Für die Branche steht viel auf dem Spiel. «Die Initiative bedroht zahlreiche KMU und Händler in ihrer Existenz», warnt Urs Corradini, Präsident der Schweizerischen Koordinationsstelle Feuerwerk (SKF). Bei einer Annahme drohe zudem ein Stück Schweizer Kulturgut verloren zu gehen, insbesondere rund um den Nationalfeiertag am 1. August. Grosse Hoffnungen setzte die Branche auf einen Kompromissvorschlag des Parlaments. Dieser sah vor, reine Knallartikel ohne optischen Effekt zu verbieten, während farbenprächtige Feuerwerksbouquets weiterhin erlaubt geblieben wären. «Das hätte aus unserer Sicht einem Anliegen grosser Teile der Bevölkerung entsprochen», sagt Corradini. Der Vorschlag wurde jedoch verworfen.
Klare Regeln statt Verbot
Corradini hält die Initiative für unverhältnismässig. «Kantone und Gemeinden können bereits heute eigene Regeln erlassen und regionale Traditionen berücksichtigen.» Ein nationales Verbot wird diesen Handlungsspielraum stark einschränken. Gleichzeitig zeigt Corradini Verständnis für Menschen, die sich durch Feuerwerk gestört fühlen. «Wir verstehen, dass es manche Menschen ärgert, wenn bereits Tage vor dem 1. August oder noch danach Feuerwerk gezündet wird.» Die SKF setze sich deshalb für klare Regeln ein: Feuerwerk soll grundsätzlich nur am 1. August und an Silvester erlaubt sein, ausserhalb dieser Tage nur mit Sonderbewilligung.
Planungssicherheit schaffen
Bei einer Annahme will die SKF mit den Behörden rasch klären, wann und wie die neuen Bestimmungen umgesetzt werden. Die Beschaffung von Feuerwerksprodukten muss teilweise Jahre im Voraus geplant werden. Eine kurzfristige Umstellung ist deshalb schwierig. Auch die wirtschaftlichen Folgen dürften erheblich sein. «Für einzelne Unternehmen bedeutet eine Annahme der Initiative das Ende», sagt Corradini. Betroffen sind nicht nur die Feuerwerkstradition, sondern auch Handelsbetriebe und Arbeitsplätze. CR
www.nein-feuerwerksverbot.ch