Publiziert am: Freitag, 13. Mai 2016

Bezahlen ganz einfach gemacht

HARMONISIERUNG ZAHLUNGSVERKEHR SCHWEIZ – Machen Sie Ihren Zahlungsverkehr fit für die Zukunft. Ganz einfach mit dem ­internationalen Standard ISO 20022. Das kommt sowohl Ihnen als auch der gesamten Schweizer Wirtschaft zugute.

Die Vielzahl von Verfahren und Formaten sowie unterschiedliche Einzahlungsscheine im Schweizer Zahlungsverkehr gehören bald der Vergangenheit an. Die internationale Standardisierung und die fortschreitende Digitalisierung haben dazu beigetragen, dass der Schweizer Finanzplatz den nutzbringenden internationalen Standard ISO 20022 einführt und damit gleichzeitig den Zahlungsverkehr harmonisiert. Mit dem neuen Standard können In- und Auslandzahlungen effizienter als heute abgewickelt werden – sowohl zwischen Ihrem Unternehmen und den Finanzinstituten als auch zwischen Ihnen und Ihren Kunden. Alle Schweizer Finanzinstitute engagieren sich gemeinsam für einen reibungslosen Harmonisierungsprozess, der sich auf folgende Bereiche auswirkt:

Überweisungen: Die heutigen Überweisungsverfahren der Banken (DTA) und PostFinance (EZAG) werden unter Verwendung des ISO-20022-Standards harmonisiert.

Einzahlungsscheine: Der neue Einzahlungsschein mit optisch lesbarem Datencode (QR-Code), der alle wichtigen Informationen enthält, macht Zahlungen künftig noch effizienter.

Lastschriften: Alle Finanzinstitute, d.h. Banken und PostFinance, werden eine einzige schweizweite Lösung einführen. Zudem wird die Lastschrift in die E-Rechnungsprozesse eingebunden.

Avisierungen & Reporting: Konto- bzw. Buchungsinformationen für die regelmässige Kontoabstimmung werden einheitlich im neuen ISO-20022-Standard wiedergegeben und bieten Zusatznutzen an.

Auf die konsequente Verwendung der IBAN, der international standardisierten Kontonummer, haben sich die meisten wahrscheinlich bereits eingestellt. Dank der IBAN ist der Zahlungsverkehr effizienter geworden. Jetzt folgt mit dem neuen ISO-20022-Standard eine weitere Etappe auf dem Weg der Harmonisierung. «Der neue Standard ermöglicht die Einführung vieler Automatisierungsprozesse bei allen Zahlungsverkehrsteilnehmern», führt Maya M. Bertossa, Projektleiterin Kommunikation PaymentStandards.CH aus. Im Zahlungsverkehr geht der Finanzplatz Schweiz somit einen ähnlichen Weg wie der Gütertransport mit der Standardisierung der Schiffscontainer durch einheitliche Masse, die beim Transportieren, Verladen und Lagern von Gütern eine höchstmögliche ­Effizienz bieten.

Es funktioniert doch 
alles wunderbar

Die Umstellung auf den ISO-20022-Standard ist zukunftsgerichtet. In den meisten Wirtschafts­bereichen wird das Tempo immer schneller und die Informationen umfangreicher und präziser. Mit diesen Anforderungen können die heutigen im Zahlungsverkehr üblichen Prozesse auf die Dauer nicht mithalten. Deshalb ist die Umstellung nötig. Die Harmonisierung im Zahlungsverkehr bietet Hand zu einem effizienteren Handling Ihres Cash Managements.

Die IBAN als einheitliche ­Kontonummer

Falls Sie noch herkömmliche Kontonummern und nicht die IBAN für Buchhaltung, Fakturierung und Zahlungsverkehr verwenden, wird es Zeit umzustellen. Spätestens ab 2020 kann kein Schweizer Finanzinstitut mehr die alten Nummern verarbeiten (siehe Beispiel Aufbau der Kontonummer im IBAN-Format).

Die IBAN spielt auch beim neuen Einzahlungsschein mit Datencode eine wichtige Rolle. Bis 2020 wird die aktuell bestehende Vielfalt von Einzahlungsscheinen von einem einzigen Modell abgelöst, das sich für alle Zahlungsarten eignet. Dieser neue Einzahlungsschein mit Datencode (QR-Code) enthält Ihre Kontonummer nur noch im IBAN-Format. Der optisch lesbare QR-Code, der künftig auf jedem Einzahlungsschein vorhanden ist, ermöglicht die durchgängige Datenverarbeitung. Dadurch lassen sich Prozesse viel einfacher und effizienter gestalten. Die Daten müssen nicht mehr von Hand eingepflegt, sondern können mit einem Lesegerät, z.B. einem Smartphone, direkt über den QR-Code im System verarbeitet werden. «Auch hier reagieren wir auf ein Kundenbedürfnis», konstatiert Bertossa, «deshalb steht auch die gesamte Schweizer Finanzbranche geschlossen hinter dieser Harmonisierung.»

Was hat das mit Ihnen zu tun?

Folgende Beispiele könnten Sie betreffen:

Beispiel 1: Stehen Investitionen für neue Drucker an? Dazu empfiehlt Ihnen Bertossa, Folgendes zu berücksichtigen: Der Druck von Einzahlungsscheinen mit QR-Code ist grundsätzlich mit einem geeigneten Nadeldrucker möglich, sodass die Verwendung von Endlosgarnituren weiterhin sichergestellt werden kann. Zu bedenken ist jedoch die Effizienz. Der Druck des neuen Einzahlungsscheins wird einiges länger dauern. Bei langsamen Druckern kann das Bedrucken bis zu 15 Sekunden dauern. Deshalb wird die Verwendung eines Laserdruckers dringend empfohlen.

Beispiel 2: Der Andruck der Codierzeile auf dem Einzahlungsschein mit Datencode entfällt, da der Aufbau der Informationen neu (z.B. IBAN statt ESR-Teilnehmernummer) und die Referenznummer anders strukturiert sind als heute.

Beispiel 3: Prüfen Sie bei der Evaluation Ihrer zukünftigen Software-Lösung zusätzliche Funktionen einzubeziehen? Neben der ausschliesslichen Verarbeitung von Überweisungen und/oder Lastschriften ermöglicht der ISO-20022-Standard die Automatisierung von Avisierungen und Reporting. Sie haben neu die Möglichkeit, tagsüber von Ihrer Bank den aktuellen Status Ihrer Zahlung zu erhalten. Dadurch haben Sie die Bestätigung für die Entgegennahme Ihres Zahlungsauftrags, und allfällige Unstimmigkeiten können schneller behoben werden.

Beispiel 4: Begleichen Sie viele Rechnungen mittels Einzahlungsscheinen und nutzen Sie dafür einen Belegleser? Achten Sie darauf, dass der Belegleser fähig ist, QR-Codes zu lesen.

Maya M. Bertossa

Maya M. Bertossa ist Projektleiterin Kommunikation Payment.Standards.CH. Sie ist Mitglied in diversen Arbeitsgruppen des Finanzplatzes Schweiz im Zahlungsverkehrsbereich.

harmonisierung

Was müssen Sie tun?

Klären Sie in einem ersten Schritt mit Ihrem Software-Lieferanten (intern oder extern) ab, ob Ihre Business Software den ISO-20022-Standard unterstützt. Und falls nicht, bis wann die Anpassung erfolgen wird. Achten Sie auf eine möglichst zügige Umsetzung. Sonst könnte es zu Behinderungen kommen auf dem Weg zur Harmonisierung – wenn alle Firmen in der Schweiz erst im letzten Moment umstellen. Klären Sie in einem zweiten Schritt den Zeitrahmen mit Ihrer Hausbank ab. Je nach Finanzinstitut kann es unterschiedliche Fristen geben. Detaillierte Auskünfte zur Harmonisierung des Zahlungsverkehrs Schweiz finden Sie unter nebenstehendem Link.

Aufbau einer Kontonummer im IBAN-Format

So entsteht aus einer Kontonummer eine IBAN-Nummer

Beispiel einer herkömmlichen Kontonummer bei einer Schweizer Bank: 1162-3852.957

Neu die IBAN: CH93 0076 2011 6238 5295 7

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