Unterschiedliche Entwicklung je nach Stufe
Bildungszahlen – Bis 2035 dürften die Studentenzahlen an Schweizer Hochschulen weiter steigen, während auf der Primarstufe ein deutlicher Rückgang erwartet wird.
Kein Stillstand – Die Schweiz hat bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt deutlich aufgeholt. Die Einkommenslücke zwischen jungen Frauen und gleichaltrigen Männern ist heute kleiner als in Frankreich, Schweden oder den USA. Eine neue Studie zeigt, wie stark sich die Unterschiede verringert haben.
In der 45. Ausgabe der Zeitschrift «Social Change in Switzerland» zeigen Daniel Oesch von der Universität Lausanne und Oliver Lipps vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften (FORS), dass junge Frauen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt stark aufgeholt haben.* Ihr Rückstand beim Erwerbseinkommen gegenüber jungen Männern sank zwischen den Jahrgängen 1965 und 1995 deutlich und liegt heute tiefer als in Frankreich, Schweden oder den USA. Die verbleibende Einkommenslücke betrifft vor allem Frauen mit Kindern.
Die Studie beruht auf allen Schweizerischen Arbeitskräfteerhebungen (SAKE) von 1991 bis 2024. Die Autoren vergleichen darin über 215 000 Männer und Frauen der Geburtsjahrgänge 1960 bis 1998 im Alter von 25 bis 34 Jahren. Über diese Jahrgänge hinweg hat sich die Geschlechterlücke auf dem Arbeitsmarkt markant verringert.
Bei der Erwerbstätigenquote sank sie von 22 Prozentpunkten im Jahrgang 1965 auf wenige Punkte im Jahrgang 1995. Bei der Arbeitszeit schrumpfte der Abstand zwischen jungen Frauen und Männern von 17 auf unter vier Wochenstunden. Das Lohnpotenzial der ausgeübten Berufe – das heisst wie hoch ein Beruf im Mittel entlöhnt wird – stieg für beide Geschlechter, für Frauen jedoch rascher.
Am deutlichsten zeigt sich die Annäherung beim gesamten Erwerbseinkommen aller 25- bis 34-Jährigen, inklusive der Einkommen von Teilzeitbeschäftigten und der Nulleinkommen der Nichterwerbstätigen.
«Auch zwischen Müttern und Vätern hat sich die Lücke über die Jahrgänge hinweg verringert.»
Der Rückstand der jungen Frauen betrug im Jahrgang 1965 55 Prozent und fiel im Jahrgang 1995 auf 14 Prozent. Dasselbe Bild ergibt der standardisierte Indikator des Stundenlohns: Betrachtet man nur die erwerbstätigen 25- bis 34-Jährigen, fiel die Geschlechterlücke von fast 20 Prozent im Jahrgang 1965 auf unter fünf Prozent im Jahrgang 1995.
In der Gleichstellungspolitik gilt die Schweiz als Nachzüglerin. So hatte sie im Vergleich mit Frankreich, Schweden und den USA im Jahrgang 1965 die grösste Einkommenslücke zwischen jungen Männern und Frauen. Danach verlief der Aufholprozess jedoch in der Schweiz am schnellsten, sodass sie im Jahrgang 1995 die kleinste Lücke dieser Länder aufweist.
Der verbleibende Rückstand der jungen Frauen geht vor allem auf die Elternschaft zurück. Während unter Kinderlosen die Lücke fast geschlossen ist, verdienen junge Mütter weiterhin deutlich weniger als junge Väter. Doch auch zwischen Müttern und Vätern hat sich die Lücke über die Jahrgänge hinweg verringert. Die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt ist noch nicht erreicht, insbesondere bei Eltern nicht. Der Prozess ist jedoch in vollem Gange.
pd
* Oesch, D. und Lipps, O. (2026). Der Aufholprozess der jungen Frauen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt: Geburtsjahrgänge 1960–1998. Social Change in Switzerland, N°45.
BVG-Mindestzinssatz: Der Bundesrat geht zu weit
Erfolg auf ganzer Linie: Steuerliche Entlastung für Erwerbstätige über das Referenzalter hinaus und gezielte Deregulierung zugunsten der KMU
Gewerbekammer sagt klar NEIN zur unbefristeten Erhöhung der Mehrwertsteuer
SRG-Steuer: Jetzt kommt eine deutliche Entlastung für KMU – gut so
Bürokratieabbau: Entlastungen müssen bei den KMU ankommen
Verkehr ’45: KMU brauchen leistungsfähige Strasseninfrastruktur