Publiziert am: Freitag, 4. April 2014

Branche im Aufschwung Soziale Medien als Plattform – 1500 Fans im Netz

CARAVANINGSUISSE – Camping mit dem Wohnmobil ist im Trend. Diesen Erfolgskurs möchte der Verband ausnützen und eine stärkere Verknüpfung mit dem Tourismus anstreben.

Caravaning ist in der Schweiz beliebt.Gemäss Statistik hält dieser Boom bereits seit 15 Jahren ungebrochen an. Die ältere Generation scheint vom Reisen im Wohnmobil oder Wohnwagen besonders angetan zu sein. Für viele «Goldenager» ersetzt der mobile Camper das Ferienhaus. «Während Familien nach wie vor den geschützten Rahmen des Campingplatzes schätzen, sind es vor allem aktive ältere Personen, die gerne spontan reisen und oft mehrere Monate im Jahr durch Europa ziehen. Diese neue Zielgruppe mit den entsprechenden finanziellen Möglichkeiten und viel Zeit hat dem Caravaning zu einem Aufschwung verholfen», bestätigt Christoph Hostettler, Präsident von caravaningsuisse.

«Der Bestand der Wohnmobile hat in den letzten Jahren weiter zugenommen.»

Dementsprechend wirkt sich dieser Boom auch auf den Caravaning-Handel aus. Die Entwicklung des Fahrzeugbestandes zeigt, dass noch immer ungefähr gleich viele Schweizer mit dem Wohnwagen unterwegs sind wie vor 20 oder 25 Jahren. «Rund 6000 neue Wohnmobile und 2500 Wohnwagen werden jährlich verkauft», erklärt Martin Maraggia, ehemaliger Präsident und Geschäftsführer des Verbandes. Jedoch habe sich der Bestand an Wohnmobilen verändert. «Die Wohnwagen sind seit rund vier Jahren rückläufig, während der Bestand von Wohnmobilen seither weiter kräftig zugenommen», so Hostettler. Doch nicht nur der Verkauf von neuen Fahrzeugen, sondern auch Occasionen und das Zubehörgeschäft profitieren von diesem Trend.

Preiskampf mit Billiganbieter

Trotz des grossen Aufschwungs, muss sich die Branche einigen Herausforderungen stellen: Dazu gehört der verschärfte Preiskampf mit Bil­liganbietern. «Der Kauf eines Wohnmobils ist eine grössere Investition. Dabei werden allerdings oft Unterhalt und Service ein zu wenig grosser Stellenwert beigemessen. Man vergisst zu schnell, dass man es hier mit einem Haus auf Rädern zu tun hat, das einerseits immer komplexer wird, andererseits vergleichsweise grossen Belastungen ausgesetzt ist», erklärt Hostettler und ergänzt: «Viele Bil­liganbieter vernachlässigen den Service und locken mit besonders günstigen Angeboten. Für die seriösen Händler ist es daher oft schwierig, ihr Preis-Leitungs-Verhältnis den potentiellen neuen Kunden begreiflich zu machen.»

Sorge bereitet den Mitgliedern auch die Anpassung der Führerscheinre-gelung an die EU-Bestimmungen, bei der für Anhänger eine besondere Fahrprüfung gemacht werden muss. Dies hat gemäss Hostettler und Maraggia negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach Caravans. Dazu Hostettler: «So lange diese negative Auswirkung durch das Vermieten und den Verkauf von Wohnmobilen wettgemacht wird, kann der Handel zufrieden sein. Wir unterstützen dies mit unserem Marketing.»

Noch besser positionieren

Der 50-jährige Verband hat sich zu seinem grossen, runden Geburtstag auch Gedanken über die Zukunft gemacht. Dabei ist die stärkere Ver-knüpfung mit dem Tourismus eine Vision, die über die konkreten Ziele hinausgeht. «Wir können hier in der Schweiz noch ein grosses Potenzial an Möglichkeiten ausschöpfen. Ich denke da an touristische Regionen, die Gastronomie und den lokalen Handel. Oft ist die Campingplatzinfrastruktur, die von den vielen Europäern genutzt wird, noch ungenügend ausgebaut. Viele dieser Reisenden nutzen das Angebot von speziellen Übernachtungsplätzen, verbunden mit touristischen Attraktionen, gerne», erklärt Hostettler. Dabei verweist er auf ähnliche Dienstleistungen in Deutschland. Die Gastronomie und der Handel sowie Bahnen, Museen usw. profitierten so auch in der Nebensaison von den Campern. Gleichzeitig könne auch die Campinginfrastruktur mehr ausgelastet werden. «Solche Angebote fehlen in der Schweiz. Ein Ausbau in diese Richtung würde die Vielfalt des Caravanings in der Schweiz fördern und unsere Branche touristisch noch besser positionieren.»

Corinne Remund

CARaVANINGSUISSE – WOHNMOBIL UND WOHNWAGEN

caravaningsuisse ist der Fachverband der Händler, Importeure, Reparateure und Vermieter von Wohnmobilen und Wohnwagen. Er zählt 105 Mitglieder, wovon der grösste Teil KMU sind. Die wichtigsten Ziele und Aufgaben des Verbandes sind die Schulung und Weiterbildung der Mitglieder sowie das Fördern der Interessen am Caravaning. Der Verband hat zudem das Patronat über den jährlich Ende Oktober in Bern stattfindenden Suisse Caravan Salon inne. Dies ist die einzig nationale Caravaning-Messe in der Schweiz. Dieser Hauptevent des Verbandes hat sich von einem bescheidenen Anfang mit 20 Ausstellern und 7000 Besuchern zu einem Grossanlass mit 250 Ausstellern aus ganz Europa und 42000 Besuchern im Berner Expo-Gelände entwickelt. Seit zwei Jahren nutzt der Verband auch die sozialen Medien als wertvolle Plattform für seine Mitglieder. Dabei verschafft sich die Schweizer Caravaningbranche auf Facebook Gehör und vernetzt sich internatio-nal. «caravaningsuisse kann hier einerseits der Schweizer Caravaningbranche eine Stimme geben und andererseits die Facebook-Anstrengungen der Mitglieder unterstützen», erklärt Christoph Hostettler, Präsident von caravaningsuisse. Mit inzwischen über 1500 Fans ist caravaningsuisse, verglichen mit anderen vergleichbaren Organisationen und Akteuren, auch im Netz auf Erfolgskurs. Fotos und Impressionen aus der Welt des Caravanings sollen Reiz und Vorteile des Campens veranschaulichen.CR

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