit intelligenten Systemen lassen sich Sammelstellen in Echtzeit überwachen und steuern. Zugangskontrolle, Füllstandsmessung und Datenanalyse sorgen dabei für effizientere Abläufe und eine nachhaltigere Entsorgung.
Oberirdisch sichtbar ist lediglich eine schlanke Einwurfsäule, während der 3 bis 7 Kubikmeter grosse Sammelbehälter unter der Erde liegt. Zur Entleerung wird er per Kranfahrzeug aus dem Schacht gehoben, über dem Sammelfahrzeug geleert und wieder eingesetzt. Sicherheitsplattformen gewährleisten dabei einen sicheren Betrieb. «Die Unterflursysteme sparen Platz, verbessern Hygiene und Ästhetik und reduzieren dank grosser Kapazitäten die Zahl der Leerungsfahrten – und damit Kosten und CO2-Emissionen», so der Chef. Heute sind bereits weit über zehntausend Villiger-Systeme im In- und Ausland im Einsatz. Die neuesten Villiger-Systeme verfügen über grosse unterirdische Sammelvolumen und eine integrierte Presse, die den Abfall zusätzlich verdichtet. Als Gesamtanbieter deckt Villiger dabei die gesamte Wertschöpfungskette ab. Gleichzeitig fehlt es der Branche zunehmend an Fachpersonal für die Containerentleerung. Mit dem Speed-Waste-Lifter bietet Villiger eine Lösung: Das automatisierte System ermöglicht eine sichere, effiziente und einfache Entleerung per Knopfdruck – ohne spezielle Ladekran-Ausbildung.
Villiger produziert in der Schweiz und mit Partnerbetrieben im Ausland. «Unser Fokus liegt zunehmend auf Engineering, Entwicklung und massgeschneiderten Lösungen», betont der engagierte CEO. Kurze Transportwege reduzieren den CO2-Fussabdruck und stärken den Produktionsstandort Schweiz. Eine Herausforderung bleiben die begrenzten Produktionsflächen und die Rekrutierung von Fachkräften. Schweizer Ingenieurskunst und Kundennähe prägen die Produktentwicklung. Neue Lösungen entstehen aus Kundenbedürfnissen und Ideen der Mitarbeitenden – von der Konstruktion über den Prototypenbau bis zu umfassenden Tests. «Städte, Gemeinden und Entsorgungsbetriebe liefern uns dabei wichtige Impulse für praxisnahe Innovationen wie Unterflursysteme oder automatisierte Entleerungstechnologien», sagt Paul Villiger. Nachhaltigkeit ist bei Villiger fest im Betriebsalltag verankert. Ein eigenes Solarkraftwerk deckt einen grossen Teil des Strombedarfs, zudem setzt das Unternehmen auf Ökostahl und recycelbare Materialien. Auch die Produkte tragen zur Nachhaltigkeit bei: Integrierte Pressen reduzieren Abfallvolumen, Entsorgungsfahrten und CO2-Emissionen. Smarte Unterflursysteme mit digitaler Füllstandsmessung ermöglichen zudem eine effizientere Entsorgungslogistik. Die Zukunft sieht Villiger in langlebigen, digitalen und ressourcenschonenden Systemen für eine effiziente Kreislaufwirtschaft.
Villiger ist heute in mehr als 30 Ländern weltweit aktiv. Neben dem Kernmarkt Schweiz ist das Unternehmen unter anderem in Europa, im Nahen Osten, in Asien und Australien vertreten. In der Schweiz erreicht Villiger nach eigenen Angaben einen Marktanteil von über 80 Prozent. Trotz der internationalen Ausrichtung bleibt die Schweiz das Herzstück des Unternehmens. Dazu Villiger: «In Oberrüti befinden sich zentrale Kompetenzen in Engineering, Entwicklung und Ausbildung. Gleichzeitig verbindet wir unsere globale Präsenz mit lokaler Nähe – von Beratung und Verkauf bis zu Service und Kundensupport.» Zu den Kunden zählen Gemeinden, Städte, Entsorgungsverbände und private Entsorgungsunternehmen, aber auch Bahnen, Generalunternehmungen und Spitäler. Kurz gesagt: überall dort, wo Abfall anfällt. Am Hauptsitz in Oberrüti beschäftigt Villiger rund 130 Mitarbeitende. Hinzu kommen rund 250 weitere Kolleginnen und Kollegen in Partnerbetrieben und europäischen Niederlassungen. Villiger hat sich vom regionalen Schweizer Pionier zum international tätigen Anbieter moderner Entsorgungssysteme entwickelt. Trotz der globalen Ausrichtung bleibt der Standort Schweiz das Herzstück des Unternehmens – mit Fokus auf Innovation, Engineering und Kundennähe.
Die Entsorgungsbranche steht vor grossen Herausforderungen: steigende Abfallmengen, strengere Vorgaben, komplexe Materialströme und die zunehmende Digitalisierung. «Der Trend geht weg von der reinen Abfallbeseitigung hin zur Kreislaufwirtschaft, in der Abfälle als wertvolle Rohstoffe betrachtet werden», weiss der Entsorgungsspezialist. Dabei spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Smarte Sensoren, intelligente Kransysteme und bedarfsgerechte Routenplanung helfen, Leerungsfahrten zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Ein Beispiel ist der Quadromat, der grosse unterirdische Kapazitäten mit integrierter Abfallverdichtung verbindet. «Dieses intelligente Liftsystem vereint maximale Kapazität mit einer exklusiven unterirdischen Verdichtung von Abfall», erklärt Paul Villiger. Auch bestehende Anlagen lassen sich mit Villiger-Lösungen modernisieren. Durch gezielte Umbauten können ältere Systeme weiter genutzt und an neue Technologien angepasst werden – wirtschaftlich, nachhaltig und ohne komplette Neuinvestition.Corinne Remund
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